„Täter des Worts“

Landesbischof July zeichnet Reinhold Bauer mit der silbernen Brenz-Medaille aus

Der Mesner Reinhold Bauer hat am Montag, 20 Mai, die Brenz-Medaille in Silber für seine Verdienste um den Evangelischen Mesnerbund Württemberg erhalten. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July übergab die Medaille beim 70. Landesmesnertag in Nürtingen.

Der Landesbischof würdigte Bauer als eine Persönlichkeit „mit großen Gaben, vielfältigen Erfahrungen im kommunalen Bereich, hoher Musikalität und einem guten Gespür für Theologie und Liturgie und nicht zuletzt mit einer wohltuenden Bescheidenheit und Bodenständigkeit“; damit habe Bauer den Mesnerbund entscheidend geprägt, den er bereits seit 2002 führt. Während des Landesmesnertags, der gleichzeitig als Hauptversammlung des eingetragenen Vereins „Mesnerbund“ gilt, wird er am heutigen Montag den Vorsitz abgeben.

Während mehr als 60 Fortbildungstagungen und mindestens ebenso vielen Lehrgängen habe er verantwortlich mitgewirkt und verständlich gemacht, dass der „Mesnerberuf nicht als irgendein Job, sondern als kirchliches Amt zu sehen ist.“ Mit der Auszeichnung für den in Ammerbuch lebenden und wirkenden Bauer will der Landesbischof auch die Bedeutung der Mesner hervorheben, denn sie sind für die Kirchengemeinden „Täter des Wortes“.

Reinhold Bauer wurde vor 68 Jahren in eine Landwirts-Familie hineingeboren und übernahm später als landwirtschaftlicher Meister das bäuerliche Anwesen seiner Eltern. Seine große Leidenschaft galt aber stets der Musik: Mehr als 40 Jahre lang leitete er den Kirchenchor und spielte Orgel. Seit 1986 ist er zudem Mesner in der Michaeliskirche in Ammerbuch-Entrigen.

Seit 1989 arbeitet Bauer im Mesnerbund-Ausschuss und wurde im Jahr 2002 gewählt als kommissarischer 1. Vorstand des Evangelischen Mesnerbundes Württembergs. Seit 2004 war er „ordentlicher“ 1. Vorstand im württembergischen Mesnerbund. 

Auch kommunalpolitisch war der 68-Jährige jahrzehntelang aktiv: Fast 40 Jahre saß er im Orts- und Gemeinderat. Bis zu seinem Ausscheiden 2018 war er stellvertretender Bürgermeister und Ortsvorsteher; 2014 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz. 

Hintergrund

Mesnerinnen und Mesner sind verantwortlich für die Pflege und Erhaltung der kirchlichen Gebäude.

Sie bereiten die Gottesdienste vor, indem sie für gut gelüftete und angemessen geheizte Kirchen sorgen. Sie läuten die Glocken und pflegen die Altar- und Kanzelbehänge (Paramente). Sie kümmern sich um den Blumenschmuck und tragen so zur Ausstrahlung kirchlicher Gebäude und der Gottesdienste bei.

Die Johannes-Brenz-Medaille der württembergischen Landeskirche wurde zum ersten Mal 1992 verliehen. Landesbischof Theo Sorg würdigte damit die Verdienste des damaligen Erzbischofs von Canterbury, Dr. George Carey. Seitdem verleihen die Bischöfe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg die nach dem württembergischen Reformator Johannes Brenz benannte Medaille. Sie gibt es in Silber und in Bronze. Die Brenz-Medaille in Silber ist die höchste Auszeichnung der Landeskirche. Die bronzene Medaille ist Geschenk und Ehrengabe für langjährig ehrenamtlich Engagierte.

Oliver Hoesch
Sprecher der Landeskirche

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20.05.2019

Reinhold Bauer erhält silberne Brenz-Medaille
Reinhold Bauer mit Hostiendose in der Entringener Michaelskirche.