Prälatur Stuttgart
Industriemetropole Mittlerer Neckar als Zentrum
Zur Prälatur gehören die 13 Kirchenbezirke Bernhausen, Besigheim, Cannstatt, Degerloch, Ditzingen, Esslingen, Kirchheim/Teck, Ludwigsburg, Marbach, Nürtingen, Stuttgart, Vaihingen/Enz und Zuffenhausen.

- Prälat Ulrich Mack
Seit Februar 2006 leitet Ulrich Mack die Prälatur Stuttgart. Er war zuvor Dekan in Freudenstadt. 1984 trat er seine erste Pfarrstelle in Geradstetten an, 1989 wechselte er nach Bernhausen.
Prälatur Stuttgart
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Stuttgart hat zwar unter den Prälaturen der Landeskirche die kleinste Fläche. Trotzdem wohnen über 600.000 evangelische Christen innerhalb ihrer Grenzen.
Zehn Sekunden dauert die Fahrt mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform des Stuttgarter Fernsehturms in 150 Meter Höhe. Von hier oben lässt sich die Stuttgarter Prälatur am besten beschreiben.
Der erste Blick fällt nicht in das Stadtgebiet, sondern in das Umland. Im Südosten liegt das Lenninger Tal mit seiner Papierindustrie und das liebliche Lindachtal. Das Frühjahr verwandelt die Täler am Albtrauf in wahre Kirschblütenmeere. Die der Alb vorgelagerten Berge mit ihren Burgen, wie der sagenumwobene Reußenstein, die Teck und die trutzige Ruine Neuffen, bilden Grenzen. Die Hänge des Schurwaldes im Osten und der Rand des Schönbuchs im Westen, an deren Fuß die fruchtbaren Äcker der Fildern liegen, gehören noch zur Prälatur.
Deutlich erkennen kann man aber, was den Sprengel prägt. In den Industriebetrieben wie Bosch, Daimler und Porsche haben nicht nur viele Stuttgarter Arbeit, sie ziehen auch täglich Tausende von Pendlern in die Stadt.

- Die Stuttgarter Stiftskirche
Stuttgart ist nicht nur Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Auf der Gänsheide in Halbhöhenlage unter dem Fernsehturm hat Landesbischof Frank O. July und der Evangelische Oberkirchenrat seinen Sitz. Unten in der Stadt, bei der nach dem Krieg nur teilweise wieder aufgebauten Hospitalkirche, tagt dreimal im Jahr die Landessynode, höchste Instanz der Landeskirche. Richtung Feuerbach muss man blicken, um das Gebäude des Diakonischen Werks von Württemberg zu erkennen. Mit dem Bibelhaus in Möhringen und dem Diakonischen Werk der EKD haben weitere kirchliche Institutionen Zentren in Stuttgart.
"Pietistenkaff" hat einst ein Theaterdirektor seinem ehemaligen Wirkungsort nachgerufen. Die 13 Kirchenbezirke mit ihren rund 200 Gemeinden sind tatsächlich vom Pietismus geprägt. Aber dieser Einfluss ist ebenso facettenreich und unterschiedlich wie das ganze Land. Auf den Fildern ist er stark und lebendig, im modernen Säkularismus der Großstadt spielt er eine untergeordnete Rolle.
Beispiel für die Anpassung an sich ständig verändernde Anforderungen ist die Evangelische Gesellschaft in Stuttgart. Aus ihr herausgewachsen ist die "Neue Arbeit". Sie ist zum Sozialunternehmen für Menschen ohne Arbeit und Wohnung geworden. Auch wenn sie dort nicht erfunden wurde, so hat die Idee einer Sozialstation, von der aus Kranke und Alte in ihrer Wohnung gepflegt und versorgt werden, besondere Verbreitung im Raum Stuttgart gefunden. Der Angst vor Einsamkeit zu begegnen und Sterbende nicht allein zu lassen, hat sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gemacht. Grundlagen für die moderne Altenund Krankenpflege haben die zwei Diakonissenkrankenhäuser bereits im letzten Jahrhundert gelegt. Dass der moderne Anspruch an Bildung nicht zu kurz kommt, dafür bürgt der Hospitalhof mit seiner breiten Angebotspalette.
Ehe sich die Aufzugstür auf dem Fernsehturm zur Abfahrt schließt, fällt noch ein Blick auf die frisch renovierte Stiftskirche. Später lässt sich in einem "Wirtschäftle" das genießen, für was so mancher Ort in der Prälatur auch bekannt ist: der Wein.





