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Als Flüchtlinge doppelt bedroht

Orientalische Christen fordern Unterstützung

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Christliche Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten sind in einer Minderheitensituation, brauchen deshalb besonderen Schutz. Die Evangelische Ausländerseelsorge e. V. mit ihrem Zweig Arabische Evangelische Gemeinde Stuttgart haben nun bei einem Treffen in Schwäbisch Gmünd fünf Forderungen an Kirche und Gesellschaft formuliert.

In dem von Pfarrer Dr. Hanna Josua, Geschäftsführer der Evangelischen Ausländerseelsorge e.V. und Pfarrer der Arabischen Evangelischen Gemeinde in Stuttgart, versandten Papier wird unter anderem die „Erleichterung der Flucht von orientalischen Christen nach Europa und Deutschland“ gefordert. Christen seien unter den Flüchtlingen in der Minderheit, würden häufig „an den Rand gedrängt“, beispielsweisen bei Behördenkontakten. Erforderlich sei deshalb „die Einrichtung von Anlaufstellen bzw. Sachbearbeiter in den Nachbarländern Syriens und Iraks, die sich speziell um die Belange der orientalischen Christen kümmern, damit ihre Ausreisen gewährleistet werden.“ Die deutsche Gesellschaft, vor allem kirchlich orientierte Menschen, werden ferner dazu aufgefordert, „leerstehende Wohnungen und Häuser für christliche Flüchtlinge zu öffnen und zu fairen Preisen zur Verfügung zu stellen. Hierzu zählen ebenfalls leerstehende Immobilien in kirchlichem Besitz.“ 

Die Situation für Angehörige der christlichen Minderheit wird in vielen Flüchtlingsunterkünften kritisch gesehen. „Aufgrund unserer langjährigen Begleitung von Flüchtlingen fordern wir die zuständigen Behörden dazu auf, bei der Unterbringung auf traumatisierte orientalische Christen und verfolgte Konvertiten besondere Rücksicht zu nehmen.“ Derzeit würden Opfer und Täter oft auf engem Raum zusammen untergebracht. „Damit werden Wunden der Traumatisierung wieder aufgerissen.“ Auch werde so „das Aufspüren von Aufenthaltsorten von Konvertiten für Verfolger leichter gemacht.“ Eine Trennung nach Religionszugehörigkeit sei insbesondere dann notwendig, „wenn keine ausreichende soziale Betreuung gewährleistet ist. Helfer und Sozialbetreuer müssen geschult werden für Anzeichen religiöser Unterdrückung und diesen entschieden entgegentreten.“

Insbesondere die beiden großen Kirchen seien aufgefordert, „sich für die Belange ihrer Glaubensgeschwister stark zu machen und mitzuwirken, dass unsere Forderungen auf politischer Ebene umgesetzt werden können“, heißt es in dem Schreiben. 

Quelle: Christoph Schweizer