Kirche und Diakonie suchen Mutmacher

Soforthilfeprogramm soll Menschen zugutekommen, die besonders unter den Auswirkungen der Pandemie leiden

Stuttgart. Mit ihrem Corona-Soforthilfe-Programm „Mutmacher“ helfen Diakonie und Landeskirche in Württemberg Menschen, die durch die Corona-Pandemie in besonders große Not geraten sind. Dafür bitten Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann um Spenden.

„Menschen, die schon vor der Krise zu kämpfen hatten, treffen die Einschränkungen in Folge der Krise besonders hat. Wir wollen sie unterstützen und ermutigen“, ist die Botschaft von July und Kaufmann. Es gehe um einen finanziellen Beitrag, der existenzielle Not lindert, aber auch um ein Signal dafür, „dass wir an diejenigen denken, die sich von allen im Stich gelassen fühlen und nicht mehr weiterwissen“. Wenn Alleinerziehende oder Geringverdiener Kurzarbeitergeld beziehen oder ihre Arbeit verlieren, ist mit der materiellen auch die psychische und seelische Existenz bedroht. „Mit der Unterstützung des Fonds können all diejenigen, denen es vergleichsweise gut geht, Mutmacher werden.“

Gerade auf Pfingsten hin soll der Name des Fonds Programm sein. „Der Heilige Geist ist Gottes Mutmacher für alle Entmutigten“, sagt Landesbischof July. „Wir wollen nun viele, pfingstliche  Mutmacher für diese Soforthilfe gewinnen.“ July und Kaufmann hatten sich mehr Hilfe vom Staat für Betroffene gewünscht. „Nachdem unser Einsatz für eine Corona-Aufstockung für Hartz-IV-Bezieher um 100 Euro bisher erfolglos war, haben wir uns zu dieser Spendenaktion entschieden“, sagt Oberkirchenrat Kaufmann. 

Die Beantragung läuft über die diakonischen Beratungsstellen und die diakonischen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. Sie haben Kontakt zu Menschen, die durch die Folgen der Corona-Krise verzweifeln. Zugleich werden sie dabei unterstützt, finanzielle Mittel bei anderen Stellen zu beantragen.

„Menschen mit geringem Einkommen geht es angesichts der Corona-Pandemie besonders schlecht, ihnen müssen wir schnell helfen“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann. „Sie haben mit erhöhten Preisen im Einzelhandel zu kämpfen, Versorgungssysteme wie die Tafeln oder günstige Mittagstische sind teilweise geschlossen. Viele Secondhand- oder Diakonieläden können noch nicht öffnen – günstige Einkaufsmöglichkeiten fehlen. Auch der Mangel an Laptops ist in vielen Familien ein Problem, wenn dadurch Onlineunterricht und andere Bildungsangebote nicht wahrgenommen werden können. Auch fehlt wohnungslosen Menschen oftmals ein Ort, an dem sie sich aufhalten können.“

Allein aus der diakonischen Wohnungslosenhilfe wurde ein Bedarf für die Unterstützung von 2.200 Menschen gemeldet. Ein weiteres Beispiel für eine Empfängerin von Fondsmitteln ist Petra H. Weil ihr Mann sie geschlagen hatte, musste sie sich von ihm trennen. Frau H. macht eine Ausbildung – aber mit Beginn der Coronakrise bricht die Kinderbetreuung weg. Sie muss die Ausbildung abbrechen. Jetzt wird alles sehr kompliziert. Sie muss neue Anträge beim Jobcenter stellen, sie muss warten und doch von irgendetwas leben. Ihre Situation ist existenzbedrohend.

Online-Spenden der „Mutmacher“ unter: www.diakonie-wuerttemberg.de/mutmacher

Spendenkonto

Diakonie Württemberg
Verwendungszweck: Mutmacher
IBAN: DE31 5206 0410 0000 1717 19
BIC: GENODEF1EK1

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