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Meldung vom 21.03.2012

Zur Überbrückung gab es ein Orgelkonzert

Die 4. Esslinger Vesperkirche geht am kommenden Sonntag, 25. März, zu Ende

"Volles Haus" in der Vesperkirche - Foto: Ch. Reusch

Drei Wochen lang waren Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten dazu eingeladen in der Frauenkirche "gemeinsam an einem Tisch" zu essen und ins Gespräch zu kommen. 

"Das Konzept ist aufgegangen", sagt Beate Latendorf von der Evangelisch-methodistischen Kirche. Sie ist ein Projektpartner der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und des Kreisdiakonieverbands, die die Vesperkirche tragen.
Im vierten Jahr seines Bestehens hat das Begegnungsprojekt erneut einen Zuwachs erfahren, zog Projektleiter Reinhard Eberst vom Kreisdiakonieverband eine positive Bilanz. Waren es 2011 im Durchschnitt 340 Essen, die pro Tag ausgegeben wurden, stieg die Zahl in diesem Jahr auf durchschnittlich 380 Mahlzeiten. An Spitzentagen wurden sogar 475 mehrgängige Menüs an den schön gedeckten Tischen im Kirchenschiff serviert. Bei gut 200 Plätzen in der Kirche sei man da zuweilen schon an die räumlichen Grenzen gestoßen, sagt Eberst. "Doch die ehrenamtlichen Mitarbeiter brachten viel Knowhow mit, so dass wir auch den größten Ansturm gut bewältigen konnten."


Vesperkirche ist wie Urlaub

Sich einmal nur an den gedeckten Tisch zu setzen und bedient zu werden, sei ein Wert für sich, bestätigt Beate Latendorf das Konzept der Esslinger Vesperkirche. Eine Alleinerziehende, die mit ihren drei Kindern fast jeden Tag zum Mittagessen kam, bekannte, das sei wie drei Wochen Urlaub für sie.

Fleißige Helfer

430 Ehrenamtliche zwischen 14 und 83 Jahren haben dies ermöglicht, darunter Schüler, Hausfrauen, Gruppen aus Vereinen und Institutionen, aber auch zahlreiche Senioren. 55 Ehrenamtliche waren jeden Tag im Einsatz – bei der Essensausgabe, dem Servieren, in der Spülküche oder am Büffet, wo von Bürgern gespendete selbstgebackene Kuchen und Kaffee ausgegeben wurden. "Die Bereitschaft, sich zu engagieren, war unheimlich groß", freut sich Reinhard Eberst.

Wertschätzung für die Ehrenamtlichen

Fast ein Drittel der Helfer sind schon zum vierten Mal dabei. "Es macht unheimlich Freude, mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen zu arbeiten", erzählt Beate Latendorf. Das hänge ganz wesentlich damit zusammen, "dass den Ehrenamtlichen von der Leitung der Vesperkirche eine große Wertschätzung und Fürsorge entgegengebracht wird".

Spontanes Orgelkonzert

So meisterte das Vesperkirchen-Team selbst eine Panne beim Essenstransport ganz souverän. Bis ein Ersatzfahrzeug die Speisen, die wochentags vom der Kantine des Mercedes Werks S-Untertürkheim und am Wochenende von Dienste für Menschen in Kennenburg geliefert wurden, in die Frauenkirche brachten, überbrückte der Seelsorger des Tages, Pfarrer Stefan Schwarzer, die Zeit mit einem spontanen Orgelkonzert. "Die Gäste waren begeistert und warteten ohne ungeduldig zu werden auf das Essen", berichtet Latendorf.

Gemeinschaft tut gut

Weil sich Armut nicht nur in der finanziellen Situation ausdrückt, soll die Vesperkirche ganz bewusst ein Begegnungsprojekt sein. "Es gibt auch seelische Armut und da tut es gut, in Gemeinschaft zu essen", so Beate Latendorf. Auch ein Seelsorger war jeden Tag in der Vesperkirche als Ansprechpartner für Besucher und Mitarbeitende vor Ort, zahlreiche Beratungsstellen boten Informationen an und Ärzte taten ehrenamtlich Dienst.

Große Spendenbereitschaft

Dass in der Esslinger Vesperkirche eine besondere Atmosphäre herrscht, wissen die Gäste zu schätzen. Rund 150 Stammgäste hat Eberst gezählt. "Für manche ist der Tisch in der Kirche wie ein Wohnzimmer“, sagt Beate Latendorf. Dass selbst der Preis von 1,50 Euro für Essen, Getränke, Kaffee und Kuchen für manchen nicht leicht zu bezahlen ist, erfuhr sie, als sie an der Kasse Dienst tat. Mancher habe die Summe abgezählt in kleinen Münzen gebracht. Andererseits sei die Bereitschaft, wesentlich mehr zu geben, groß gewesen. Deshalb ist Reinhard Eberst auch zuversichtlich, dass am Ende der Vesperkirche "eine schwarze Null steht, wenn die Spendenbereitschaft anhält". Von den 75.000 Euro, die das Projekt kostet, müssen zwei Drittel aus Spenden aufgebracht werden.

Spendenkonto:
Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen
Konto-Nr. 902  579     
BLZ 611 500 20     
Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen     
Verwendungszweck: Vesperkirche

Quelle: Ulrike Rapp-Hirrlinger


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