Das Wichtigste in Kürze
Die Evangelische Landeskirche in Württemberg
Die meisten Menschen finden – rein statistisch betrachtet – am Heiligen Abend und am Erntedankfest den Weg in die Kirche. Trauungen und Taufen sind rückläufig, dagegen haben die Konfirmationen innerhalb der letzten zehn Jahre zugenommen. Die Zahl der Bestattungen blieb im selben Zeitraum konstant.
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Taufen
18.373 Kinder und Erwachsene wurden 2010 in Württemberg getauft.
Konfirmationen
25.437 junge Menschen haben sich 2010 konfirmieren lassen - in etwa so viele wie 2009.
Trauungen
Etwa hundert Brautpaare mehr als im Jahr zuvor ließen sich 2010 in Württemberg kirchlich trauen. 5.299 Brautpaare kamen 2010 in die Kirchen Württembergs. Tendenziell nimmt die Zahl der kirchlichen Trauungen jedoch seit Jahren ab. Anfang der 1990er-Jahre ließen sich noch über 10.000 Paare kirchlich trauen.
Bestattungen
Die Zahl der Bestattungen ist im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 25.392 Trauerfeiern von evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern gehalten.
Kirchenbesuche
Im Jahr 2010 sind über 80.000 Menschen weniger in die Gottesdienste gekommen als 2009. Doch im Schnitt der letzten Jahre bleibt die Zahl der Gottesdienstbesucher recht konstant mit einer leicht abnehmenden Tendenz. Die Gottesdienste an Heiligabend sind sehr beliebt. 750.000 Besucherinnen und Besucher waren 2010 am 24. Dezember in einem der Gottesdienste der württembergischen Gemeinden.
Kirchenzugehörigkeit
2.212.190 Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
1.900.886 Diözese Rottenburg-Stuttgart
(Aus dem Jahresbericht 2011 der Landeskirche, mit Ausnahme der Zugehörigkeit zur Diözese Rottenburg-Stuttgart)
Struktur und Organisation
Die Evangelische Landeskirche in Württemberg deckt mit rund 20.000 Quadratkilometern ca. zwei Drittel der Fläche Baden-Württembergs ab.
Die Landeskirche besteht aus rund 1.400 Kirchengemeinden und 100 Gesamtkirchengemeinden. Diese sind zu 51 Dekanaten zusammengefasst. Die Dekanate wiederum sind vier Prälaturen zugeordnet: Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn und Ulm. Eine Besonderheit ist der Kirchenkreis Stuttgart: Er umfasst vier Dekanate und bildet für das Stadtgebiet eine Einheit.
Im Rahmen der Leitung innerhalb der Landeskirche visitieren, also begleiten und beaufsichtigen, die Prälaten Dekanatämter und Kirchenbezirke und wirken bei der Besetzung der Gemeindepfarrstellen mit. Die Prälaten sind Mitglieder der Kirchenleitung. Dort bringen sie die Anliegen und Erfahrungen aus den Gemeinden ein.
Die Finanzen
Die Kirchensteuer macht gut zwei Drittel der Einnahmen der Evangelischen Landeskirche aus. Staatsleistungen und die staatlichen Ersatzleistungen für Religionsunterricht, den von
der Kirche angestellte Lehrkräfte erteilen und der ordentliches Lehrfach ist, sind weitere Einnahmequellen.
Der größte Teil der Ausgaben entfällt auf die Personalkosten für Pfarrer, Diakone und weitere kirchliche Angestellte. Nach Bereichen betrachtet stehen an der Spitze der Ausgaben der Pfarrdienst und die Arbeitsbereiche Gottesdienst und Gemeindearbeit sowie die Diakonie mit ihren Einrichtungen. Zusammen machen sie rund drei Fünftel der Ausgaben aus.
Die Geschichte
1534 wurde Württemberg evangelisch. Die erste evangelische Predigt wurde am 16. Mai 1534 in der Stuttgarter Stiftskirche gehalten. Das Herzogtum und fast alle Reichsstädte des Südens hatten sich der Reformation angeschlossen.
So entstand eine lutherische Kirche. Ihr Reformator war Johannes Brenz. Er stand auch hinter der "Großen Kirchenordnung" Herzog Christophs von 1559, die dem evangelischen Kirchen-, Bildungs- und Sozialwesen Gestalt gab.
Die Strukturen der Kirche veränderten sich im 19. Jahrhundert: Eine Landessynode und der Kirchengemeinderat wurden eingerichtet. Im Jahr 1920 gab sich die Landeskirche ihre heutige Verfassung als "die evangelisch-lutherische Kirche in Württemberg".
Weitere Informationen
Bei Fragen erreichen Sie die Pressestelle der Landeskirche unter der Telefonnummer 0711/22276-58 oder
per E-Mail an kontakt@elk-wue.de








