Im Gespräch bleiben

Den eigenen Glauben aussprechen

Die religiöse Vielfalt in unserer Gesellschaft nimmt zu. Das bedeutet, dass viele Angebote um Anhängerschaft konkurrieren, und dass die Bürger dazu neigen, nach eigenen Bedürfnissen auszuwählen.

Viele Menschen werten die Vielfalt der Religionen positiv, nämlich als einen Zuwachs an persönlicher Freiheit. Sie fordern Toleranz und Dialogfähigkeit von allen Gruppen - auch den Kirchen - ein. In der Tat erfordert ein gedeihliches Zusammenleben die Bereitschaft, sich gegenseitig um Verständnis zu bemühen und miteinander zu sprechen. Die evangelischen Gemeinden vor Ort sind mit verantwortlich dafür, dass das Zusammenleben gelingt.

Auf der anderen Seite werten viele Christen - und andere Zeitgenossen - die religiöse Pluralität negativ, nämlich als Relativierung aller Standpunkte bis hin zur Beliebigkeit. Tatsächlich fragt sich, wie Menschen auf Dauer in einer Gesellschaft miteinander leben wollen, wenn sie sich über Grundwerte des Lebens nicht einigen können. Was ist, wenn eine Gruppe absolute Wahrheitsansprüche politisch oder rechtlich durchzusetzen versucht? Daher stellt die religiöse Vielfalt unsere Gemeinden vor die Aufgabe, gute Gesprächs- und Begegnungsmöglichkeiten zu entwickeln, und dabei ihre eigene evangelische Position klar einzubringen.

Verschiedenheiten berücksichtigen

Dabei ist die Verschiedenheit der Religionen und Gemeinschaften zu berücksichtigen. Sowohl was ihr Verhältnis zum christlichen Glauben angeht, als auch was ihr Verhältnis zum religiös neutralen modernen Staat angeht, unterscheiden sie sich stark. Unser Staat kann der einen Gruppe (Zeugen Jehovas) als ”satanisches System” erscheinen, eine andere kann ihn als praktische, lebensfördernde Einrichtung bejahen (Aleviten). Das Judentum ist auf vielfältige Weise mit dem christlichen Glauben verbunden, der tibetische Buddhismus begegnet Christen als eine fremde, schwer verstehbare religiöse und kulturelle Tradition. Trotzdem - oder gerade deswegen - gibt es im gebildeten Bürgertum nicht nur großes Interesse für das Judentum, sondern auch für den tibetischen Buddhismus.

Ansprechpartner

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Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen

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Heinrich Georg Rothe

Heinrich Georg Rothe

Islambeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

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Dr. Michael Volkmann

Evangelisches Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden

Akademieweg 11
73087 Bad Boll

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Fax
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