Sommertagung 2010
vom 15. bis 17. Juli in Freudenstadt
Während ihrer Sommertagung 2010 beschäftigte sich die Landessynode am in einem Schwerpunkttag mit dem Thema "Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze". Darüber hinaus beriet die Synode über die Zukunft des Hauses Birkach über Sparpläne innerhalb der Landeskirche. Traditionellerweise stand auch die Mittelfristige Finanzplanung auf dem Programm."Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Genze"

Die Erklärung der Württembergischen Evangelischen Landessynode zum Thema "Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze" liegt nun im beschlossenen Wortlaut vor und steht
hier zum Herunterladen bereit. [PDF, 167 KB].
"beraten & beschlossen" liegt digital vor
Die neue Ausgabe von "beraten & beschlossen" mit Berichten aus der Sommertagung der Landessynode steht
hier zum Herunterladen bereit [PDF, 1,27 MB].Samstag, 17. Juli 2010
Synode beendet

Synodalpräsidentin Christel Hausding hat die Landessynode für beendet erklärt. Zum Abschluss sprach Landesbischof Frank Otfried July zum Thema "Kirche in der Welt". Die Diskussionen während der Synode zeigten, wie wichtig die finanziellen Strukturen für die Zukunft der Kirche sei. Der Schwerpunkttag habe auch gezeigt, wie schwierig es sei, Schwerpunkte zu setzen. Kirche habe in der Frage Armut und Reichtum die Chance, einen unverwechselbaren Beitrag zu leisten. Die Erklärung zum Thema Armut sei wichtig gewesen. Jedoch müssten die aufgeworfenen Fragen die Kirche dauerhaft beschäftigen. Kirche sei Teil dieser Gesellschaft und müsse sich den gesellschaftlichen Fragen stellen. Kirche in der Welt sei nicht Selbstzweck, sondern auch Aufgabe. Ein Ringen darum, was dies bedeute, werde es in der Synode auch in Zukunft immer wieder geben.
Zur Pressemitteilung über die Mittelfristige Finanzplanung...Sparen mit Maß und Ziel
In seinem Schlusswort sagte Finanzdezernent Martin Kastrup, dass es nicht vorgesehen sei, einen zusätzlichen Fundraiser anzustellen. Jedoch müsse man sich rechtzeitig Gedanken über eine Nachfolge machen, weil die Stelle befristet ist. Generell stellte Kastrup fest, dass in weiten Teilen Einigkeit zwischen den Gesprächskreisen herrsche. Sparen mit Maß und Ziel sei das Gebot der Stunde. Zum von Dorothea Gabler eingebrachten Antrag rief er die Synodalen dazu auf, am Sparziel festzuhalten. Jetzt eine Sonderrücklage anzugreifen sei kontraproduktiv.Sonderrücklage für Pfarrstellen
Dorothea Gabler brachte den Antrag ein, 50 Prozent der Kirchensteuermehreinnahmen des Anteils der Landeskirche des Jahres 2010 einer Sonderrücklage zuzuführen, die für Pfarrstellen gedacht ist. Sollten die vorgesehenen 46 Plätze für junge Theologinnen und Theologen nicht ausreichen, um alle geeigneten Bewerber zu übernehmen, sollten sie mit Mitteln aus dieser Rücklage bis zum Jahr 2022 finanziert werden. Der Antrag wurde an den Finanzausschuss verwiesen.Alternative Finanzierungskonzepte lohnen sich

Markus Munzinger sagte für den Gesprächskreis Kirche für Morgen, dass das Nachhaltigkeitsniveau den Bestand der Arbeit sichere. Der Sparzwang sei erhöht. Die Synode müsse sich überlegen, in welchen Bereichen sie Einsparungen vornehmen werde. Er forderte ein einen Grundkonsens der Synode zur Bildung von Rücklagen. Er lobte den Oberkirchenrat für sein Konzept zur Sanierung kirchlicher Gebäude. Auch freue sich der Gesprächskreis, dass der Bereich Fundraising Eingang in die Mittelfristige Finanzplanung gefunden habe. Am Beispiel des freiwilligen Gemeindebeitrags zeigte er auf, wie dadurch die Einnahmen gestiegen sind. "Es lohnt sich, sich auf den Weg von alternativen Finanzierungskonzepten zu machen". Auch regte er die Schaffung einer neuen Stelle für das Fundraising an.
Vom Aufbau zum Umbau kommen

Ingeborg Raab sprach für den Gesprächskreis Evangelium und Kirche. "Wenn wir nicht in die Rücklagen greifen müssen, heißt das noch lange nicht, dass wir die Ausgaben erhöhen dürfen." Auch forderte sie ein, die Aufgaben der Landeskirche neu zu definieren. Der Gesprächskreis stünde hinter der Arbeitsgruppe "AG Zukunft". Sie forderte auch ein, dass die Landeskirche ein Immobilienkonzept entwickelt, ein Tagungsstättenmanagement einführt und eine Neuausrichtung der Evangelischen Akademie Bad Boll. In den Kirchengemeinden müsse gelernt werden, dass nicht jede Gemeinden alle Aufgaben aufrecht erhalten werden könne. Sie forderte Kooperationen ein. "Wir müssen vom Aufbau von Aufgaben zu deren Umbau kommen".
Ziele entwickeln - mit Zeit

Das Kirchensteuerniveau sei zum Glück gestiegen. Auch hätte die Landeskirche sehr große Rücklagen. Dennoch gebe es eine Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen. "Die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen." Deshalb müsse geschaut werden, wo man sparen könne. Er forderte ein, dass sich die Synode Gedanken über die Zielsetzung des Pfarrdienstes mache. In einem zweiten Schritt solle man sich über die Verwaltung unterhalten. In einem dritten Schritt über die Strukturen. "Wenn wir in 10 Jahren viel weniger Pfarrer haben als heute, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir die Verwaltung vereinfachen können." Auch forderte er ein, sich Zeit für die Entwicklung der Ziele zu nehmen.
Strukturmaßnahmen langfristig planen

Für die Lebendige Gemeinde sprach Synodaler Michael Fritz. Er lobte die Ausrichtung anhand des Nachhaltigkeitsniveaus. Die Schwankungen in den Einnahmen seien zu groß, um verlässliche Prognosen abzugeben. Die Vermeidung eines struktuellen Defizits werde zur Daueraufgabe. Deshalb sollten die Maßnahmen portioniert werden. Der Gesprächskreis rege an, die Mittelfristige Finanzplanung um das Kapitel der Strukturellen Maßnahmen zu erweitern.
Ressourcen werden knapper

Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Inge Schneider, betonte in ihrer Rede, dass naturgemäß die Wünsche immer größer seien als die zur Verfügung stehenden Finanzen. Deshalb habe man sich auf einen Rahmen von 10 Millionen Euro für die Mittelfristmaßnahmen geeinigt. Von 2010 bis 2012 sei dieser Finanzrahmen bereits deutlich überschritten. Bei einer Reduzierung des Rahmens auf 8 Millionen Euro 2013 bis 2014 verbleibe nur noch ein minimaler Spielraum. Die Zukunftsfähigkeit der Kirche hänge auch davon ab, wie weit die einzelnen Bereiche bereit seien, Abstriche zu machen und umzudenken.
Mittelfristige Finanzplanung

Oberkirchenrat Martin Kastrup überbrachte der Landessynode eine frohe Nachricht: "Die Landeskirche steht momentan und möglicherweise die nächsten drei bis vier Jahre, gut da. So seien die Ausgleichsrücklagen der Landeskirche und der Kirchengemeinden gut gefüllt. Auch die Ertragssituation entwickle sich stabiler als im Frühjahr prognostiziert.
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Personalstrukturplanung für Religionspädagogen und -Pädagoginnen

