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„Als Christen können wir nicht tatenlos zusehen“

Ökumenischer Advents-Eröffnungsgottesdienst in Ludwigsburg

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche in Ludwigsburg haben Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und Bischof Dr. Gebhard Fürst am Samstag, 27. November, gemeinsam die Adventszeit eröffnet. Der Gottesdienst fand in eingeschränkter Form unter Corona-Bedingungen statt.

„Wir öffnen im Advent neue Perspektiven und zünden Lichter an“, so Landesbischof July in seiner Predigt. EMH/Gottfried Stoppel

Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July erinnerte daran, dass die Adventszeit Öffnung bedeute: „Wir öffnen im Advent die Türen für den Weg zum Christfest. Wir öffnen im Advent neue Perspektiven und zünden Lichter an. Wegweisung ist das gerade in diesen Zeiten“, in denen viele äußere Türen wieder geschlossen würden und für viele Menschen die Perspektiven wieder enger und bedrohlicher würden. Advent 2021 sei eine Zeit der neuen Orientierung, „auf Jesus Christus, der unseren Blick weitet und uns am Christfest Weite und neue Freiheit schenkt.“

Bischof Dr. Gebhard Fürst verwies in seiner Predigt auf die derzeitige Spaltung der Gesellschaft: „Die einen trauen sich nicht mehr auf die Straße, in der berechtigten Sorge, schwer an Corona zu erkranken. Andere verweigern die Impfung und nehmen nicht nur das Risiko in Kauf, selbst zu erkranken. Den eigentlichen Schaden fügen Sie damit den Schwächsten zu.“  

Mehr als 100.000 Menschen seien bereits in Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben und hinzu kämen die Unzähligen, die ihr Leben verloren haben, weil ihnen aufgrund der Überlastung des Gesundheitssystems keine adäquate Behandlung zuteilwurde. „Menschen, die versuchen, in den Kliniken Leben zu retten, und unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Trost und Hoffnung spenden sollten, sind erschöpft; sie können nicht mehr. Auch sie sind Opfer der Pandemie, ebenso wie die Menschen, die vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen, die Kinder, denen die Unvernünftigen und Uneinsichtigen eine unbeschwerte Kindheit rauben, und die alten Menschen, denen sie die letzten Jahre nehmen. Und ebenso die Menschen, die in Ländern leben, die keinen Zugang zu Impfstoffen haben“, sagte Bischof Dr. Fürst.

„Als Christen können wir nicht tatenlos zusehen. Querdenkern kann unser ‚Hosanna‘ nicht gelten. Gibt es ein besseres Argument für Achtsamkeit und die Impfung als die Liebe zu unseren Mitmenschen?“, hielt er fest und fuhr fort: „Egoismen haben im Reich des sanftmütigen Königs Jesus Christus keinen Platz! Denn das egoistische Nein ist letztendlich ein Nein gegen das Leben! Öffnen wir dem König, der unsere Gerechtigkeit ist, der mit jedem Kranken mitleidet, die Herzen. Leben und handeln wir so, auch gerade in der Pandemie, damit möglichst alle Menschen eine hoffnungsvolle Zukunft haben. Dann wird Gottes Reich Wirklichkeit!“


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