Fremd. Wort. Inklusion

Über "Inklusion und diakonische Gemeindeentwicklung" haben die Mitglieder der Württembergischen Evangelischen Landessynode und ihre Gäste im Rahmen der Sommertagung 2013 beraten.

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July betonte, Inklusion sei ein ureigenes biblisches Anliegen und warb für einen weit gefassten Inklusionsbegriff, der auch arme, alte, erwerbslose, psychisch kranke oder behinderte Menschen umfasse. Vielfach hätten die Gemeinden schon inklusive Angebote entwickelt. Sie sollten an Menschen mit Behinderungen Signale senden, „dass sie uns willkommen sind und wir uns über ihre Beteiligung am Leben der Gemeinde freuen!“ Wichtig sei, so der Landesbischof, nicht nur zu fragen, „was wir für Menschen mit Behinderung tun können, sondern auch danach zu suchen, was wir miteinander verändern und entwickeln können. Es geht also um eine Veränderung der Perspektive. Menschen mit Behinderung sollen selbst sagen können, was für sie wichtig ist und wie sie sich in die Gemeinde einbringen wollen.“

Menschen mit Behinderung sollen selbst sagen können, was für sie wichtig ist und wie sie sich in die Gemeinde einbringen wollen.
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

In Deutschland leben zehn Millionen Menschen mit körperlichen, seelischen, geistigen oder Sinnesbeeinträchtigung. „Ihre Beeinträchtigungen werden aber erst durch die gesellschaftlichen Reaktionen zu Behinderungen“, so July. Der Landesbischof wandte sich an die Gemeinden und wies auf ihre Aufgabe vor Ort hin: „Ich ermutige Sie, dass Sie sich als Teil des Gemeinwesens verstehen und in lokale Netzwerke einbringen. Sie können hier einen wichtigen Beitrag leisten, dass Menschen mit Behinderung, arme und alte Menschen, benachteiligte Kinder und Jugendliche oder Zugewanderte am gemeinschaftlichen Leben vor Ort teilhaben können. So kann eine inklusive Kultur in unserer Gesellschaft gedeihen.“

Regelmäßige Tage der Begegnung zusammen mit den Kommunen, Vereinen und Behinderteneinrichtungen am Ort ließen das Verständnis füreinander wachsen. Erste Schritte seien barrierefreie Zugänge zu Gemeindehäusern, eine verständlichere, so genannte „Leichte Sprache“, eine größere Schrift im Gemeindebrief oder eine gut lesbare Internetseite.

Kritisch äußerte sich Landesbischof July zu vorgeburtlichen Tests, mit denen mögliche Behinderungen erkannt werden könnten. „In vielen Fällen entscheiden sich Paare für einen Schwangerschaftsabbruch. Sie können sich ein Leben mit einem Kind mit Behinderung in einer Gesellschaft nicht vorstellen, die hier offen oder versteckt mit Unverständnis reagiert. Diese Entwicklung verfolgen wir als Kirche mit Sorge. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit, mit aller Kraft daran mitzuwirken, dass die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft die Eltern beim Ja zum Leben unterstützen.“


Jahresempfang der evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg 2014

Fremd. Wort. Inklusion

Fremd. Wort. Inklusion
Filmemacher Stefan Adam behandelt in diesem Film das Thema Inklusion und zeigt Beispiele gelungener inklusiver Projekte in Württemberg auf.

Preis "Familienfreundliche Gemeinde" - Die Preisträger

Preis "Familienfreundliche Gemeinde" - Die Preisträger
Landesbischof July hat ihm Rahmen des Jahresempfangs den Preis "Familienfreundliche Gemeinde" verliehen. Thema: Inklusion. Preisträger sind die evangelischen Kirchengemeinden Sophie Scholl in Schwäbisch Hall, die Friedenskirche in Bietigheim, Ötisheim im Enzkreis sowie das Haus der Familie in Stuttgart in Kooperation mit dem Behindertenzentrum Stuttgart. In diesem Film stellt Stefan Adam die Preisträger vor.

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