Die Personalstrukturplanung für Religionspädagoginnen und Religionspädagogen (PSP Relpäd.) habe sich als ein bewährtes Instrument erwiesen, berichtete Oberkirchenrat Werner Baur vor der Landessynode. So würden alle relevanten Dimensionen und Faktoren erfasst. Als Hauptziel ermittle die PSP die kostenorientierte Mindestversorgung des Religionsunterrichts. In den letzten zwei Jahren sei die Zahl der Schülerinnen und Schüler gesunken. Die Zahl der Stunden, die Pfarrerinnen und Pfarrer Religionsunterricht geben müssten, würde auf längere Sicht steigen. ´
Harald Klingler, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Jugend, sagte, der Ausschuss sei froh und dankbar, dieses Instrument zu haben. Langfristig sei das Gremium daran interessiert, den Bestand des Religionsunterrichts an den Schulen langfristig zu sichern. Für den Finanzausschuss sprach dessen Vorsitzende, Inge Schneider. "Die Versorgung der Schulen mit Religionsunterricht hat für den Finanzausschuss oberste Priorität. Wir müssen aber schauen, wo wir Dienste innerhalb der Landeskirche einsparen können, um den Religionsunterricht auch auf Dauer zu sichern." Sie bewertete das Instrument der PSP Relpäd als gutes Mittel für die Planung.
Zu den ausführlichen Berichten...
Änderung des Pfarrergesetzes

