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Zum Tod von Erhard Eppler

Landesbischof July würdigt Verstorbenen als „großen Protestanten“

Erhard Eppler ist am Samstag, 19. Oktober, in Schwäbisch Hall gestorben.Peter Steinle

Schwäbisch Hall/Stuttgart. Der frühere Bundesminister und evangelische Kirchentagspräsident Erhard Eppler ist am Samstag gestorben. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July würdigte den Verstorbenen als „großen Protestanten".

Zum Tod von Erhard Eppler äußert sich der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July: „Erhard Eppler war seiner Zeit weit voraus und hat aus seinem christlichen Glauben heraus Verantwortung übernommen - auch dann, wenn es unpopulär und seiner Parteikarriere nicht förderlich war. Sein protestantischer Gewissensernst hat ihn ausgezeichnet und dazu gebracht, als richtig Erkanntes umsetzen zu wollen.

Mich hat beeindruckt, wie er sich immer als aktives Glied unserer Landeskirche verstanden hat. Es war folgerichtig, dass ich ihm 2009 die Brenz-Medaille in Silber als höchste Anerkennung unserer Landeskirche verleihen konnte. Ein großer Protestant im wahren Sinn des Wortes ist heimgerufen worden.“


Erhard Eppler ist am Samstag im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Schwäbisch Hall gestorben, wie die baden-württembergische SPD mitteilte. Eppler kam am 9. Dezember 1926 in Ulm zur Welt. Zwischen 1968 und 1974 war der Sozialdemokrat Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit; bis 1976 saß er im Bundestag, anschließend bis 1982 im baden-württembergischen Landtag. Danach war er ehrenamtlich in der EKD tätig, darunter von 1981 bis 1983 und von 1989 bis 1991 als Kirchentagspräsident. Außerdem galt er als führender Kopf in der westdeutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre.