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„Der Einsatz dieser Waffen erfüllt mich mit großer Sorge“

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl zu der geplanten Lieferung von Streubomben in die Ukraine

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl hat zur beabsichtigten Lieferung von Streumunition durch die USA an die Ukraine Stellung genommen. Gohl betont, der Einsatz dieser international geächteten Waffen erfülle ihn mit großer Sorge. Er befürchte, „dass er zu einer weiteren Eskalation des Krieges beiträgt und am Ende weitere Menschenleben kosten wird“. Gerade, weil er weiterhin Waffenlieferungen in die Ukraine als letztes Mittel der Selbstverteidigung befürworte, lehne er den Einsatz von Streubomben ab, so Gohl. Der Schutz der Zivilbevölkerung sei für ihn ein sehr hohes Gut. Streubomben sind international geächtet, sie bergen besonders große Gefahren für die unbeteiligte Zivilbevölkerung.

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl lehnt den Einsatz von Streubomben ab.Bild: Gottfried Stoppel

Die Stellungnahme von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl im Wortlaut:

Viele Christinnen und Christen in unserem Land ringen seit Beginn des verbrecherischen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine mit der Frage, ob man Waffenlieferungen in die Ukraine ethisch rechtfertigen kann. Ohne Waffen könnte sich die Ukraine nicht selbst verteidigen und die ukrainische Zivilbevölkerung wäre den brutalen Angriffen schutzlos ausgeliefert. Daher habe ich mich für Waffenlieferungen ausgesprochen – auf der Basis des Völkerrechts, das angegriffenen Staaten das Recht auf Selbstverteidigung einräumt. Für mich ist besonders der Schutz der Zivilbevölkerung ein sehr hohes Gut. 

Nun plant die USA die Lieferung von Streubomben an die Ukraine. Russland setzt diese Waffen seit Langem ein. Deutschland hat wie über hundert andere Staaten weltweit seit 2010 den militärischen Einsatz von Streumunition geächtet. Aus gutem Grund: Die Gefahr einer Tötung von unbeteiligten Zivilisten ist sehr groß.

Der Einsatz von Streubomben mag militärisch nachvollziehbar sein. Und Deutschland kann und wird keine solchen Waffen liefern. Aber grundsätzlich erfüllt mich der Einsatz dieser Waffen mit großer Sorge. Ich befürchte, dass er zu einer weiteren Eskalation des Krieges beiträgt und am Ende weitere Menschenleben kosten wird. Gerade, weil ich auch weiterhin Waffenlieferungen in die Ukraine als letztes Mittel der Selbstverteidigung befürworte, lehne ich den Einsatz von Streubomben ab.

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl. 



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