| Kirchenjahr

„Vom Konflikt zur Gemeinschaft“

Deutsche Lutheraner begrüßen Teilnahme von Papst Franziskus in Lund

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© EMH - Gottfried Stoppel

Als ein „wegweisendes Zeichen für die Ökumene“ begrüßt der LWB-Vizepräsident für die Region Mittel- und Westeuropa, Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Stuttgart), die Teilnahme von Papst Franziskus am gemeinsamen Reformationsgedenken des Lutherischen Weltbundes (LWB) und des Päpstlichen Einheitsrats. Seine Beteiligung an der gemeinsam verantworteten Veranstaltung am 31.10.2016 in Lund (Schweden) unterstreiche, wie gut die Beziehungen zwischen Lutheranern und Katholiken sind. „Für 2017 ist uns als Lutherischer Weltbund die ökumenische Perspektive zentral, besonders natürlich mit der römisch-katholischen Kirche“, so July. „Ich freue mich sehr, dass der Papst dies mit seinem wegweisenden Zeichen unterstützt. Es ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft.“ 

Das gemeinsame Reformationsgedenken schließt an die seit 50 Jahren bestehenden Dialoge zwischen LWB und katholischem Einheitsrat an. Der LWB-Präsident, der LWB-Generalsekretär und der Papst werden die Veranstaltung leiten, die  auch einen ökumenischen Gottesdienst umfasst. „Der Gottesdienst wird durch Freude und Dank für die Gaben der Reformation geprägt sein“, betont July, „aber er wird auch die Verfehlungen und gegenseitigen Verletzungen nicht verschweigen.“ 

Die liturgische Ordnung des Gottesdienstes beruht auf der kürzlich veröffentlichten Liturgie für einen ökumenischen Gottesdienst („Common Prayer“). Sie nimmt das jüngste lutherisch-katholische Dialogdokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ auf. „Mit dem Material kann an jedem Ort der Welt ein solcher Gottesdienst wie in Lund gefeiert werden – ob parallel am 31.10.2016 oder an einem anderen Tag“, so Vizepräsident July. 

Auch der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), äußerte sich erfreut über die Teilnahme Franziskus‘: „Das unterstreicht, dass die evangelisch-katholische Ökumene ein Herzensanliegen für Papst Franziskus ist. Die Begegnung mit dem Lutherischen Weltbund wird Energie bringen für die weitere ökumenische Annäherung auch über 2017 hinaus“, so Manzke. Mit Blick auf den Gottesdienst sagte er: „Ich hoffe, dass viele evangelische und katholische Gemeinden dem Beispiel folgen, auf lokaler Ebene ökumenische Gottesdienste zu feiern, und damit ihren Willen zu einer engeren Gemeinschaft Ausdruck verleihen.“