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Neubau-Pläne: Nicht auf Kosten der Gemeinden

Stefan Werner, Direktor des Oberkirchenrats, verteidigt Millionenprojekt

Stuttgart. Der auf rund 65 Millionen Euro Kosten geschätzte Neubau des Oberkirchenrats der Evangelischen Landeskirche in Württemberg verursache keinen zusätzlichen Sparzwang für die rund 1.300 Kirchengemeinden. Das versicherte der Direktor des Oberkirchenrats, Stefan Werner, gegenüber dem „Evangelischen Gemeindeblatt in Württemberg".

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Der Oberkirchenrat, der Verwaltungssitz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, besteht aus mehreren, aus unterschiedlichen Epochen stammenden Gebäuden. Eine Generalsanierung wäre nach Worten von Direktor Stefan Werner nur unwesentlich günstiger als der favorisierte Komplett-Neubau (Archivfoto). © Andreas Praefcke/CC-BY 4.0

Seit Vorstellung der ersten Pläne, den bisherigen Verwaltungssitz der Landeskirche an der Stuttgarter Gänsheide abzureißen und durch einen etwa 65 Millionen Euro teuren Neubau zu ersetzen, gibt es Diskussionen. Kritiker halten das Projekt für zu groß und verlangen von der Landeskirche mehr Bescheidenheit: In Zeiten, in denen Gemeinden und Pfarrstellen zusammengelegt und kirchliche Gebäude aufgegeben werden, solle man in Stuttgart lieber generalsanieren als komplett neu zu bauen.

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Stefan Werner, Direktor im Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. © Gottfried Stoppel/EMH

Kostenvergleiche

Im Gespräch mit dem „Evangelischen Gemeindeblatt in Württemberg" betonte Oberkirchenrat-Direktor Stefan Werner zwar, dass er die Kritik zwar verstehe, aber: Die Kosten einer Generalsanierung des alten Baubestands „hätten nur ganz knapp unter denen des Neubaus gelegen" - und obendrein nichts an veralteten, aus heutiger Sicht weniger effizienten Bürostrukturen geändert. 

Gleichzeitig versicherte Werner, dass sich die Landeskirche das Bauprojekt aufgrund von Rücklagen „leisten" könne. „Deshalb wird den Kirchengemeinden durch die nun notwendige Baumaßnahme also kein Geld genommen oder ein zusätzlicher Sparzwang ausgelöst."