07.04.2026

EH Ludwigsburg: Preis des Landesbischofs für studentische Arbeit über Posaunenchor-Projekte

Drei Preise für herausragende Arbeiten an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg

An der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg sind drei studentische Arbeiten ausgezeichnet worden - die Themen: Empowerment als Handlungskonzept für die Soziale Arbeit im Frauenhaus, Projekt-Posaunenchöre und Kulturelle Vielfalt in der Schulseelsorge.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Michael Gese, Toska Zimmermann, Prof. Dr. Wolfgang Ilg, Kirchenrat Frank Berger
V.l.n.r.: Prof. Dr. Michael Gese, Toska Zimmermann, Prof. Dr. Wolfgang Ilg, Kirchenrat Frank Berger

Den Preis des Landesbischofs erhielt Toska Zimmermann, Absolventin im Studiengang Diakoniewissenschaft, für ihre Arbeit „Zeitweise dabei – dauerhaft bewegt“. Sie beschreibt Posaunenchöre, die sich im Rahmen eines Projekts nur eine Zeitlang treffen und dann wieder auflösen. Die 650 Posaunenchöre mit 17.000 Bläsern in Württemberg gelten als ein Aushängeschild kirchlicher Arbeit. Doch wöchentlich proben ist für viele eine Herausforderung. Toska Zimmermann suchte sich damit ein in der Wissenschaft kaum beleuchtete Thema. Sie führte Experteninterviews und kam zum Schluss, „dass Projektposaunenchöre durch ihre begrenzte Verbindlichkeit, zielgruppenorientierte Gestaltung, Gemeinschaftserfahrungen und niedrigschwellige Beteiligung attraktiv sind.“ Toska Zimmermann, 23, spielt selbst mit beim Landesjugendposaunenchor des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg.

Hannah Schiochet: „Vielfalt leben, Trost teilen. Kulturelle Vielfalt in der Schulseelsorge“

v.l.n.r. Prof. Dr. Michael Gese, Hanna Schiochet, Prof. Dr. Norbert Collmar, Kirchenrätin Karin Hank
v.l.n.r. Prof. Dr. Michael Gese, Hanna Schiochet, Prof. Dr. Norbert Collmar, Kirchenrätin Karin Hank

„Vielfalt leben, Trost teilen. Kulturelle Vielfalt in der Schulseelsorge“ heißt das Thema der Bachelor-Thesis von Hanna Schiochet, für die sie den Preis der Stiftung Evangelische Hochschule erhielt. Hannah Schiochet beschreibt Schule als den Ort, an dem kulturelle und religiöse Vielfalt bereits fest etabliert sind, und fragte sich, wie evangelische Schulseelsorge kulturelle Vielfalt wahrnimmt und darauf reagiert. Daraus ergab sich ihre Forschungsfrage: Welche Relevanz hat kulturelle Vielfalt in der Schulseelsorge? Kulturelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil der Gesellschaft und prägt den schulischen Alltag. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und Zuwanderung ist auch die Frage nach dem Umgang mit kultureller Vielfalt und einem konstruktiven Zusammenleben relevant. Hannah Schiochet führte Interviews mit Schulseelsorgenden und kam zu dem Ergebnis, dass kulturelle Vielfalt in der Literatur bisher nur eine Nebenrolle spielt. In der Praxis im Schullalltag ist sie jedoch wichtig, auch wenn nicht immer ausdrücklich von „kultureller Vielfalt“ gesprochen wird. Ihr Fazit: Reflektierte Schulseelsorge, die alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von kulturellem Hintergrund wahrnimmt, kann wesentlich zu einem diversitätssensiblen, von Vielfalt geprägten Zusammenleben an Schulen beitragen.

Marie Gutheiß: „Chancen und Grenzen von Empowerment in der Frauenhausarbeit“

V.l.n.r.: Prof. Dr. Andrea Dietzsch, Marie Gutheiss, Prof. Dr. Stephanie Goeke
V.l.n.r.: Prof. Dr. Andrea Dietzsch, Marie Gutheiss, Prof. Dr. Stephanie Goeke

„Wie ich mich jetzt fühle? WAHNSINNIG. Ich, ich, ich ATME wieder. Ich bin FREI. Ja. Ich fühle mich gut. Ich habe ein Zuhause, einen festen Platz.“ Es sind berührende Sätze, die Marie Gutheiß von einer ehemaligen Bewohnerin eines Frauenhauses hört. Für ihre Bachelor-Thesis ging sie der Relevanz nach, die Empowerment als Handlungskonzept für die Soziale Arbeit im Frauenhaus hat. Sie führte Interviews mit Fachkräften in Frauenhäusern und sprach mit einer ehemaligen Bewohnerin. Ihre Analyse verdeutlicht: Der vorübergehende Aufenthalt im Frauenhaus bietet Frauen mit einem tiefgreifenden Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust bei Partnerschaftsgewalt die Möglichkeit, ihre Handlungsmacht und Stärke wieder zu erlangen und neue Kraft zu finden, weil sie Selbstwirksamkeit erleben. Ihr Fazit: „Empowerment entsteht aus der eigenen Kraft der Bewohnerinnen und das Frauenhaus bietet die notwendige Umgebung und Unterstützung.“ Marie Gutheiß erhielt für ihre Arbeit mit dem Titel „Chancen und Grenzen von Empowerment in der Frauenhausarbeit“ den Preis der Stadt Ludwigsburg.

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