Gedanken zum Buß- und Bettag
Gelassenheit und Mut
Man kann umkehren und es besser machen. Was für eine Chance!
"Da kann man nichts machen. Das ist nun mal so. So bin ich eben!" Manchmal ist es wichtig, sich abzufinden mit Dingen, die man nicht ändern kann. Manche Menschen erschöpfen sich nämlich damit, dass sie immer wieder gegen Entwicklungen anrennen, die nicht zu ändern sind. Jedenfalls nicht gleich und nicht von ihnen. "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann", gehört deshalb zu den bekanntesten Gebeten. Manchmal ist diese vermeintliche Gelassenheit aber auch einfach bloß bequem.
Manche Zustände in unserem Land sind eigentlich untragbar. Trotzdem sagen viele: "Da kann man nichts machen, anders kommt man nicht durch und alle machen es so. Also sehe ich auch zu, dass ich einen Teil meines Geldes an der Steuer vorbei auf die hohe Kante lege." Oder ein anderes Beispiel: Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist schwierig. Jeder weiß es besser, keiner nimmt ein Blatt vor den Mund. Und jeder fühlt sich im Recht. "So bin ich nun mal. Da kann man nichts machen." Inzwischen ist das Verhältnis total zerrüttet.
Der Buß- und Bettag erinnert daran, dass man so nicht weiter kommt. In der Bibel jedenfalls lese ich: Es stimmt nicht. Man kann etwas machen! Sicher nicht immer. Aber doch ganz oft. Und das Leben wird besser, wenn man sich nicht aus Bequemlichkeit mit dem abfindet, was Menschen das Leben schwer macht. Jesus hat immer wieder gesagt: "Kehrt um!" Das hat man übersetzt mit: "Tut Buße." Buße tun heißt umkehren. Kehrt um! Geht nicht weiter in die verkehrte Richtung.
Es stimmt nicht, dass der am weitesten kommt, der am meisten für sich herausholt. Es stimmt auch nicht, dass die Recht haben, die das letzte Wort behalten, weil sie mit ihrer spitzen Zunge alle wehrlos und sprachlos gemacht haben. Kehrt um, hat Jesus geraten. Versucht es anders. Und: "Glaubt an das Evangelium." Das Evangelium, die gute Nachricht ist, dass das Leben anders werden kann. Besser. Harmonischer. Friedlicher. Die Bibel ist voll von Geschichten, die zeigen: Wer wie gelähmt ist und meint, dass man nichts machen kann, nur noch dasitzen und auf irgendwas warten, der kann wieder auf die Beine kommen.
Wo Menschen bereit sind, abzugeben, da haben alle, was sie brauchen. Und wo man um Verzeihung bittet, da kann heilen, was verletzt und zerrüttet war. Menschen können umkehren. Der Buß- und Bettag erinnert in jedem Jahr daran. Und das Gebet um Gelassenheit endet nicht bei den Dingen, die ich nicht ändern kann. Sondern es heißt: "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer
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Köbi erklärt Kirche: Der Buß-und Bettag
Am kommenden Mittwoch ist in der Evangelischen Kirche ein Feiertag, nämlich der Buß- und Bettag. Eigentlich war das auch mal ein gesetzlicher Feiertag, an dem niemand arbeiten musste. 1995 hat die Politik ihn abgeschafft. Die Kirche feiert ihn aber immer noch. Aber was feiert man eigentlich am Buß- und Bettag, und überhaupt: Was ist Buße? Wieder mal ein klarer Fall für unseren rasanten Kirchenreporter KÖBI:
Weiterführende Links
www.busstag.de
Internetauftritt zum Buß- und Bettag von den Landeskirchen in Bayern und Kurhessen-Waldeck








