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Gegen Rassismus und Gewalt

Kirchen rufen zur Teilnahme an der Kundgebung am 16. Januar in Stuttgart auf

Die vier Bischöfe der großen Kirchen in Baden-Württemberg rufen die Menschen zur Beteiligung an der Kundgebung am 16. Januar 2016 in Stuttgart auf. „Wir sind die Vielen, die zusammenhalten gegen Rassismus und Gewalt in unserem Land“ – unter diesem Leitwort werben auch die evangelischen Landesbischöfe Frank Otfried July (Württemberg) und Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) sowie Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg) und Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) für die Kundgebung in der Landeshauptstadt.

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© epd-Bild - Meike Böschemeyer

In einer dazu am Montag (11.1.) verbreiteten Erklärung der christlichen Kirchen verweist der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July auf die vielen Fluchtgeschichten in der Bibel: „Wir lernen daraus: Wenn Menschen fliehen, um ihr Leben zu retten, wenn sie beschimpft und bedroht werden, wenn Flüchtlingsunterkünfte brennen, dann gibt es für Christen nur einen Platz: den an der Seite der bedrohten Menschen und derer, die ihnen beistehen. Deshalb ist die evangelische Kirche am 16. Januar dabei - und ich lade alle ein: Kommt nach Stuttgart!“

Der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, Stephan Burger, betont: „Wir werben für Nächstenliebe und Solidarität mit allen Menschen in Not, die bei uns Zuflucht suchen. Wir wissen, dass unserer Gesellschaft Bewährungsproben bevorstehen. Gerade deshalb müssen wir zusammenhalten und engagiert bleiben: für eine gerechtere Welt, in der alle Menschen das Nötigste zum Leben haben und vor Krieg und Gewalt geschützt sind. Wenn wir Flüchtlinge willkommen heißen, geben wir nicht unsere christliche Kultur auf, sondern wir füllen sie mit Leben!“

„Respektvolle Aufnahme von Flüchtlingen ist Kern des Glaubens“

Ein breites, landesweites Bündnis aus Gewerkschaften, den Arbeitgebern, den evangelischen und katholischen Kirchen, Parteien, Sportverbänden, Sozial- und Naturschutzorganisationen, politischen Stiftungen und der Zivilgesellschaft will dort ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen. An die 70 Organisationen haben sich in dem Bündnis zusammengetan. Kern des Bündnisses sind der DGB Bezirk Baden-Württemberg, die Arbeitgeber Baden-Württemberg, die evangelischen Landeskirchen, die beiden katholischen Diözesen und der Landesfrauenrat. Der badische Landesbischof Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh erklärt: „Die respektvolle und freundliche Aufnahme von Flüchtlingen ist ein Kern des christlichen Glaubens. Deshalb setzen wir uns für eine offene und tolerante Gesellschaft ein und wehren uns gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit.“ Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, bekräftigt: „Wir stehen als Kirche für eine fremdenfreundliche Gesellschaft, in der Fremdenfeindlichkeit keinen Platz hat. In der gegenwärtigen Situation, in der Deutschland kulturell und religiös vielfältiger wird, kann Religion zur Kraft der Versöhnung zwischen unterschiedlichen Kulturen werden."

Bündnis: „Hinter verschlossenen Türen können wir nichts ausrichten“

Auch in Baden-Württemberg engagieren sich die Kirchen bereits seit Jahren für die Hilfe und Integration von Flüchtlingen. Viele Hilfsprojekte laufen in guter ökumenischer Kooperation. Deshalb rufen die Kirchen nun auch zusammen zur Kundgebung auf, damit möglichst Viele zusammenhalten gegen Rassismus und Gewalt: „Denn hinter verschlossenen Türen und in aller Stille können wir nichts ausrichten.“ In dem Aufruf des Bündnisses heißt es wörtlich: „Wir sind die Sehnsüchtigen. Uns eint ungeachtet unserer Lebensgeschichte die Sehnsucht nach Frieden, Sicherheit und Gemeinschaft.“ Die Herausforderungen unserer Zeit und der Zukunft könnten und müssten gemeinsam gelöst werden: „In dieser Zukunft leben wir an einem Ort, an dem Menschlichkeit und Gleichheit keine Grenzen kennen.“

Die Kundgebung ist am Samstag, 16. Januar 2016, von 11.00 bis 13.00 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

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