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„Leben schmecken“

Kirche auf der Bundesgartenschau

„Leben schmecken“ – unter diesem Motto steht der Kirchengarten auf der Bundesgartenschau (BUGA) vom 17. April bis zum 6. Oktober in Heilbronn. Fast drei Jahre hat ein ökumenisches Team an dem Garten gearbeitet. Pfarrerin Esther Sauer, Projektkoordinatorin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, im Interview mit Thorsten Eißler.

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Esther Sauer © Evangelisches Medienhaus Stuttgart

Warum sollten die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau unbedingt den Kirchengarten besuchen?
Weil sie dort 173 Tage lang das Leben mit allen Sinnen schmecken können und begeisterten Menschen begegnen, die der Kirche ein Gesicht geben.

Worauf freuen Sie sich besonders?
Ich freue mich sehr, dass das Landesmissionsfest nach Heilbronn kommt (29. bis 30. Juni, Anm. der Red.). Das wird sicher eine sehr bunte Veranstaltung. Dann gibt es beispielsweise das Landeskinderturnfest mit kleinem Auftaktgottesdienst und den diözesanen Kinderchortag. Wir bieten einmal im Monat eine Führung für Familien mit Kindern auf einem Feld mit Mustergräbern an. Dabei steht die Auseinandersetzung mit Leben und Tod im Mittelpunkt. Zu unserem Motto „Leben schmecken“ gehört auch die Endlichkeit des Lebens.

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Und dann bekommt die BUGA auch ihre eigene Glocke.
Sie wird am Gründonnerstag in einer mobilen Glockengusshütte gegossen, am Karfreitag kühlt sie und am Samstag wird sie gebürstet, damit sie am Ostermorgen das erste Mal läuten kann.

Wann haben bei Ihnen die Vorbereitungen für die Kirche auf der Bundesgartenschau begonnen?
Das ist schon lange her. Als 2013 klar war, dass die BUGA nach Heilbronn kommt, war ich bei der internationalen Gartenschau in Hamburg. Ich habe dort viele Gespräche geführt, um einen Eindruck davon zu bekommen, was auf so einer Gartenschau gut läuft. In Heilbronn ging es dann konkret 2016 los. Mit Fragen nach den Strukturen und der Fläche. Wer arbeitet da alles mit? Was wollen wir erreichen? Auch unser Motto „Leben schmecken“ ist dann entstanden. Jetzt im Moment beschäftigt mich vor allem die Organisation. Wir haben insgesamt sechs Arbeitsgruppen, die ich vernetzen und koordinieren muss.


Bundesgartenschau vom 17. April bis 06. Oktober 2019 in Heilbronn
Kassenöffnungszeiten: 9 – 18:30 Uhr
Einlass: 9 – 19:00 Uhr


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Bundesgartenschaugelände aus der Luft: Blick über Inzwischenland und Neckarbogen © BUGA Heilbronn 2019 GmbH

In dem Konzeptionspapier „Kirche auf der BUGA“ schreiben Sie, dass Kirchen ihren Beitrag zu aktuellen Herausforderungen unserer Zeit leisten. Welche Herausforderungen sehen Sie denn?
Wie gehen wir mit unserer Erde um? Wie ist es mit der Nachhaltigkeit und dem Klimawandel? Wenn wir wollen, dass auch künftige Generationen noch das „Leben schmecken“ können, dann müssen wir heute unseren Teil dazu beitragen. Eine andere wichtige Herausforderung ist für mich, wie wir als Kirche in der Gesellschaft immer noch unseren zentralen Ort haben können. Und wie wir mit Menschen ins Gespräch kommen, um die Fragen des Lebens bearbeiten.

Wie gehen Sie diese Herausforderungen auf der Bundesgartenschau an?
An zwei Nachmittagen in der Woche laden wir zusammen mit Slow Food zu einer Einheit zum Thema Ernährung ein. Wir zeigen dann, wo unser Essen herkommt und kochen eine gesunde kleine Mahlzeit zusammen. Und in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Landesjugendpfarramt gibt es eine große Installation, in der Menschen ihren ökologischen Fußabdruck messen können.

Die „Kirche“ auf der BUGA ist ja eine ökumenische Kirche.
Ein gemeinsamer Auftritt war uns als Kirchen sehr wichtig. Ich arbeite mit meinem katholischen Kollegen Peter Seitz in der Projektleitung eng zusammen. Aber das ganze Projekt wird noch von einer ganzen Reihe von ACK-Gemeinden mit verantwortet. Wir haben zusammen rund 300 Ehrenamtliche auf der BUGA. Es ist also immer jemand da, mit dem man reden kann.

Wie sieht es momentan in Ihrem eigenen Garten aus?
Da wächst mehr Unkraut, als mir lieb ist. Ich habe einen sehr großen Garten, manchmal ist er mir fast zu groß. Aber ich denke mir dann immer: Wildkräuter sind doch auch sehr schön.