„Dient einander“

Neuer Heilbronner Prälat Albrecht am Sonntag ins Amt eingeführt

Stuttgart/Heilbronn. Am Sonntag, 13. September, ist der neue Prälat für Heilbronn, Ralf Albrecht, in sein Amt eingeführt worden. „Dient einander,“ nannte Albrecht in seiner Predigt beim Gottesdienst auf dem Heilbronner Gaffenberg eine Grundhaltung für kirchliche Leitungsaufgaben. Wer das Sagen habe, tue sich manchmal nicht leicht mit dem Hören, so der Regionalbischof. „Aber genau das ist eine unserer entscheidenden Aufgaben als Kirchenleitung: ‚Dient einander‘.“ Am Ende zähle ganz und allein Gottes Gnade. Sie bestimme die Haushalterschaft und auch die „Ökonomie“ der Kirche und habe weitere Folgen, so Albrecht: „Dann sind wir gnädig zu den ganz Schwachen und schützen das Leben vom allerersten Anfang an bis zum allerletzten Atemzug. Dann können Staaten bei flüchtenden Menschen, die durchs Feuer gegangen sind und im Wasser zu ertrinken drohen – bei allen Problematiken, die sich in dieser Frage selbstverständlich ergeben, wenn man sie im großen politischen Horizont durchdenkt - nicht wegsehen, sondern nahen sich ihnen. Retten. Und lassen Gnade walten.“ 

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July würdigte Albrecht als einen Geistlichen, der „ein offenes Zugehen auf die Menschen, auch mit modernen und unkonventionellen Kommunikationsmitteln und -Methoden“ liebe. „Weil Sie gerade in einer Zeit vieler gesellschaftlicher Veränderungen vom Glauben, von der Gemeinschaft, von der Orientierung an Jesus Christus sprechen wollen.“ Dem Prälaten käme eine Dolmetscher-Funktion der Perspektiven zu, einerseits aus den Gemeinden, von den Ehrenamtlichen, den Pfarrerinnen und Pfarrern hinein in die Kirchenleitung, und als Mitglied der Kirchenleitung ebenso in die andere Richtung, so der Landesbischof. Dazu die Aufgabe, „weiter an einer in Christus geschenkten und begründeten Einheit der Kirche zu arbeiten, die die Vielfalt unserer Kirche als ‚versöhnte Verschiedenheit‘ verstehen kann.“

Außerdem wies der Landesbischof darauf hin, dass der Gottesdienst zur Einführung des neuen Prälaten auf den Gaffenberg verlegt worden sei, um eine größere Zahl von Mitfeiernden einladen zu können, als dies unter Corona-Bedingungen in der Heilbronner Kilianskirche möglich gewesen sei. Doch auch darin liege eine „segensträchtige Wahrheit, denn viele Kinder und Jugendliche sind auf dem Gaffenberg für Gemeinschaft und Glauben sensibilisiert worden.“

Ralf Albrecht ist am 29. Juli 1964 in Höfingen geboren, verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 21, 19 und 15 Jahren. Nach Stationen als Studienassistent im Tübinger Albrecht-Bengel-Haus und als Gemeindepfarrer in Rielingshausen (Dekanat Marbach) - in Stellenteilung mit seiner Frau Christa - war er seit 2007 Dekan in Nagold. Er war seit 2013 Mitglied der württembergischen Landessynode und hat sein Mandat als Landessynodaler mit dem Dienstantritt als Prälat zum 1. September 2020 niedergelegt.

Zur Prälatur Heilbronn zählen rund eine halbe Million Evangelische in den 14 Kirchenbezirken Backnang, Blaufelden, Brackenheim, Crailsheim, Gaildorf, Heilbronn, Künzelsau, Mühlacker, Öhringen, Schorndorf, Schwäbisch Hall, Waiblingen, Weikersheim und Weinsberg-Neuenstadt. Die größte Diakonische Bezirksstelle sowie verschiedene diakonische Einrichtungen, Heime und Krankenhäuser gehören zu dieser Prälatur. Außerdem ist in Waldenburg-Hohebuch mit der Ländlichen Heimvolkshochschule die zentrale Bildungsstätte der Bauernarbeit der Landeskirche angesiedelt.

Oliver Hoesch                                                 

Sprecher der Landeskirche