| Bildung

Schülerarbeiten mit Ulli-Thiel-Friedenspreis ausgezeichnet

Preisverleihung am 21. Juni

Bild: Pixabay / SutoriMedia

Mit viel Engagement für ein friedliches Miteinander haben sich Kinder und Jugendliche an einem Wettbewerb für Schulen in Baden-Württemberg beteiligt. Die diesjährigen Gewinner des Ulli-Thiel-Friedenspreises werden am Freitag, 21. Juni, im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe ausgezeichnet. Die Laudatio hält die badische Landesbischöfin Heike Springhart.

Der Wettbewerb wurde im Schuljahr 2023/24 zum fünften Mal ausgeschrieben. Er richtet sich an Einzelpersonen, Klassen, Arbeitsgruppen und Schulen in allen Alters- und Klassenstufen. Die Wettbewerbsbeiträge kamen aus 27 verschiedenen Schulen. Vertreten waren dabei alle Schulformen, von Grundschule über Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren und Realschule bis zum Gymnasium.

Mit einer Ausstellung zum Nahostkonflikt hat sich beispielsweise ein Leistungskurs Gemeinschaftskunde des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums in Stuttgart beworben. Auf 23 Stelen haben die Schülerinnen und Schüler Informationen über historische Wurzeln des Nahostkonflikts gesammelt und jeweils die israelische und palästinensische Perspektive dazu dargestellt. Ziel der Ausstellung sei es gewesen, „Solidarität mit den Menschen auf beiden Seiten, aber nicht mit der Hamas“ darzustellen, heißt es in den Bewerbungsunterlagen zum Friedenspreis.

Dass auch deutlich jüngere Kinder sich schon mit dem Thema Frieden auseinandersetzen möchten, hat die Spitalhof-Gemeinschaftsschule in Ulm gezeigt. Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe 3a haben dort einen Book-Creator-Podcast gestaltet. In selbst gemalten Plakaten und kurzen Audio-Statements verdeutlichen sie, was sie unter Frieden verstehen und wie dieser erreicht werden kann. Die Idee zur Teilnahme am Friedenspreis-Wettbewerb hat sich aus dem Wunsch der Kinder heraus entwickelt, etwas gegen Rechtsextremismus und Intoleranz zu tun.

„Gemeinsam Frieden genießen: Rezepte aus aller Welt als ‚kulinarische Friedensbrücken‘“ heißt ein Kochbuch, das die Gewerbliche Schule Schwäbisch Hall zusammengestellt hat. Gemeinsames Essen als ein Weg, friedlich miteinander zusammen zu leben, ist der Grundgedanke, der hinter dem Projekt steht. An dem Projekt, das im Religionsunterricht entstanden ist, beteiligten sich Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern, wie beispielsweise Afghanistan, Kamerun, Ukraine, Rumänien und der Türkei. Neben den einfachen Rezepten gibt es jeweils immer noch das „Friedensrezept“ in Form von Gedanken zum Thema Frieden, die alle Teilnehmenden ausgefüllt haben.

Auch ein musikalischer Beitrag wird mit einem Preis ausgezeichnet. Eine 14-jährige Schülerin des Hohenstaufen-Gymnasiums in Göppingen beschäftigt sich in ihrem Titel „1955“ mit dem Ukraine-Krieg. Das Lied sei eine Referenz an das Antikriegslied „Where Have All The Flowers Gone“, das Pete Seeger im genannten Jahr veröffentlicht habe, heißt es im Bewerbungsschreiben. Die Künstlerin selbst (Künstlername Lilli A.) wird ihren Titel auch während der Preisverleihung präsentieren.

Von allen Einsendungen wurden zehn Beiträge ausgewählt, die am Freitag bis zu 500 Euro Preisgeld erhalten werden. Die Preisträger kommen in diesem Jahr vom Bildungszentrum St. Konrad in Ravensburg, vom Eberhard-Ludwig-Gymnasium in Stuttgart, von der Gewerblichen Schule Schwäbisch Hall, vom Gymnasium Friedrich II in Lorch, vom Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen, von der Jörg-Rathgeb-Schule in Stuttgart-Neugereut, vom Lise-Meitner-Gymnasium Crailsheim, von der Lindenrainschule Ebhausen, von der Spitalhof-Gemeinschaftsschule Ulm und von der Schule am Jakobsweg in Winnenden.

Getragen wird der Friedenspreis von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (Landesverband Baden-Württemberg), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), pax christi in Baden-Württemberg und pax an! e.V. - Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung.

Der Namensgeber Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer in Karlsruhe und bis zu seinem Tod 2014 Mitglied der GEW Baden-Württemberg. Er engagierte sich auch in der landeskirchlichen Friedensarbeit, war in der Friedensbewegung aktiv und schuf das bekannte Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“. Thiel war auch Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland mit 400.000 Menschen.


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