Meinungsstarker Brückenbauer, begnadeter Prediger und engagierter Ehrenamtlicher: Am 23. Oktober wird der frühere Heilbronner Prälat Paul Dieterich 85 Jahre alt.

Ab 1999 führte Paul Dieterich dann sieben Jahre lang als Regionalbischof die Prälatur Heilbronn und zeigte sich in dieser Arbeit als meinungsfreudiger Geistlicher, der sich intensiv in gesellschaftliche Debatten einbrachte. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl würdigt Dieterich so: „Paul Dieterich ist ein umfassend gebildeter, tiefgegründeter Theologe mit einem weiten Herz für die Menschen.“
Dieterich scheute keine Auseinandersetzung im Dienst seiner christlichen Überzeugungen. Früh setzte er sich zum Beispiel als Dekan von Schwäbisch-Hall aus geistlicher Verantwortung heraus für jüdische Flüchtlinge aus der Sowjetunion ein, die in den 1990er Jahren nach Deutschland kamen. Dass er dafür auch angefeindet wurde, konnte ihn nicht davon abbringen.
Nach der Wehrdienstverweigerung und dem Theologiestudium arbeitete Dieterich zunächst als Pfarrer in Aichtal-Grötzingen, an der Stadtkirche Ravensburg und am Ulmer Münster. Hier konnte er als Geschäftsführer des Hauses der Begegnung in den 80er Jahren Erwachsenenbildung auf höchstem Niveau mit Wirkung weit über die Stadtgrenzen hinaus gestalten und die Debattenkultur in der Region prägen.
Seinen Ruhestand verbringt Paul Dieterich in Weilheim an der Teck und ist weiterhin kirchlich aktiv.
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