„Wege des Friedens gehen“

Gemeinsames Wort der Bischöfe zum Weltflüchtlingstag

Stuttgart/Freiburg. Zum Weltflüchtlingstag am Samstag (20.06.) haben Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Erzbischof Stephan Burger vom Erzbistum Freiburg in einem gemeinsamen Wort dazu ermutigt, „Wege des Friedens zu gehen“.

Sie weisen darauf hin, dass das Elend der geflüchteten Menschen in diesem Jahr verdeckt werde durch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie. So treffe das Virus alle, „aber die Ärmsten der Armen ganz besonders. Menschen auf der Flucht und Geflüchtete gehören zu ihnen. Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni gibt uns die Möglichkeit, für diese Not Gehör zu finden.“

An diesem Tag werde „zum einen an Millionen Vertriebene und Flüchtlinge, die durch die Folgen des 2. Weltkriegs vor 75 Jahren unvorstellbares Leid erlitten haben“, erinnert. Dabei unterstrichen die beiden Bischöfe die Wichtigkeit des dafür im Verlauf der jüngeren Geschichte entstandenen Bewusstseins in der Gesellschaft: „Wir danken für den Beitrag dieser Menschen zum Gelingen unseres Zusammenlebens nach innen und zur Aussöhnung und zum Frieden mit den Nachbarländern. Für 75 Jahre Frieden in Mittel- und Westeuropa haben wir ihnen viel zu danken. Sie haben unsere Kultur bereichert und gezeigt, dass Integration gelingen kann.“

„Menschenwürde ist unteilbar und gilt jedem Menschen“

Weiter betonten die Bischöfe in ihrem Schreiben, dass der Weltflüchtlingstag sowohl Tag der Erinnerung als auch der Konfrontation sei: So sind in den letzten Jahrzehnten durch Kriege und Armut immer wieder Menschen aus ihrer Heimat auf dem Balkan, aus dem Nahen Osten und aus Afrika vertrieben worden. Zuflucht und Sicherheit suchen sie in den Ländern der Europäischen Union. „Als Kirchen beklagen wir, dass Geflüchtete oft zum Spielball gemacht werden und einzelne Länder sich ihrer Verpflichtungen zur Hilfe entziehen. Es braucht einen europäischen Gemeinsinn“, unterstrichen sie. So leisten die christlichen Kirchen „mit ihren Netzwerken einen erheblichen Beitrag, den Grundwert der Menschenwürde zu stärken. Die Menschenwürde ist unteilbar und gilt jedem Menschen.“

 

Oliver Hoesch
Sprecher der Landeskirche

 

Hinweise:
Der ökumenische Gottesdienst, den die beiden Bischöfe für die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg am 20. Juni halten wollten, muss Corona-bedingt entfallen.
Eine gleichlautende Pressemitteilung versendet heute auch die Erzdiözese Freiburg. Mehrfachsendungen bitten wir zu entschuldigen.


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18.06.2020

Gemeinsames Wort von Erzbischof Burger und Landesbischof Dr. h.c. July zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2020