Die militärische Eskalation im Libanon hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Während die staatliche Infrastruktur kollabiert, werden die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks (GAW) zu lebenswichtigen Anlaufstellen für Binnenflüchtlinge. Das berichtet Diakon Pétur Thorsteinsson, Geschäftsführer des Gustav-Adolf-Werks Württemberg. Thorsteinsson schreibt weiter:

Die Lage im Libanon hat sich dramatisch zugespitzt. Massive Luftangriffe und Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah im Süden führen zur Zerstörung zentraler ziviler Infrastruktur, wie den strategisch wichtigen Brücken über den Litani-Fluss. Ganze Regionen sind dadurch isoliert.
Dramatische Fluchtbewegung
In der Hauptstadt Beirut wächst der Druck stündlich: Schätzungsweise eine Million Libanesen sind bereits auf der Flucht – bei einer Gesamtbevölkerung von nur fünf Millionen Menschen. Viele Vertriebene leben unter prekären Bedingungen in Zelten, überfüllten Notunterkünften oder bei Verwandten. Eine Rückkehr in ihre Heimatorte ist derzeit nicht absehbar. Beispielhaft für diese Entwicklung steht das christliche Dorf Alma Al-Shaab, das inzwischen vollständig entvölkert ist.

Kirchen übernehmen staatliche Aufgaben
Da staatliche Stellen mit der Krise überfordert sind, übernehmen zivile Organisationen wie die Partnerkirchen des GAW eine entscheidende Rolle. Die Hilfe konzentriert sich aktuell auf die direkte Notversorgung mit Matratzen, Decken, Hygienepaketen und sauberem Trinkwasser. Zudem werden Gemeinderäume und Schulen als sichere Notquartiere für geflohene Familien bereitgestellt. Über die materielle Unterstützung hinaus leisten die Gemeinden psychosoziale Betreuung für traumatisierte Menschen und versuchen, durch Bildungsangebote sowie Gottesdienste ein Mindestmaß an Normalität und Hoffnung aufrechtzuerhalten.
Beobachter gehen davon aus, dass sich die militärischen Operationen weiter ausweiten und länger andauern werden. Trotz der ständigen Bedrohung, die auch Beirut erfasst hat, setzen die Partner vor Ort – die Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon sowie die Armenisch-Evangelische Kirche – ihr Engagement unermüdlich fort.
Das GAW bittet dringend um Spenden, um die Flüchtlingsarbeit der libanesischen Partnerkirchen abzusichern:
GAW Württemberg
Stichwort: Nothilfe Libanon
Evangelische Bank eG
IBAN: DE92 5206 0410 0003 6944 37
BIC: GENODEF1EK1
Das Gustav-Adolf-Werk ist das Diaspora-Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das GAW Württemberg verantwortet und leistet diese Arbeit auf der Ebene der württembergischen Landeskirche.
Das GAW ist ein Spendenwerk, das partnerschaftliche Hilfe aus christlichem Glauben heraus organisiert, evangelische Minderheiten in der Welt stärkt und mit ihnen Partnerschaften unterhält. So engagiert es sich nicht nur tatkräftig in der Diaspora, sondern nimmt die Brückenfunktion in den Gemeinden durch Veranstaltungen, Gottesdienste und auch Begegnungen mit den Partnern aus der Diaspora hier vor Ort in Deutschland wahr.
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