| Gesellschaft

Pfarrer und Imame am Ball

Württemberger Pfarrer und Imame gegen Pfarrer und Imame aus Baden, dazu als Schiedsrichter der Landesrabbiner Netanel Wurmser: Zu dieser außergewöhnlichen Konstellation kam es direkt nach den Osterfeiertagen.

Im Rahmen der Sportgesundheitskampagne „Jumanastics – Muslime treiben Sport“ entwickelten muslimische Jugendliche die Idee, mit Hilfe des Fußballs Begegnungen zu  ermöglichen. Auch Stadtdekan Søren Schwesig und Dekan Eckart Schultz-Berg aus Bad Cannstatt kickten mit und waren für das Württemberger Team im Tor beziehungsweise in der Abwehr im Einsatz.

Die beiden unterstützten die Aktion sehr gerne.  „Unter dem Eindruck dieser Ereignisse der vergangenen Tage in Brüssel und Lahore finde ich das hier ein ganz tolles Zeichen. Es wirkt motivierend für die weitere Arbeit“, sagte Stadtdekan Søren Schwesig. „Der Sport verbindet und schafft gute Möglichkeiten, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Eckart Schultz-Berg. 

Ali Ipek von Ditib, Verein Türkisch-Islamische Gemeinde zu Stuttgart, hatte im Vorfeld die Jugendlichen in Gesprächsrunden zusammengebracht. „Solche Aktionen wie hier brauchen wir noch mehr, damit wir ein friedliches Zusammenleben ermöglichen können“, betonte er. „Zum ersten Mal bete ich von einem Sportplatz aus“, erläuterte Netanel Wurmser schmunzelnd im Rahmen des gemeinsamen Abschlussgebetes. „Es ist gut, dass man sich über den Sport näher kommt“, lobte er. 

Und wie verlief überhaupt das Spiel? Die Württemberger legten bereits nach zwei Minuten das erste Tor vor, und bis zum 5:1 konnten sie ihren Vorsprung immer weiter ausbauen. Dann aber erwachte die badische Mannschaft und holte kontinuierlich auf. Das Endergebnis war dann irgendwie im Sinne aller: mit einem Unentschieden, 5:5, liefen schließlich alle hochzufrieden vom Platz. Denn gewonnen hatte das friedliche Miteinander.