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Waldensersonntag – Gottesdienst und Podiumsdiskussion mit Landesbischof Frank Otfried July

Württembergische Christen erinnern an den 300. Todestag Henri Arnauds

Stuttgart. Reformer im Fokus: Mit dem Waldensersonntag erinnern evangelische Christen aus Württemberg an diesem Wochenende an den 300. Todestag Henri Arnauds (15.07.1643 – 08.09.1721). Auch in Stuttgart wird am Sonntag, 19. September, des bedeutenden Pfarrers und Oberst der Waldenser gedacht. Mit einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche, einer Podiumsdiskussion sowie Führungen durch die Waldenser-Sonderausstellung im „bibliorama – das bibelmuseum stuttgart“ finden in der Landeshauptstadt die Hauptveranstaltungen zum Waldensersonntag statt.

„Diese kleine Gruppe mutiger Christen hat uns über die Jahrhunderte vieles gelehrt - und tut es noch. Die Waldenser haben das Licht Gottes selbst in tiefer Dunkelheit leuchten lassen und gezeigt, was Hoffnung, Mut und Beständigkeit bewirken. So wächst die Waldenserkirche in Italien. Sie wächst auch deshalb, weil sie offen ist für Menschen, die vertrieben, ausgestoßen, verfolgt und gequält wurden wie einst sie selbst. Mit ihrem Engagement strahlen die Waldenser in die Gesellschaft aus – und sind damit auch für uns ein Leitlicht.“

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July, Evangelische Landeskirche in Württemberg

Die Waldenser gehen auf den Lyoner Kaufmann Waldes zurück, der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Teile der Bibel in die Volkssprache übersetzen ließ. Er und seine Gefolgsleute nannten sich „die Armen Christi“. Sie wurden von der Inquisition als Ketzer verurteilt und jahrhundertelang blutig verfolgt. 1699 mussten mehrere Tausend Waldenser ihre Heimat - das heutige Piemont - verlassen. Pfarrer Henri Arnaud brachte die Glaubensflüchtlinge unter anderem nach Württemberg. Dort gründeten sie - wie in Baden und Hessen - eigene Kolonien.

1823 sind die waldensischen Gemeinden in die Landeskirche integriert worden. Seit 1936 pflegt die Deutsche Waldenservereinigung die Beziehungen der Nachkommen der Waldenser untereinander sowie zu den Waldenserkirchen außerhalb Deutschlands und unterstützt deren Arbeit. Ziel ist, die Anliegen der Waldenser nachhaltig lebendig zu erhalten. Zu den Mitgliedern gehören viele Menschen, die selbst keine Nachfahren der deutschen Waldenser sind.

„Die Waldenser – die einzige, heute noch existierende vorreformatorische Glaubensbewegung (1174) –  bezeichne ich gerne als die 'Mutter des Protestantismus'. Sie haben sich unter anderem von Anfang an für die Glaubensfreiheit eingesetzt. Die Bibel ist für sie die einzige und höchste Autorität. Waldenser zu sein ist keine Frage der Geburt sondern ein Glaubensbekenntnis.”

Dorothea Vinçon, Präsidentin der Deutschen Waldenservereinigung

Der Waldensergottesdienst mit Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July (Predigt) und Alessandra Trotta, Moderatorin der Waldenserkirche in Italien, findet um 10:00 Uhr in der Stiftskirche, Stiftstraße 12 in Stuttgart, statt. Beteiligt sind auch Dorothea Vinçon, Präsidentin der Deutschen Waldenservereinigung (Schönenberg), und Pfarrer Markus Epting (Ötisheim-Schönenberg). Der Gottesdienst ist öffentlich und kann ohne Voranmeldung besucht werden. Es gelten die aktuellen Hygienebestimmungen vor Ort. Der Gottesdienst wird auch im Livestream übertragen und kann unter dem YouTube-Link: www.youtube.com/watch mitverfolgt werden.

„In einer schroffen und kargen Berglandschaft kann der Weg dieser europäischen, vorreformatorischen Glaubensbewegung im bibliorama nachvollzogen werden. Die Waldenser wollten selber die Bibel in ihrer Muttersprache lesen, im Sinne der Bergpredigt leben und frei predigen. Deswegen wurden sie immer wieder verfolgt.“

Franziska Stocker-Schwarz, Direktorin des bibliorama

Im Anschluss an den Gottesdienst findet im bibliorama, Büchsenstraße 37 in Stuttgart, von 11:30 Uhr an eine Podiumsdiskussion mit Frank Otfried July und Alessandra Trotta statt. Unter dem Motto „Wieviel Kirche braucht die Welt?“ geht es um das Selbstverständnis der Kirche sowie um die Frage, welche Rolle Kirche heute in Politik und Gesellschaft einnimmt und was eine Volkskirche in Deutschland von einer Minderheitenkirche in Italien unterscheidet. Moderieren wird Franziska Stocker Schwarz, Direktorin des bibliorama.

Die Podiumsdiskussion wird im Livestream übertragen und kann unter dem YouTube-Link: https://youtu.be/rSLffD0D60A live mitverfolgt werden.

Die Führungen um 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr durch die Waldenser-Sonderausstellung des bibliorama „Licht leuchtet...“ ist öffentlich, die Anzahl der Plätze begrenzt. Die Anmeldung ist bis zum 16. September möglich. Anmeldung bitte per E-Mail an info@bibelmuseum-stuttgart.de . Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weiterführende Links zu Veranstaltungen und Ausstellungen rund um das Thema Waldenser in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unter https://www.bibelmuseum-stuttgart.de und https://waldenser.de .

 


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27.03.2018

Landesbischof Frank Otfried July

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14.09.2021

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Franziska Stocker-Schwarz, Direktorin des bibliorama Stuttgart
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14.09.2021

Franziska Stocker-Schwarz, Direktorin des bibliorama Stuttgart

Dorothea Vincon, Praesidentin der deutschen Waldenservereinigung
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14.09.2021

Dorothea Vincon, Praesidentin der deutschen Waldenservereinigung