Statt Gold, Weihrauch und Myrrhe
Was würde Jesus heute von uns bekommen?
An Epiphanias (6. Januar) wird die Erscheinung der Göttlichkeit (Epiphanie) Jesu Christi gefeiert. Heutzutage hat sich die Dreikönigslegende in den Vordergrund geschoben. Nach biblischer Überlieferung kamen Weise aus dem Morgenland zu Jesus und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe, damals wertvolle Geschenke.Drei Pfarrerinnen und ein Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sagen, was sie Jesus mitbringen würden, wenn sie der vierte König oder die vierte Königin wären.

Lucie Panzer, Rundfunkpfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg:
Ich würde ihm ein Handy mitbringen. Weil ich finde, in einer Zeit wo Leute so viel unterwegs und mobil sind, ist es für jedes Kind und jeden Erwachsenen wichtig, dass man seine Freunde erreichen oder jemanden finden kann, mit dem man reden kann. Weil das gut tut und weil man sich dann nicht so allein fühlt.

Charlotte Sander, Pfarrerin in Stuttgart-Mühlhausen:
Ich würde dem Jesuskind eine Katze schenken. Es hätte einen Spielkameraden für fröhliche Stunden, könnte aber auch Tränen in ein weiches Fell laufen lassen und bekäme nie wieder kalte Füße. Darüber hinaus hielte sie die Mäuse von Marias spärlichen Mehlvorrat fern und der Familie würde in Ägypten von vorneherein ein freundliches Willkommen beschert, denn dort galten Katzen als heilig. Das Leben ist kostbarer als alles Gold der Welt und so steht die Katze auch für alle Geschöpfe unserer Erde, für die stumme Kreatur, die unter Gottes Obhut steht und uns zur Pflege anvertraut ist.

Dorothea Margenfeld, ehemalige Prälatin in Ludwigsburg:
Ich würde dem Kind in Bethlehem das Heft mitbringen, in das eine Frau aus Tansania ihre Lebensgeschichte geschrieben hat. In einer Schreibwerkstatt hat sie entdeckt, wie interessant ihr Leben ist - und wie wichtig! Sie hat dabei auch an die aidskranken Mütter gedacht, die in vielen Ländern Afrikas für ihre Kinder „memory books“ (Erinnerungsbücher) und „memory boxes“ (Erinnerungsschachteln) zusammenstellen. "Du Kind in der Krippe", würde ich sagen, "denk' auch du an diese Mütter und ihre Kinder!"

Martin Friz, Diakoniepfarrer i. R. und früherer Leiter der Vesperkirche Stuttgart:
Als vierter König würde ich ganz viele Menschen mitbringen, die einsam und verlassen sind. Sie würden in einem ganz langen Zug zur Krippe ziehen, damit sie sich im Licht der Krippe noch einmal neu erkennen und sich gegenseitig wahrnehmen. Dass Weihnachten wieder ein Stück Geborgenheit für sie wird und nicht nur Einsamkeit, weil andere feiern.





