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Zuversichtlich auf einem neuen gemeinsamen Weg

Kirchenbezirk Calw-Nagold feiert Fusion mit einem Festgottesdienst

Die Kirchenbezirke Calw und Nagold gehen seit Anfang des Jahres einen neuen gemeinsamen Weg. Am Sonntag, 24. Februar, feierten sie ihren Zusammenschluss zum neuen Kirchenbezirk Calw-Nagold mit einem Festgottesdienst in der Calwer Stadtkirche. Auch Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und der Reutlinger Prälat Dr. Christian Rose feierten mit.

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© Andreas Föhl

In seiner Predigt verglich der Landesbischof die Fusion der Kirchenbezirke mit einer Eheschließung: Am 1. Januar sei die standesamtliche Trauung in Kraft getreten, am 24. Januar folgte mit der ersten gemeinsamen Bezirkssynode das „erste Familientreffen“ und nun feiere man das Hochzeitsfest. Als Bibeltext für seine Predigt hatte July denn auch den Bericht von der Hochzeit zu Kana aus dem Johannesevangelium ausgewählt. Dieser passte umso besser als der Ortsname Kana wie die Anfangssilben der fusionierten Kirchenbezirke klingt: Ca-Na.

Hochzeiten in biblischer Zeit, erklärte der Bischof, seien mit dem Ziel geschlossen worden, dass mit dem Paar das Leben fortbestehe. So solle mit der Fusion der Kirchenbezirke auch die „Geschichte des Gottesvolkes in der Region Calw-Nagold“ fortgeschrieben werden, sagte July. Der Zusammenschluss ermögliche es „Kräfte zu bündeln“ und sei im Wissen geschehen: „Es kommen Tage, in denen man aufeinander angewiesen ist“, so der Landesbischof. Es gehe jedoch „um weit mehr als um einen Verwaltungszusammenschluss“, betonte July. Alles Planen diene dem Auftrag der Kirche, das Evangelium von Jesus Christus weiterzugeben.

Der Nagolder Dekan Ralf Albrecht und sein Calwer Kollege Dekan Erich Hartmann setzten den neuen Kirchenbezirk Cal-Nagold symbolisch aus zwei Puzzleteilen zusammen und umarmten sich anschließend. Symbolträchtig auch: Vertreter aller 70 Gemeinden des neuen Kirchenbezirkes kamen mit Namensschildern ihrer Gemeinden in den Altarraum, wobei sich die zunächst getrennten grünen Nagolder und die gelben Calwer Schilder vermischten.

Prälat Rose und Landesbischof July beteten für die Dekane und die Mitglieder des neuen Kirchenbezirksausschusses und sprachen den Verantwortlichen des Kirchenbezirkes Gottes Segen für den neuen gemeinsamen Weg zu. Für die feierliche, schwungvolle und zuversichtliche Atmosphäre sorgten auch Orgel, Blechbläser, Chöre und eine Band, die den Festgottesdienst virtuos und stilistisch abwechslungsreich gestalteten.

In seinem Grußwort erinnerte Prälat Rose an Stimmen, die den Zusammenschluss der Kirchenbezirke als „zu früh“ bezeichneten. Man hätte die Fusion auch zu einem späteren Zeitpunkt vollziehen können, räumte der Regionalbischof ein, jedoch nicht so entspannt und nicht mit so vielen Freiräumen, wie dies nun geschehen sei. „Tut es nicht gut“, fragte Rose, „wenn wir Veränderungen nicht aus der Not heraus vollziehen?“

„Gut, mutig und wegweisend“, nannte Landrat Helmut Riegger den Zusammenschluss. Die verantwortlichen Gremien hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der Calwer Landrat zitierte Mahatma Gandhi: „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“.

Der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sagte, die Fusion sei die Umsetzung der reformatorischen Forderung nach einer sich ständig erneuernden Kirche „ecclesia semper reformanda“. Wenn der Zusammenschluss dazu beitrage, „dass das Wort Gottes besser und hörbarer verkündigt wird, dann liegt Segen auf dieser Fusion“, so der Politiker.

„Mit dem heutigen Tag gehen Sie mutig in die Zukunft“, attestierte der katholische Dekan Holger Winterholer den Verantwortlichen. Er habe in den der Fusion vorausgegangenen Beratungen viel Besonnenheit gespürt. „Der Geist Gottes bewegt zu neuen Schritten“, so Winterholer.

Quelle: Pfarrer Andreas Föhl, Medienbeauftragter in der Prälatur Reutlingen und im Kirchenbezirk Tübingen