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Eigentümerwechsel im Zeichen der Ökumene

Kirche in Bartenbach gehört nun armenischer Gemeinde

Die alte Dorfkirche im Göppinger Stadtbezirk Bartenbach ist zwar schon seit 1983 Heimstatt der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg - nun aber übergab die evangelische Kirche auch ganz offiziell die Schlüssel an die bisherigen Mieter, die nun Eigentümer sind.

Der evangelische Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July (l.) beglückwünschte den armenischen Gemeindepfarrer Dr. Diradur Sardaryan zum nun offiziell vollzogenen Eigentümerwechsel.Armenische Gemeinde Baden-Württemberg

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und der offiziellen Schlüsselübergabe an die Vertreter der armenischen Gemeinde ist der Eigentümer-Wechsel der einst evangelischen Kirche in Bartenbach nun auch symbolisch vollzogen: Für den Preis von einem Euro hatten die Armenier im Dezember das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gotteshaus gekauft, in dem sie bereits seit 1983 Mieter waren. Es war seinerzeit die erste armenische Kirche in ganz Deutschland.

Stadt hat abgelehnt

Dem Kauf vorangegangen waren jahrelange Gespräche zwischen der evangelischen Kirchengemeinde vor Ort und der Evangelischen Landeskirche auf der einen sowie der armenischen Gemeinde auf der anderen Seite.

Zwischendurch erwogen die bisherigen Eigentümer auch einen Verkauf der früheren St. Otmar-Kirche an die Stadt Göppingen - doch diese lehnte dankend ab; immerhin befindet sich mit dem heutigen Jüdischen Museum im Stadtteil Jebenhausen bereits eine ehemalige evangelische Kirche im Besitz der Kommune.

Sanierungsfall übernommen

Schließlich einigten sich die evangelische Kirche und die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg auf den Verkauf des inzwischen dem Heiligen Kreuz geweihten Gotteshauses für einen symbolischen Euro. Die evangelische Gemeinde feiert ihre Gottesdienste bereits seit Jahrzehnten in einem Mitte der 1970er Jahre errichteten Gemeindezentrum.

Wie intensiv die emotionale Bindung der Armenier an die denkmalgeschützte alte Kirche inzwischen ist, beweisen auch die inzwischen getätigten Investitionen: Rund 150.000 Euro sind nach eigenen Angaben inzwischen in die Erhaltung geflossen, weitere 190.000 Euro werde eine demnächst fällige Außensanierung kosten.

Unterdessen betont die armenische Gemeinde, dass die Heilig-Kreuz-Kirche beileibe nicht nur ein Ort des Gebets sei - sondern auch ein offener Raum für kulturelle Begegnungen.