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"Alle, die auf der Flucht sind, haben dafür einen Grund"

Ines Fischer als Asylpfarrerin in der Evangelischen Prälatur Reutlingen gewählt

Pfarrerin Ines Fischer ist auf die Pfarrstelle für Asylarbeit in der Evangelischen Prälatur Reutlingen gewählt worden. Die 43-Jährige ist derzeit Gemeindepfarrerin in Mengen (Landkreis Sigmaringen).Wenn sie ihren Dienst in Reutlingen am 1. März 2016 antritt, wird dies für sie eine Rückkehr in ein vertrautes Arbeitsgebiet sein: Schon nach ihrem Vikariat war sie als Pfarrerin zur Anstellung von 2005 bis 2010 in der Reutlinger Asylarbeit tätig.

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Pfarrerin Ines Fischer ist auf die Pfarrstelle für Asylarbeit in der Evangelischen Prälatur Reutlingen gewählt worden. © EMH

Als Asylpfarrerin sei es ihr Anliegen, dass die vielen engagierten Ehrenamtlichen für ihre Arbeit gute Strukturen vorfinden, sagte Ines Fischer nach ihrer Wahl: „Ich möchte die Anliegen von Flüchtlingen und die Interessen von Ehrenamtlichen vertreten und die verschiedenen Beteiligten in der Flüchtlingsarbeit miteinander ins Gespräch bringen.“ Mit der Hälfte ihres Dienstauftrags wird Ines Fischer für die Asylarbeit im Landkreis Reutlingen zuständig sein, die andere Hälfte ist für elf weitere Kirchenbezirke in der Evangelischen Prälatur Reutlingen reserviert – das Gebiet reicht von der Region Neckar-Alb bis Neuenbürg bei Pforzheim und über den Schwarzwald bis nach Tuttlingen. Hier möchte die Asylpfarrerin „Ansprechpartnerin für die Gemeinden und Initiativen sein und zu einer guten Vernetzung der Flüchtlingsarbeit beitragen“. Neben der praktischen Arbeit hat die künftige Asylpfarrerin auch die politischen Dimensionen im Blick: „Alle Menschen, die sich auf die Flucht machen, haben dafür einen Grund. Mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen werden wir zunehmend auch auf die Ursachen gestoßen, die zu den großen Fluchtbewegungen der letzten Jahre geführt haben.“ Ines Fischer zeigte sich überzeugt: „In der Zukunft wird es notwendig sein, dieses Thema verstärkt in den Blick zu nehmen.“

Ines Fischer ist in Heidenheim geboren und hat in Tübingen, im dänischen Aarhus und in Jena Theologie studiert. Im Rahmen eines Friedensforschungsprojektes war sie danach mehrmals in Israel und Palästina. Nach ihrem Vikariat in Markgröningen war sie fünf Jahre lang Pfarrerin zur Anstellung in der Evangelischen Kontaktstelle für Asylarbeit in Reutlingen, seit 2010 ist sie Gemeindepfarrerin in Mengen-Scheer. Zu ihren Hobbies zählt sie Musik und interkulturelles Lernen auf Reisen. Außerdem ist sie eine leidenschaftliche Inline-Fahrerin.