"Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt [...] haben."

Mit der Stuttgarter Schulderklärung vom 19. Oktober 1945 gestand die deutsche evangelische Kirche ihr Versagen im Dritten Reich ein. Dieses Eingeständnis öffnete dem deutschen Protestantismus nach dem Zweiten Weltkrieg das Tor zur weltweiten ökumenischen Zusammenarbeit.

Ende August 1945 war es dem württembergischen Landesbischof Theophil Wurm gelungen, die deutschen evangelischen Kirchen zur "Evangelischen Kirche in Deutschland" (EKiD, später EKD) zu vereinigen.

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Am 17. Oktober fand in der Stuttgarter Markuskirche ein Gottesdienst aus Anlass des ersten Treffens des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland statt. Ein Tag später wurde das Stuttgarter Schuldbekenntnis verabschiedet. © Roland Martin

Deren neu konstituierter Rat kam im Oktober 1945 zu seiner ersten ordentlichen Sitzung in Stuttgart zusammen. Diese Ratssitzung suchten Vertreter des noch im Aufbau befindlichen Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) auf, um nach dem Krieg die Beziehungen der Ökumene mit den deutschen evangelischen Kirchen wiederaufzunehmen.

Ergebnis der Zusammenkunft von Ökumene und EKD war die Stuttgarter Schulderklärung vom 19. Oktober 1945. Mit ihr gestand die deutsche evangelische Kirche ihre Schuld im Nationalsozialismus ein, was für ihre Akzeptanz unter den Kirchen weltweit von großer Bedeutung war.

    • Stuttgarter Schuldbekenntnis - 19. Oktober, 70. Jahrestag
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      19.10.2015

    • Der Wortlaut der Stuttgarter Schulderklärung
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      21.01.2016