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Viel Kohle für das Holz

Denkmalstiftung fördert Sanierung der Ludwig-Hofacker-Kirche

Stuttgart. Die Ludwig-Hofacker-Kirche in Stuttgart ist eine von 43 nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen „Notkirchen“. Nun müssen die Holzträger saniert werden - und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt das Vorhaben mit 20.000 Euro.

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Die prägende Holzkonstruktion im Inneren der Ludwig-Hofacker-Kirche in Stuttgart muss aufgearbeitet werden. © Youtube

Die Ludwig-Hofacker-Gemeinde in Stuttgart bekommt für die Sanierung ihrer sogenannten Notkirche finanzielle Hilfe: 20.000 Euro Zuschuss hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg bewilligt; das teilte die Stiftung am Donnerstag mit.

Nachdem die Anfang 1950 eingeweihte Kirche im vergangenen Jahr im Außenbereich saniert worden war, ist aktuell eine umfassende Innensanierung nötig. „Für den dauerhaften Erhalt der raumprägenden Holzoberflächen ist eine konservierende Aufarbeitung zwingend erforderlich", schreibt Landeskonservatorin Professor Dr. Ulrike Plate in ihrer Bewertung des seit 2005 unter Denkmalschutz stehenden Gotteshauses.

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Im Februar 1950 konnte die evangelische Ludwig-Hofacker-Gemeinde die Einweihung ihrer damals neuen Kirche feiern, die an der Stelle des im Juli 1944 zerstörten Gotteshauses errichtet worden ist. Um 1960 kam dann der freistehende Glockenturm hinzu. © Ludwig-Hofacker-Gemeinde Stuttgart

Gespendetes Holz und viel Eigenleistung

Die Kirche in der Stuttgarter Dobelstraße entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als eine von 43 sogenannten Notkirchen, die Architekt Otto Bartning nach dem Baukastenprinzip entworfen hat. Vor allem amerikanische und skandinavische Christen spendeten im Rahmen des Notkirchenprogramms für die vorgefertigten Holzträger als Grundgerüst; Gemeindeglieder vor Ort übernahmen die Arbeiten für Fundament und Ausfachung und verwendeten dafür auch Trümmersteine.

„Pionierartig vorangetriebener Serienbau“

Schließlich war die vorherige, erst 1932 geweihte Ludwig-Hofacker-Kirche bei den schweren Luftangriffen auf Stuttgart im Juli 1944 zerstört worden. Der Nachfolgebau dokumentiere „anschaulich die von Architekt Bartning pionierartig vorangetriebene Übertragung des seriellen Serienbaus auf den protestantischen Kirchenbau“, beschreibt Landeskonservatorin Plate.

Insgesamt drei unterschiedliche Notkirchen-Typen hatte Bartning entwickelt; jene in Stuttgart ist eine von 15 erhaltenen Kirchen vom „Typ B mit angemauertem Chorraum“.

Erst am Mittwoch, 14. Juli, hatte die Denkmalstiftung bekanntgegeben, die Sanierung der Wandmalereien in der evangelischen St. Veit-Kirche in Flein bei Heilbronn mit 25.000 Euro zu unterstützen.