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„Hoffnungsmelodie für Kirche und Gesellschaft“

Landesposaunentag in Ulm zu Ende gegangen

Rund 13.000 Besucherinnen und Besucher waren beim beim 47. Landesposaunentag von 30. Juni bis 1. Juli in Ulm zu Gast. Dabei haben etwa 6.500 Bläserinnen und Bläser die ganze Stadt mit Posaunenklängen gefüllt. Neben viel Musik gab es auch zahlreiche Gottesdienste sowie Veranstaltungen für Jung und Alt.

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„Ihr seid die klingende und glitzernde Kathedrale“, sagte Landesbischof Frank Otfried July zu den Musikern aus ganz Württemberg und darüber hinaus. Bei der Schlussfeier wies er darauf hin, dass zur Zeit auch „scharfe und hässliche Töne“ in unserem Land und in Europa zu hören sind. Manches im Zusammenleben und Aufeinander hören sei aus dem Takt geraten. Er appellierte an die über 13.000 Besucher und Gäste, Sehnsuchtslieder vom Reich Gottes neu zu entdecken. „Ihr Bläserinnen und Bläser habt uns gestern und heute solche Melodien geschenkt. Alle sollen das Evangelium hören können“, sagte er bei der Schlussfeier auf dem Münsterplatz. Für Cornelius Kuttler, den Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg, ist das Motto des diesjährigen Landesposaunentags eine treffende Botschaft. „Erfrischend lebendig“ sei die zentrale christliche Botschaft in diesem Jahr. „Wenn der lebendige Gott unser Leben berührt, wächst Hoffnung“, sagte er in seinem Schlusswort. Diese Melodie der Hoffnung sei vom diesjährigen Landesposaunentag ausgegangen. Er wünscht sich, dass diese Melodie die Besucher berührt und begleitet und damit als Hoffnungsmelodie in die Kirche und Gesellschaft hineinklingt.

Nachhaltigkeit bedeutet Enkeltauglichkeit

Bei der Talkrunde im Stadthaus übersetzte Umweltminister Franz Untersteller den inflationären Begriff „Nachhaltigkeit“ nach Erhard Eppler mit Enkeltauglichkeit, nicht nur in ökologischer Hinsicht, sondern auch mit sozialer und ökonomischer Dimension. Er forderte die Zuhörer auf, auch mal ein paar Cent mehr hinzulegen. „Zum Schluss ist es immer eine Frage des Geldbeutels und man muss bereit sein auch mal zu bezahlen.“ Landesbischof July ergänzte, dass bei einem T-Shirt für 1,50 EUR klar sei, dass es nicht unter gerechten Bedingungen produziert werden könne. Für ihn ist Nachhaltigkeit eine Frage der Gerechtigkeit. „Dafür müssen wir uns als Kirche einsetzen“, so July. Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch wies darauf hin, dass es um die Balance gehe und auf die 20 Prozent der Leute geachtet werden müsse, die sich teurere Produkte nicht leisten können. „Jeder muss dabei seinen eigenen Weg finden.“ Man müsse ein Maß an Toleranz dabei mitbringen. Für Umweltminister Untersteller ist die Frage der Ressourceneffizienz jedoch die zentrale Frage, da der Ressourcenverbrauch steige. Fazit der Runde. Das Thema geht uns alle an und jeder müsse seinen Beitrag dazu leisten.