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Landesbischof Gohl in den Vorstand der ACK Deutschland gewählt

„Die ACK hat für die ökumenische Zusammenarbeit eine wichtige Bedeutung“

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl ist heute von der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland in den Vorstand gewählt worden. Er vertritt damit die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in diesem wichtigen Gremium ökumenischer Zusammenarbeit.

Ernst-Wilhelm Gohl
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl vertritt künftig die EKD in der ACK Deutschland.Bild: Thomas Rathay

„Ich freue mich, dass die Mitgliederversammlung der ACK mich als Vertreter der EKD in ihren Vorstand gewählt hat. Gerade die ACK hat bis hin auf die Orts- und Gemeindeebene für die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen eine wichtige Bedeutung.“

Landesbischof Gohl folgt in dieser Funktion auf Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Mehr über die Mitgliederversammlung der ACK Hamburg

Neben verschiedenen weiteren Personalien beschäftigte sich die Mitgliederversammlung u.a. mit dem Ökumenischen Tag der Schöpfung 2023 und legte das Motto fest: „Damit ihr das Leben in Fülle habt“ (Joh 10,10). Weiterhin nahm sie einen ausführlichen Rückblick zur 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen entgegen und tauschte sich über ihre Auswirkungen auf die Ökumene in Deutschland aus.

Frieden ist die Grammatik der Schöpfung

Außerdem beschäftigte sich die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland in einem Studienteil mit dem Thema „Der Krieg in der Ukraine – Prüfstein für die christliche Friedensethik“. Dabei gab es zunächst thematische Impulse von PD Prof. Dr. Bernhard Koch vom Institut für Theologie und Frieden in Hamburg, PD Dr. Astrid von Schlachta von der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen in Hamburg, PD Dr. Hartwig von Schubert, ehemaliger Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, sowie von Georgios Vlantis, orthodoxer Theologe und Geschäftsführer der ACK Bayern. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass christliche Friedensethik in erster Linie beim einzelnen Menschen beginnt und damit auch jede Person zunächst Subjekt der christlichen Friedensethik ist. Die Einheit im Glauben an das Evangelium von Jesus Christus sei der Garant dafür, dass es eine christliche Friedensethik gebe. Diese Einheit gibt den Rahmen vor, in dem über die weitere konkrete Ausgestaltung diskutiert werden kann.

In der sich anschließenden Diskussion, moderiert von Kirchenrätin Charlotte Weber, kamen verschiedene Themenschwerpunkte zur Sprache. Darunter unter anderem die Frage, wie Personen und Gesellschaften Propaganda erkennen und dagegen vorgehen können. Der Grundsatz „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“ werde auch in der jetzigen Zeit beobachtet. Daher sei es ganz entscheidend, dass die Pluralität der Meinungen bewahrt werde, um so vor einseitiger Propaganda zu schützen.

Angesprochen wurde ferner, ob eine in Friedenszeiten erarbeitete Friedensethik in der aktuellen Zeit eines benachbarten Krieges noch tragfähig sei und wie sehr der Krieg in der Ukraine als Prüfstein für die bestehenden Friedenskonzepte der Kirchen und Religionen gesehen werden könnte.

Weiterhin stellten sich Fragen nach der Legitimität von militärischer Gewalt in friedensethischer Perspektive. Hier wurde auch diskutiert, wo Grenzen für Christinnen und Christen sind, sich in Militärkonflikten aktiv zu beteiligen und den Dienst an der Waffe zu leisten.

Angesichts auch der aktuellen Kriegshandlungen in Armenien betonten alle Teilnehmenden die besondere Verantwortung der Kirchen und der christlichen Botschaft für den Frieden, der die Grammatik der Schöpfung sei. Krieg laufe dem Willen Gottes zuwider. Eine konfessionalistisch geprägte Friedensethik sei nicht mehr zeitgemäß, vielmehr gehe es angesichts der aktuellen Bedrohung darum, eine gemeinsame christliche Sprache zu finden, wobei die Vielfalt der Meinungen nicht zur Beliebigkeit werden dürfe.


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