Am 16. September 2026 ist die Neuapostolische Kirche (NAK) auf Bundesebene in die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) aufgenommen worden. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl hielt im Festgottesdienst die Predigt. Gohl ist stellvertretender Vorsitzender der ACK Deutschland.

In seiner Predigt beschrieb Gohl die Bedeutung der Aufnahme der NAK so: „Diese Aufnahme in die ACK ist mehr als nur ein organisatorischer Akt. Sie ist das Ergebnis eines langjährigen Dialoges und sichtbares Zeichen der ökumenischen Verbundenheit. Das Fundament der ACK ist der gemeinsame Glaube an Jesus Christus als Herrn der Kirche und Heiland dieser Welt.” Auf der Ebene Baden-Württembergs ist die NAK schon seit einiger Zeit Mitglied der ACK.
Gohl wies auch auf die Bedeutung der Ökumene für die Gegenwart hin: „Christlicher Glaube redet vielstimmig von Gottes Liebe, die in Christus Mensch geworden ist. Deshalb feiern wir heute auch einen weiteren Schritt der versöhnten Verschiedenheit. Dass Unterschiede nicht trennen, sondern dass wir versöhnte Verschiedenheit leben, ist in unseren polarisierten Zeiten wichtiger denn je. In Christus sind die Unterschiede überwunden, die in der Gesellschaft oft zur Spaltung führen.“
Es sei „ein starkes Zeugnis”, so Gohl, „wenn die unterschiedlichen Konfessionen miteinander für ihre Glaubensüberzeugungen eintreten: Etwa, dass jeder Mensch Gottes Geschöpf und Ebenbild ist – unabhängig seiner Herkunft, seiner Religion, seines sozialen Staus. Oder dass Gottes Liebe der ganzen Welt gilt und deshalb nicht mit völkischem Denken vereinbar ist. Ein starkes ökumenisches Zeichen war auch, dass die Verbände mehrerer Freikirchen auf Bundesebene den Versuch zurückwiesen, von der AfD gegen die großen Kirchen vereinnahmt zu werden. Stattdessen betonten sie das gute „ökumenische Miteinander“. Das gemeinsame Einstehen für unsere in unserem christlichen Glauben begründete Grundüberzeugungen und Werte wurde zuletzt im gemeinsamen Wort der Vorsitzenden der EKD, der DBK und der ACK zum Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich.”
Die Aufnahme der NAK fand im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Neuapostolischen Kirche Prenzlauer Berg Berlin statt.

Im Zuge derselben ACK-Tagung in Berlin unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter der ACK-Mitgliedskirchen am Internationalen Tag der Demokratie die überarbeitete Charta Oecumenica. Die überarbeitete Charta wurde bereits 2025 europaweit auf den Weg gebracht und ist eines der wichtigsten Grundlagen-Dokumente des überkonfessionellen Miteinanders der Kirchen in Europa. Mit der Unterzeichnung hat sie nun auch Gültigkeit für Deutschland. Mehr darüber erfahren Sie auch hier.
Die überarbeitete Charta nimmt neue Herausforderungen in Europa in den Blick und setzt zusätzliche Schwerpunkte unter anderem bei Frieden, Migration, neuen Technologien und der Rolle junger Menschen. Für Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der ACK in Deutschland, ist die Unterzeichnung ein neuer Anfang. „Wir schauen inzwischen auf beinahe ein Jahr intensiver Erfahrung und Arbeit mit der revidierten Charta Oecumenica zurück. Dabei hat sich für mich bestätigt, dass die Charta Vision und Handlungsempfehlung zugleich ist. (…) Die neue Charta Oecumenica ist kein abstraktes Dokument, sondern ein ganz konkreter Fahrplan für gemeinsames Handeln und Zeugnis und ein Versprechen für unsere Zukunft". Mit der Unterzeichnung beginne „die entscheidende Phase: die breite Rezeption in Deutschland”, so Easthill weiter.
Landesbischof i.R. Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf, richtete in seiner Predigt einen eindringlichen Appell an die Kirchen. Die „noch immer existierende Trennung der Kirchen“ dürfe nicht als Normalfall angesehen werden, sondern sei „ein Scheitern an dem Auftrag Jesu“. Bedford-Strohm stellte zugleich die Frage: „Sind unsere konfessionellen Traditionen [...] selbst zur Hauptsache geworden?“
Mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen hob Bedford-Strohm zudem die klare Haltung der revidierten Charta Oecumenica gegen eine politische Instrumentalisierung des Christentums hervor: „Es ist ein starkes Zeichen, wenn die Kirchen Europas in großer Einmütigkeit den Missbrauch des Christentums für Zwecke, die ihm zutiefst entgegenstehen, verurteilen. Die Charta verpflichtet die Kirchen dazu, ‚allen Versuchen zu widerstehen, Religion und Kirche für ethnische, nationalistische, politische oder populistische Zwecke zu missbrauchen.‘“ In diesem Sinne sei es sehr passend, dass die Unterzeichnung der revidierten Charta Oecumenica am Internationalen Tag der Demokratie begangen wird.
Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.
Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontakt@
Weitere Texte, Grafiken und Vorlagen für Ihre Kanäle finden Sie auf unserer Materialseite.
Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.
