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Blick nach vorne

Außenminister Omans: Politiker müssen kommende Generationen im Blick haben

Im Rahmen seiner Omanreise war Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July bei Youssef bin Alawi, Außenminister des Omans, eingeladen. Dieser hat die Führer der Welt dazu aufgerufen, stärker in der Zukunft als in der Vergangenheit zu leben. So ließe sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lösen, wenn die Verantwortlichen mehr die kommenden Generationen im Blick hätten, sagte der Minister am Montag, 4. März, in Maskat bei seiner Begegnung mit dem Landesbischof.

Den Religionen schreibt der Außenminister eine besondere Rolle in der internationalen Politik zu. Die "abrahamitische Gemeinschaft" zwischen Juden, Christen und Muslimen sei eine gute Basis, um auch auf andere Religionen zuzugehen. Diese Ansicht unterstützte der württembergische Landesbischof. Wer sich um den Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorge, müsse dabei die Religionen mit einbeziehen, sagte July. 

Yousuf bin Alawi forderte zudem Visafreiheit für omanische Staatsbürger in der EU. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate ohne Visum in die EU einreisen könnten, Omanis dagegen nicht. Außerdem wünschte sich der Außenminister mehr deutsche Investoren in seinem Land. 

Der Religionsminister des Oman, Scheich Abdullah bin Mohammed al Salimi, sieht den Oman als Modellstaat für Toleranz und interreligiösen Frieden. In seinem Land sei auch der Religionswechsel möglich. So gebe es einige Omanis, die zum Katholizismus übergetreten seien, sagte der Minister. Die Gesetze des Landes schützten alle Bürger, nicht nur die Muslime. 

Im Oman mit seinen mehr als vier Millionen Einwohnern herrscht die islamische Richtung der Ibaditen. Der Staat ist eine absolute Monarchie, Parteien sind nicht erlaubt. Seit 1970 wird er von Sultan Qabus bin Said regiert, der den Oman wirtschaftlich modernisiert hat, ohne die Stammestraditionen zu zerstören. Für Christen gibt es im Land inzwischen vier kirchliche Zentren, wo alle Konfessionen auf demselben Gelände ihren Aktivitäten nachgehen können.


Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)