Verein für Kirche und Kunst

Förderung von Kunst im Raum der Kirche

Im Jahr 1857 gründeten württembergische Pfarrer, Stuttgarter Mäzene und Künstler den "Verein für christliche Kunst". Ihre Initiative richtete sich gegen ein staatlich organisiertes Kirchbau-Programm. Dabei ging es ihnen um angemessene Gestaltung von Gottesdiensträumen und um Förderung von Kunst im Raum der Kirche. Mit 1.500 Mitgliedern zählt der Verein zu den größten Kunstvereinen im Land.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hat der Verein maßgeblich auf Kirchbau und Kunstverständnis – auch über die Grenzen der württembergischen Landeskirche hinaus – Einfluss genommen. Nachdem der Leitbegriff "christliche Kunst" missverständlich geworden war, hat sich der Verein 1993 neu konstituiert und führt seither den Namen "Verein für Kirche und Kunst". Er signalisiert damit Offenheit und Interesse auch für gegenwärtige künstlerische Äußerungen.

Im jetzt zurückliegenden Jahrzehnt hat der Verein zu erheblichen Veränderungen im Verhältnis von Kirche und Kunst beigetragen: Mit seiner Hilfe sind eine landeskirchliche Kunststiftung und das Vollzeit-Amt des Kunstbeauftragten entstanden.

Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart 2015 wurde das Projekt „Atelierkirche“ ins Leben gerufen. Es war Teil des Regionalen Kulturprogramms und wurde konzeptionell von der Arbeitsgruppe „Gegenwartskunst“ zum Kirchentag entwickelt. Die Prozesse wurden auf dem Blog der Atelierkirche dokumentiert.

  • Förderung des Dialogs zwischen Kunst und Kirche
  • Sensibilisierung für das künstlerische Erbe in der Kirche, für die Bedeutung der Kirchenräume und ihrer Ausstattung
  • Entwicklung von Qualitätsbewusstsein und Wahrnehmungsfähigkeit für die Gestaltung kirchlicher Räume und Einrichtungen sowie für Formen öffentlicher Präsentation
  • Horizonterweiterung für Mitglieder in den Kirchengemeinden und für Künstler und Kulturschaffende
  • Vermittlung von Information über aktuelle Entwicklungen, wichtige Veranstaltungen, herausragende künstlerische oder architektonische Realisierungen, kunstgeschichtliche Besonderheiten, über Theologie und Ästhetik, über Künstler und Experten.
  • Brückenbau zwischen bildender Kunst und darstellenden Künsten, Literatur, Musik usw.
  • Verbesserung des kirchlichen Images im kulturellen Umfeld
  • Zusammenarbeit mit der landeskirchlichen Stiftung Kirche und Kunst, mit dem landeskirchlichen Kunstbeauftragten, mit dem Museum der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit Artheon, der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche.

  • Jahrestagungen mit Ausstellungen
  • Boller Bußtag der Künste
  • Atelierbesuche
  • Kunstbeiträge für den Gottesdienst
  • Publikationen und Kunstzeitung "dialog"
  • Förderung bei Ausstellungen und Wettbewerben, Ausstattungen und Restaurierung in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen

Beide – Kunst wie Religion – gehören zu den Systemen unserer Kultur. Ihre Beziehung zueinander ist gekennzeichnet durch besondere Nähe oder durch besondere Spannung. Darum bedarf sie stets neuer Klärung – gerade im evangelischen Umfeld.

Schließlich spielen in der protestantischen Kirchengeschichte Bilderverbot und Bildersturm eine einschneidende Rolle. In der Zeit der Romantik hat der Protestantismus als Religion der Innerlichkeit neue Zugänge zu Kunst, Bild und Gestaltung gefunden.

Zur Milleniumswende ist "das ästhetische Jahrzehnt" proklamiert worden. Das Interesse für Kunst – für historische ebenso wie für aktuelle – wächst in der Evangelischen Kirche. Auch entdecken Gemeinden den Kirchenraum neu als besonders gestalteten Ort zur Feier der Nähe Gottes.

Diese Entwicklungen hat der Verein für Kirche und Kunst mit ins Rollen gebracht, obwohl sie mitunter auf Ignoranz und Defizite stoßen.

Heute sind es mehr als 2000 Mitglieder, die zur Kunstförderung in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beitragen, darunter Kirchengemeinden, Künstler, Architekten und kunstinteressierte Kirchenmitglieder.

Die Stiftung wurde auf Initiative des Vereins durch Beschluss der evangelischen Landessynode errichtet. Sie dient der Förderung zeitgenössischer Kunst im Kontext der Kirche.

Sie unterstützt Vorhaben zur künstlerischen Ausgestaltung kirchlicher Räume sowie herausragenden Ausstellungsprojekten. Der Stiftungszweck entspricht einer Gestaltungsaufgabe der Kirche: Sie hat ihrer Botschaft und ihrem Anliegen in zeitgemäßer Weise Ausdruck zu geben.

Der Stiftungszweck zielt daher auf eigenständige gegenwartsbezogene künstlerische Äußerungen von hoher Qualität, sowohl bei Gesamtkonzepten für Raumausstattungen wie bei Einzelarbeiten.

Jährlich sollen ausgewählte größere Projekte gefördert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Anstoßfinanzierung künstlerischer Wettbewerbe.
1. Vorsitzender: Prälat i.R. Hans-Dieter Wille
2. Vorsitzender: Pfr. Johannes Koch, Berghülen

E-Mail Geschäftsführer: gerald.wiegand@elk-wue.de

Ansprechpartner

M.A. Reinhard Lambert Auer

Landeskirchlicher Kunstbeauftragter

Ev. Oberkirchenrat
Gänsheidestr. 2-4
70184 Stuttgart

Tel.
0711 / 2149-239
Fax
0711 / 2149-9239
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