Stuttgart. Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) sucht Kirchengemeinden, die Glocken abzugeben haben. Empfänger: Gemeinden der reformierten Kirche von Transkarpatien/Westukraine, die aktuell keine Glocken mehr haben.
„Die Gemeinden der ungarisch-reformierten Kirchen führen ihr Gemeindeleben in großer Treue weiter - auch unter Kriegsbedingungen“, sagt Ulrich Hirsch, Projektleiter GAW-Hilfstransporte Osteuropa/Ukraine. Deshalb sei „die Sehnsucht nach Glocken, die zum Gebet und Gottesdienst rufen, die Tagzeiten durch Glockenschläge und Tagzeitläuten anzeigen, aber auch zum Frieden mahnen, ungebrochen“.
Der Grund für den Glockenmangel liegt darin, dass zahlreiche ältere Glocken beschädigt und unbrauchbar geworden sind, die Ukraine aber über keine Glockenherstellung verfügt. Auch scheidet eine selbständige Finanzierung von Glocken durch die dortigen Minderheitsgemeinden aufgrund der äußerst geringen Budgets aus.
Vor diesem Hintergrund wandte sich der Partner des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) in der Ukraine, Pfarrer Péter Szeghljánik, an Ulrich Hirsch. Er erläuterte dem Projektleiter der GAW-Ukrainehilfe, dass mindestens fünf Glocken für verschiedene Kirchen in der Westukraine dringend gesucht werden. Dies unterstrich auch der in Berehowe (Beregszász) residierende Sándor Zán Fábián, Bischof der Reformierten Kirche in Transkarpatien (Kárpátaljai Református Egyház) und Vorgesetzter des GAW-Partners in den Unterkarpaten. Diese Minderheitskirche, zugleich Partnerkirche des GAW in der Ukraine, umfasst in 108 Gemeinden etwa 52.000 Gemeindeglieder, 76 Pfarrer und Pfarrerinnen, 126 Katecheten, drei Missionare, über 110 Kantoren und 44 Theologiestudierende.
Das GAW Württemberg sucht nun in ganz Deutschland nach Kirchengemeinden, die bereit sind, etwa wegen Aufgabe ihrer Gebäude über eine kostenlose Abgabe von Glocken zu sprechen. Auch die Glockensachverständigen der Kirchen sind einbezogen. Ebenso wären Glocken-Patenschaften von deutschen Kirchengemeinden mit Kirchengemeinden in der Westukraine denkbar.
Ulrich Hirsch sagt: „Es wäre ein eindrückliches Zeichen, wenn Glocken aus dem seit 81 Jahren friedlichen Deutschland im Kriegsland Ukraine endlich den ersehnten Frieden einläuten würden“.
Hinweise, Informationen und Spenden, besonders auch für diesen Zweck nehmen Ulrich Hirsch und das GAW entgegen: Tel. 0151/1881 6126 oder hirschulrich@
Dan Peter
Sprecher der Landeskirche