Neuer Regionalbischof für Heilbronn

Prälat Harald Stumpf geht in Ruhestand - Dekan Ralf Albrecht als Nachfolger gewählt

Stuttgart/Heilbronn/Nagold. Die Prälatur Heilbronn bekommt im Sommer einen neuen Regionalbischof. Amtsinhaber Harald Stumpf (62) hat aus gesundheitlichen Gründen um seinen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juli 2020 gebeten. Dem hat der Landeskirchenausschuss am vergangenen Freitag zugestimmt. In der gleichen Sitzung haben die acht Synodenmitglieder unter Vorsitz von Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July als Nachfolger Dekan Ralf Albrecht (Nagold) gewählt.

Harald Stumpf ist seit 2012 Prälat von Heilbronn. Nach seiner Wahl im April 2011 war er an einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung erkrankt. „Ich habe dieses Amt sehr gerne und mit Freude gelebt. Inzwischen sind gesundheitliche Einschränkungen eine Bürde, die mich das Amt nicht mehr mit voller Kraft ausfüllen lassen. Deshalb habe ich mich entschieden, vorzeitig in Ruhestand zu gehen.“

Der 1958 in Meckenbeuren am Bodensee geborene Vater von vier Kindern war vor Antritt des Prälatenamts seit 2006 Dekan in Freudenstadt, zuvor persönlicher Referent des Landesbischofs und Leiter des Bischofsbüros.

„Ich danke Prälat Harald Stumpf herzlich für seinen Dienst in der Prälatur Heilbronn in den letzten Jahren,“ so Landesbischof July. „Trotz einiger gesundheitlicher Belastungen und Rückschlägen hat er mit Engagement seine Aufgaben wahrgenommen. Besonders lag ihm am Herzen, dass die Kirche mit verschiedenen Milieus ins Gespräch kommt und direkt auf die Menschen zugeht, etwa bei ‚Kirche auf der BUGA‘ oder ‚Kirche an der Hochschule‘. Dafür hat er sich eingesetzt; ebenso stärkte und begleitete er die Kolleginnen und Kollegen im Pfarrdienst - in den Gemeinden, aber auch in den Schulen, Krankenhäusern und anderswo. Ich danke ihm auch für seinen Einsatz in den vielfältigen Einrichtungen der Diakonie in seiner Prälatur.“

Dekan Ralf Albrecht zum Prälaten von Heilbronn ernannt

Als Nachfolger hat der Landeskirchenausschuss den Nagolder Dekan Ralf Albrecht (55) ernannt. Albrecht ist seit 2007 Dekan, war zuvor zehn Jahre Gemeindepfarrer in Rielingshausen (Dekanat Marbach), teils in Stellenteilung mit seiner Frau Christa und von 1994-1997 Studienassistent im Tübinger Albrecht-Bengel-Haus. Er ist Mitglied der 15. Landessynode, wurde bei der Kirchenwahl im Dezember in die 16. Landessynode gewählt und leitet seit 2008 als Vorsitzender die pietistische „Christusbewegung Lebendige Gemeinde“. „Ich freue mich sehr darauf, als Prälat in besonderer Verantwortung das Evangelium von Jesus Christus in der Öffentlichkeit einladend weiterzugeben und zukunftsfähige Kirche mit zu gestalten“, so Albrecht zur Wahl durch den Landeskirchenausschuss. Albrecht hat drei Kinder im Alter von 21, 18 und 14 Jahren, seine Freizeit verbringt er gerne mit Freunden, Klavierspielen und Serien gucken, er „mag Wandern und Schwimmen, Chillen und Grillen.“

Landesbischof July freut sich, „dass wir mit Ralf Albrecht einen profilierten Dekan und Synodalen zum Prälaten in Heilbronn bestimmt haben, der auch viel Erfahrung in Gemeindearbeit, strukturellen sowie Leitungsaufgaben mitbringt. Außerdem ist mir wichtig, in dieser besonderen Situation einen nahtlosen Übergang in der Prälatur Heilbronn gewährleisten zu können.“

Zur Prälatur Heilbronn zählen rund eine halbe Million Evangelische in den Kirchenbezirken Backnang, Blaufelden, Brackenheim, Crailsheim, Gaildorf und Heilbronn. Ebenso in den Kirchenbezirken Künzelsau, Mühlacker, Öhringen, Schorndorf und Schwäbisch Hall, Waiblingen, Weikersheim und Weinsberg-Neuenstadt. Die größte Diakonische Bezirksstelle sowie verschiedene diakonische Einrichtungen, Heime und Krankenhäuser gehören zu dieser Prälatur. Außerdem ist in Waldenburg-Hohebuch mit der Ländlichen Heimvolkshochschule die zentrale Bildungsstätte der Bauernarbeit der Landeskirche angesiedelt.

Zu den Aufgaben einer Prälatin oder eines Prälaten gehören Visitationen der Dekanatämter und Kirchenbezirke, die seelsorgerliche Betreuung von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie die Mitwirkung bei der Wiederbesetzung von Gemeindepfarrstellen. Außerdem nehmen sie mit Stimmrecht an den wöchentlichen Sitzungen des Kollegiums des Oberkirchenrats teil. 

Der Landeskirchenausschuss besteht aus dem Landesbischof, der Präsidentin der Landessynode sowie sieben weiteren Synoden-Mitgliedern. Die Kirchenverfassung legt fest, dass mindestens vier der Synodalen aus der Gruppe der Laien kommen müssen.

Oliver Hoesch

Sprecher der Landeskirche

 

Fotos von Prälat Harald Stumpf und Dekan Ralf Albrecht finden Sie im Downloadbereich unserer Homepage.