Fachtag Aufarbeitung am 23. November 2026

Sexualisierte Gewalt verstehen, benennen und Verantwortung übernehmen

Im Rahmen dieses Fachtags am 23. November im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart beleuchten ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Betroffenenvertretung und Aufarbeitungskommissionen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Sexualisierte Gewalt. Sie geben Antworten, Impulse und Denkanstöße zu zentralen Fragen der Aufarbeitung und ihrer Bedeutung für Gesellschaft, Institutionen und Präventionsarbeit.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hinterlässt tiefe Spuren. Die Aufarbeitung dieses Unrechts beginnt mit den Erfahrungen der Betroffenen. Ihre Berichte machen sichtbar, welches Ausmaß sexueller Missbrauch in unserer Gesellschaft hatte und hat, welche Folgen die Taten für die Betroffenen haben und welche Strukturen Gewalt ermöglicht oder ihre Aufdeckung verhindert haben.

Aufarbeitung bedeutet, hinzuschauen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen. Innerhalb des Prozesses soll geklärt werden, warum sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen häufig verschwiegen, vertuscht oder nicht ernst genommen wurde. Gleichzeitig werden im Zuge der Aufarbeitung Wege zur Überwindung des Schweigens, der Anerkennung des Unrechts sowie zum Schutz der Betroffenen aufgezeigt.

Der Fachtag wird veranstaltet von der Fachstelle sexualisierte Gewalt der Ev. Landeskirche in Württemberg und der Fachstelle sexualisierte Gewalt des Diakonischen Werks Württemberg. Zielgruppe des Fachtags sind Einrichtungsleitungen, Dekaninnen und Dekane, Dienststellenleitungen, Referatsleitende, Archive, Betroffenenvertretung, Betroffene, Mitarbeitende aus Kirche und Diakonie.

Infos zu Kosten und Anmeldung finden Sie in folgenden PDF - Anmeldeschluss ist der 15. Oktober 2026:

Aus dem Programm:

  • Begrüßung: Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Prof. Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werk Württemberg
  • Einführung ins Thema und Zielsetzung des Tages
  • Vortrag 1: Standards guter Aufarbeitung aus Sicht der Aufarbeitungskommission des Bundes, Prof. Dr. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauch
  • Standards guter Aufarbeitung aus Sicht der Betroffenenvertretung, sowie Personen aus dem Betroffenenforum, Erwartungen an Aufarbeitung aus Sicht von Betroffenen
  • Vortrag 2: Aufarbeitung: Wie kann Opfern sexualisierter Gewalt in umfassendem Sinne Gerechtigkeit widerfahren? Welchen Beitrag möchte und kann die URAK leisten?, Prof. Dr. Andreas Kruse
  • Vortrag 3:„Sensible Dialoge: Wie partizipative Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gelingen kann“, Jörg Sommer
  • Vortrag 4: „Voraussetzungen, die zum Gelingen von einrichtungsbezogenen Aufarbeitungsprozessen beitragen“, Dr. Sebastian Wenger
  • Ausblick: Fragen an Vertreterinnen und Vertreter der Betroffenenvertretung Württemberg 

Referentinnen und Referenten

  • Betroffene aus Landeskirche und Diakonie, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Betroffenenvertretung Württemberg
  • Prof. Dr. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Professorin für Soziale Arbeit an der Fakultät für Soziale Arbeit, Bildung und Pflege der Hochschule Esslingen
  • Prof Dr. Andreas Kruse, Vorsitzender der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) des Verbunds Württemberg, Seniorprofessor distinctus der Universität Heidelberg
  • Jörg Sommer, Direktor des Berlin Instituts für Partizipation 
  • Dr. Sebastian Wenger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin (Bosch Health Campus) in Stuttgart

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