| Landessynode

„Kommunikativ, offen, fair und transparent“

Stimmen zum 150. Bestehen der württembergischen Landessynode

Am 18. Februar 1869 tagte die Landessynode in Württemberg erstmals, damals in der Stuttgarter Schlosskirche. Das Kirchenvolk hatte sich mit seiner Forderung, angemessen gegenüber der Kirchenleitung repräsentiert zu sein, durchgesetzt. Doch wie verstehen die derzeit gewählten Synodale ihre Aufgabe heute? Hier ihre Stimmen.

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© EMH
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© EMH

Angelika Herrmann, Ludwigsburg

In der Landessynode wird durch die Synodalen der verschiedenen Gesprächskreise das breite Spektrum unseres Glaubens abgebildet. Auch dies macht die Landeskirche als Volkskirche aus. Bei der Kirchenwahl kann jedes Kirchenmitglied direkt mitbestimmen, in welche Richtung sich unsere Landeskirche bewegen soll. Jede Richtung soll so ihren Platz in unserer Landeskirche finden. Die nächste Chance zur Veränderung haben alle Kirchenmitglieder bei der Wahl am 1.Dezember 2019.
„Da ist Freiheit“ war das Motto des Reformationsjubiläums. Freiheit, die wir durch unseren Glauben an Jesus Christus erfahren. Freiheit, die ich schätze. Freiheit heißt für mich auch, anderen die gleiche Freiheit zuzugestehen. Ich wünsche der Landessynode, dass sie dies umsetzen kann.

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© Evangelisches Medienhaus Stuttgart - Gottfried Stoppel

Sabine Foth, Stuttgart

Die Synode unserer Landeskirche wird direkt von der Basis gewählt. Das ist gut so. Dadurch gewinnt Kirchenleitung einen weiteren Blick und wird Kirche über Verwaltung hinaus verantwortet. Voraussetzung ist, dass die Kirchenmitglieder ihr Wahlrecht wahrnehmen. Ich wünsche mir, dass die Landessynode von den Kirchenmitgliedern deutlicher wahrgenommen wird. Dazu gehört, dass die Landessynode ihr Ohr an den Bedürfnissen der breiten Basis hat und sich vermehrt mit gesellschaftlichen und politischen Themen aus christlicher Sicht befasst. Ich wünsche mir eine für alle Menschen offene Landeskirche.

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Tobi Wörner © privat

Tobi Wörner, Stuttgart

Wer 150 wird, darf gefeiert werden! Ich wünsche der Synode weiterhin starken reformatorischen Mut trotz hohen Alters, neue Gestaltungsmöglichkeiten des kirchlichen Lebens in Württemberg trotz Widrigkeiten und viele frische Gelegenheiten, das frohe Evangelium als gute Botschaft zu hören und weiterzugeben.

 

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Eberhard Daferner, Evangelium und Kirche © EMH - Jens Schmitt

Eberhard Daferner, Ludwigsburg

Die Landessynode vertritt die Gesamtheit aller Kirchengenossen, sprich aller Kirchenmitglieder. Als Synode stehen ihr drei wichtige Rechte zu: Sie ist zuständig für kirchliche Gesetzgebung. Der Haushalt der Landeskirche wird festgestellt. Dabei prüft sie Rechnungen und Vermögen. Und sie wählt den Landesbischof. Als Synode sind wir gewiesen, im Einvernehmen miteinander und des Oberkirchenrat, kommunikativ, offen, fair und transparent zum Wohl der Kirchenmitglieder zu handeln. Leider besteht immer noch ein Ungleichgewicht der Information und des Entscheidungsrechts. Ehrenamtliche bzw. Laien sind oft davon ausgeschlossen. Deshalb mein Wunsch für die Zukunft: Geistlich Leiten muss zentraler Bestandteil des kirchlichen Handelns werden.


Am Sonntag, 17. Februar 2019, findet um 16 Uhr in der Stuttgarter Stiftskirche ein Gottesdienst mit Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July statt. Ab 18 Uhr beginnt der Festakt im Stuttgarter Hospitalhof. Nach der Begrüßung durch Synodalpräsidentin Inge Schneider werden Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie die Präses der EKD-Synode, Bundesministerin a. D. Irmgard Schwaetzer, Grußworte sprechen. Im Anschluss hält Prof. Dr. Hartmut Rosa einen Vortrag zum Thema „Die Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft heute“.

Der Festakt wird auf unserer Webseite im Livestream übertragen.