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„Baden-Württemberg liest Luther“

Start der Aktion zum Reformationsjubiläum

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg lädt im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums zum Austausch über Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ ein. „Baden-Württemberg liest Luther“ heißt die Aktion, die am Donnerstag, 17. November, um 19:00 Uhr im Kursaal in Stuttgart-Bad-Cannstatt eröffnet wird.

Zu Beginn liest der Schauspieler Patrick von Blume Passagen aus der Schrift vor. Anschließend wird in interreligiöser Runde diskutiert, inwiefern Luthers Freiheitsbegriff heute noch aktuell und hilfreich ist. Dabei kommt Landesbischof Frank Otfried July mit der muslimischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras ins Gespräch und beleuchtet mit ihr die politische Dimension des Freiheitsbegriffs. Dr. med. Johannes Hub, Katholik und Facharzt für Psychosomatik, bringt die Perspektive innerlich unfreier Menschen ein. Mit äußerlich unfreien Menschen hat die evangelische Gefängnisseelsorgerin Susanne Büttner bei ihrer täglichen Arbeit zu tun. Für die musikalische Begleitung sorgt das „Orchester der Kulturen“ unter der Leitung von Adrian Werum.



Im laufenden Reformationsjubiläumsjahr soll die Aktion auf Gemeindeebene in Einrichtungen, Gruppen und Kreisen weitergetragen werden. Dazu wurden Module etwa für Abendveranstaltungen oder Lektürekurse entwickelt, die bei der Durchführung Hilfestellung geben wollen. „‚Von der Freiheit eines Christenmenschen‘ ist eine der wichtigsten Schriften Martin Luthers“, sagt Dr. Christiane Kohler-Weiß, Beauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für das Reformationsjubiläum, die die Auftaktveranstaltung moderiert. Diese Schrift auf Aktualität in Gesellschaft und in der Ökumene zu prüfen und zu debattieren, sei Ziel von „Baden-Württemberg liest Luther“. Dafür hat Kohler-Weiß eine Sonderausgabe von Luthers Schrift herausgebracht. Das Heft mit dem Titel „Von der Freiheit. Martin Luther lesen“ ist „zweisprachig“: Neben dem von Luther selbst verfassten Text gibt es eine Version in sogenannter „leichter Sprache“, die dem Anliegen der Inklusion Rechnung trägt und Menschen mit eingeschränktem Leseverständnis an der Aktion teilhaben lässt.

Wir wollen beim Reformationsjubiläum nicht den Playmobil-Luther streicheln, sondern Luther lesen und diskutieren, weil er etwas zu sagen hat.

Dr. Christiane Kohler-Weiß

„Freiheit ist eine Grundsehnsucht des Menschen und einer der höchsten Werte unserer Gesellschaft“, erklärt Kohler-Weiß. Deshalb lohne sich die Beschäftigung mit Luthers Freiheitsschrift. „Wir wollen beim Reformationsjubiläum nicht den Playmobil-Luther streicheln, sondern Luther lesen und diskutieren, weil er etwas zu sagen hat.“ Christinnen und Christen könnten in dieser Schrift wieder neu entdecken, welche Freiheit ihnen der Glaube schenkt, und darüber mit Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen ins Gespräch kommen.