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Neuer Regionalbischof in Heilbronn

Stumpf geht in Ruhestand - Albrecht folgt als Prälat

Der Heilbronner Prälat Harald Stumpf (l.) geht zum 1. Juli in den Ruhestand; sein Nachfolger wird der bisherige Nagolder Dekan Ralf Albrecht.Gottfried Stoppel (Stumpf)/privat

Heilbronn/Nagold. Die Prälatur Heilbronn bekommt im Sommer einen neuen Regionalbischof: Amtsinhaber Harald Stumpf (62) geht aus gesundheitlichen Gründen zum 1. Juli in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger hat der Landeskirchenausschuss den derzeitigen Dekan von Nagold, Ralf Albrecht (55), gewählt.

„Ich habe dieses Amt sehr gerne und mit Freude gelebt“, sagte der scheidende Prälat Harald Stumpf; seit 2012 ist er Regionalbischof in Heilbronn. Doch „inzwischen sind gesundheitliche Einschränkungen eine Bürde, die mich das Amt nicht mehr mit voller Kraft ausfüllen lassen“. Deshalb habe er um seinen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juli gebeten.

Der Heilbronner Prälat Harald Stumpf geht zum 1. Juli vorzeitig in den Ruhestand.Gottfried Stoppel/EMH

Nach seiner Wahl zum Heilbronner Prälaten im April 2011 war Stumpf an einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung erkrankt.

Der 1958 in Meckenbeuren am Bodensee geborene Vater von vier Kindern war vor Antritt seines Prälatenamts seit 2006 Dekan in Freudenstadt, zuvor persönlicher Referent des Landesbischofs und Leiter des Bischofsbüros.

Vorsitzender der „Lebendigen Gemeinde“

Zum Nachfolger Stumpfs hat der Landeskirchenausschuss den Nagolder Dekan Ralf Albrecht gewählt. Der gebürtige Stuttgarter ist seit 2007 Dekan; er war zuvor zehn Jahre lang Gemeindepfarrer in Rielingshausen (Dekanat Marbach) und von 1994 bis 1997 Studienassistent im Tübinger Albrecht-Bengel-Haus.

Ralf Albrecht, seit 2007 Dekan in Nagold, wird am 1. Juli neuer Prälat in Heilbronn.privat

Albrecht ist Mitglied der 15. Landessynode und wurde bei der Kirchenwahl im Dezember auch in die 16. Synode gewählt. Seit 2008 ist er zudem Vorsitzender der pietistischen „Christusbewegung Lebendige Gemeinde“.

„Ich freue mich sehr darauf, als Prälat in besonderer Verantwortung das Evangelium von Jesus Christus in der Öffentlichkeit einladend weiterzugeben und zukunftsfähige Kirche mit zu gestalten“, sagte er nach seiner Wahl durch den Landeskirchenausschuss.

Der künftige Regionalbischof ist verheiratet mit Pfarrerin Christa Albrecht; das Paar hat drei Kinder im Alter von 21, 18 und 14 Jahren.

Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July.EMH/Gottfried Stoppel

„Viel Erfahrung in Gemeindearbeit“

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July freut sich, „dass wir mit Ralf Albrecht einen profilierten Dekan und Synodalen zum Prälaten in Heilbronn bestimmt haben, der auch viel Erfahrung in Gemeindearbeit, strukturellen sowie Leitungsaufgaben mitbringt. Außerdem ist mir wichtig, in dieser besonderen Situation einen nahtlosen Übergang in der Prälatur Heilbronn gewährleisten zu können“.

Dem scheidenden Prälaten Stumpf dankte July „herzlich für seinen Dienst in der Prälatur Heilbronn in den letzten Jahren". Stumpf habe „trotz einiger gesundheitlicher Belastungen und Rückschlägen mit Engagement seine Aufgaben wahrgenommen". Dabei habe ihm besonders am Herzen gelegen, „dass die Kirche mit verschiedenen Milieus ins Gespräch kommt und direkt auf die Menschen zugeht, etwa bei ‚Kirche auf der BUGA‘ oder ‚Kirche an der Hochschule‘“.


Zur Prälatur Heilbronn zählen rund eine halbe Million Evangelische in den Kirchenbezirken Backnang, Blaufelden, Brackenheim, Crailsheim, Gaildorf und Heilbronn. Ebenso in den Kirchenbezirken Künzelsau, Mühlacker, Öhringen, Schorndorf und Schwäbisch Hall, Waiblingen, Weikersheim und Weinsberg-Neuenstadt. Die größte Diakonische Bezirksstelle sowie verschiedene diakonische Einrichtungen, Heime und Krankenhäuser gehören zu dieser Prälatur. Außerdem ist in Waldenburg-Hohebuch mit der Ländlichen Heimvolkshochschule die zentrale Bildungsstätte der Bauernarbeit der Landeskirche angesiedelt. Zu den Aufgaben einer Prälatin oder eines Prälaten gehören Visitationen der Dekanatämter und Kirchenbezirke, die seelsorgerliche Betreuung von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie die Mitwirkung bei der Wiederbesetzung von Gemeindepfarrstellen. Außerdem nehmen sie mit Stimmrecht an den wöchentlichen Sitzungen des Kollegiums des Oberkirchenrats teil.