Meldung vom 14.02.2011
Selbstverständliches Miteinander
Bischof July fordert bessere Integration von behinderten Kindern
Stuttgart (epd). Der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July will einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, damit alle Kinder und Jugendliche, gleich ob mit oder ohne Behinderung, gemeinsam aufwachsen können. Inklusion beinhalte ein ganzheitliches Verständnis von Bildung und Erziehung, ungeachtet der individuellen Ausgangsvoraussetzungen, sagte July am Donnerstag in Stuttgart bei der Verleihung des "Paul Lechler-Preises zur Integration, Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter und benachteiligter Menschen".
Je früher Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam lernten und lebten, desto selbstverständlicher werde das Miteinander, so July. Gefragt seien hier besonders Kindertagesstätten, die Schulen, aber auch kirchliche Bildungsbereiche wie der Konfirmandenunterricht. Im evangelischen Bereich gebe es bereits gelungene Beispiele der Umwandlung von Förderschulen zu inklusiven Schulen, lobte July.
Das Ziel der Inklusion in Erziehung und Bildung erfordere von Diakonie und Kirche, dass sie sich zusätzlichen Herausforderungen stellen. Es brauche ein ausgeprägtes Verständnis für die individuellen Besonderheiten aller Kinder, ein hohes politisches und pädagogisches Engagement und umfassender Fachkenntnisse auf Seiten aller an der Erziehung und Förderung Beteiligten.
Die Paul-Lechler-Stiftung (Sitz Ludwigsburg) vergibt jährlich ihren mit insgesamt 50.000 Euro dotierten "Paul Lechler-Preis zur Integration, Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter und benachteiligter Menschen". Mit dem Preis werden "die Träger innovativer Projekte und Maßnahmen ausgezeichnet und unterstützt, die in besonderer Weise die Integration von behinderten und benachteiligten Menschen, deren Selbstbestimmung und deren gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft fördern", hieß es.





