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Zur Nahost-Tagung der Akademie Bad Boll

Die Tagung zum Nahost-Konflikt der Evangelischen Akademie Bad Boll an diesem Wochenende steht in der Kritik, hauptsächlich Israel-Kritiker der BDS-Bewegung (Boycott - Desinvest - Sanction) zu Wort kommen zu lassen. Aktivisten hatten die Landeskirche aufgefordert, die Tagung abzusagen. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July stellt klar: „Die Situation in Israel und den palästinensischen Autonomie-Gebieten erfordert kontinuierliche Arbeit an einer guten Lösung, dazu gehört, auf beiden Seiten diejenigen zu stärken, die auf geduldige Dialoge und gewaltfreie Lösungen setzen. Das Ansinnen und Vorgehen der BDS-Bewegung lehnt die Evangelische Landeskirche in Württemberg ab.“

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Evangelische Akademie Bad Boll © EABB/Giacinto Carlucci

Für die Tagung hatte die Kirchenleitung gegenüber der Akademie eine breitere Aufstellung der Diskussionsteilnehmer gefordert und unter den aktuellen Bedingungen zu einer Verschiebung geraten:

„Die Kirchenleitung sieht die Akademie als Ort des Dialogs. Zu einem echten Dialog gehört, dass gerade in schwierigen Konflikten unterschiedliche Positionen zur Sprache kommen. Angesichts des Vorwurfs der Einseitigkeit hatte die Kirchenleitung die Akademie im Vorfeld eindringlich gebeten, weitere Stimmen zu gewinnen und in den Tagungsablauf einzubauen, die eine deutlich kritischere Einstellung zur BDS-Bewegung erkennen lassen als einige der bekannt gewordenen Referenten. Die Delegitimierung Israels durch die BDS-Bewegung lehnt die evangelische Kirchenleitung eindeutig ab.

Die Akademie hat sich darum bemüht, weitere Referenten zu akquirieren. Wir nehmen zur Kenntnis, dass dies nicht gelungen ist. Die Kirchenleitung hätte es für angemessen gehalten, die Tagung zu verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt in einer breiteren Aufstellung gerade auch die Stimmen der Kritiker in die Gestaltung der Tagung einzubinden. Die Kirchenleitung respektiert die Autonomie der Evangelischen Akademie, wird aber mit Kuratorium und Akademievorstand ins Gespräch gehen.“