In seinen Ausführungen zu TOP 8 "Kirchliches Gesetz zur Änderung des Württembergischen Pfarrergesetzes und des Kirchenbeamtenausführungsgesetzes führte Oberkirchenrat Erwin Hartmann aus, dass die Vorruhestandsregelung in dieses Gesetz aufgenommen werden soll. Die Entscheidung über die Gewährung des Vorruhestands läge im Ermessen des Dienstherrn. Der Änderungsentwurf wurde an den Rechtsausschuss verwiesen.
Zum ausführlichen Bericht.
Selbstständige Anträge
An den Rechtsausschuss verwiesen wurde der Antrag, der Oberkirchenrat möge einen Gesetzentwurf über die Struktur und die Inhalte der Vikarsausbildung in die Synode einbringen. An den Sonderausschuss PfarrPlan2018 verwiesen wurde der Antrag, den Pfarrplan 2018 zu prüfen und insbesondere folgende Modelle anzuschauen: Berufung und Schulung von ehrenamtlichen Gemeindeleitern, Nutzung des ggf. vorhandenen Pfarrhauses durch andere kirchliche Mitarbeiter, Möglichkeit der Gemeinde, auf Spendenbasis Stellenanteile einer Pfarrerstelle zu finanzieren, Einsatz von Ruheständlern in kleinen Gemeinden, Verbindung von Gemeindepfarrstellen mit Sonderstelle.Verwiesen an den Rechtsausschuss wurde der Antrag, die Kirchenverfassung zu verändern - im Hinblick auf die Wahl von Prälaten und übrige Mitglieder des Oberkirchenrats.
An den Theologischen Ausschuss verwiesen wurde der Antrag, die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen der Jugendkirchenarbeit in großen Städten für die Einrichtung von Jugendkirchen in Kirchenbezirken mit mittleren Städten zu übersetzen und allen Kirchenbezirken zur Motivation, Unterstützung und zur Begleitung zur Verfügung zu stellen.
An den Ausschuss für Diakonie verwiesen wurde der Antrag, der OKR solle im Rahmen des Projekts Altenpflegeheimseelsorge (APHS) eine Arbeitshilfe bzw. einen Materialdienst für Redaktionen von Zeitschriften für Senioren in Einrichtungen (Senioren- und Pflegeheimen) oder Gemeindebriefredaktionen herauszugeben.
Verwiesen an den Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit wurde der Antrag, die Evang. Akademie Bad Boll bei größerer Eigenverantwortung neu zu ordnen.
An den Rechtsausschuss verwiesen wurde der Antrag, der Oberkirchenrat möge ein Kirchengesetz vorlegen, in dem Kirchenbezirke zu Kirchenkreisen zusammengeführt werden, die in ihrer Fläche weitgehend deckungsgleich mit den Landkreisen sind, und in dem die Verantwortung für die Verwaltungsstellen in die Hand der Kirchenkreise gelegt wird.
Verwiesen an den Theologischen Ausschuss wurde der Antrag, der Oberkirchenrat möge Einsatzmöglichkeiten für freiwillige, ehrenamtliche Gemeindeassistentinnen entwickeln, prüfen, erproben, und die Funktionsabläufe der Gemeindebüros/Pfarrämter zu integrieren.
Der Antrag, der Oberkirchenrat solle Vorschläge machen, wie Gemeinden sich an der Finanzierung ihrer Gemeindepfarrstellen beteiligen können, wurde an den Finanzausschuss verwiesen.
Beantwortung von Anfragen
Oberkirchenrat Ulrich Heckel beantwortete die förmliche Anfrage 21/14 zur Umsetzung energiesparender Maßnahmen. Bislang sei durch Optimierung des Betriebs und des Verbrauchsverhaltens, durch Sanierung des Baubestands, Einsatz von Photovoltaikanlagen und Einsparungen bei Dienstreisen bereits eine Minderung der CO2-Emissionen um 17,9 Prozent erreicht worden. Würden die genannten Verbesserungen weitergeführt, ergebe sich ohne zusätzliche Maßnahmen bis 2015 eine Minderung von 21,7 Prozent. Die Vorgabe der EKD, die CO2-Emmissionen bis 2015 um 25 Prozent zu reduzieren, sei damit fast erreicht. Weitere Einsparungen sollen im Bereich der Gebäude durch ein Immobilienkonzept, durch die energetische Sanierung von Pfarrhäusern sowie die Umstellung auf regenerative Energiequellen erreicht werden.Auf die Frage, wie es mit der Wiederbesetzung der Pfarrstelle für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in Heilbronn aussieht, sagte Heckel, dass das Dezernat 1 keine Wiederbesetzung dieser Stelle 2011 beantragt habe, da dies einer Neuschaffung gleichkomme - und hierfür fehle das Geld.
Auf die Frage zur Umsetzung der Substanzerhaltungsrücklage antwortete Oberkirchenrat Martin Kastrup, dass 1.039 Kirchengemeinden diese bereits im vollen Umfang erbringen. Bei drei Gemeinden sei bis auf Weiteres von der Bildung der Rücklage abgesehen worden, 111 Kirchengemeinden erbrachten sie nicht im vollen Umfange.
Oberkirchenrat Ulrich Heckel führte bei der Beantwortung der förmlichen Anfrage zur Gründung von Gemeinschaftsgemeinden aus, dass diese Gemeinden von den Gemeinschaftsverbänden gegründet werden dürfen. Derzeit bestünden Gemeinschaftsgemeinden in Ludwigsburg-Ossweil, in Heidenheim, auf dem Schönblick (Schwäbisch Gmünd), in Reutlingen, Esslingen und Rottweil. Voraussetzung für die Gründung sei die Zustimmung von Oberkirchenrat, Kirchenbezirk und Kirchengemeinde und dem entsprechenden Gremium auf Gemeinschaftsseite. Heckel betonte, dass Gemeinschaftsgemeinden nur gegründet werden können, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind. "Gemeinschaftsgemeinden können das Leben der Kirche bereichern, wenn die Voraussetzungen gegeben sind", so Heckel.
Synode gratuliert Bischof July zum Geburtstag

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat dem Landesbischof zum Geburtstag gratuliert. Große Freude löste der von Synodalpräsidentin Christel Hausding überreichte Blumenstrauß beim Jubilar aus.
Freitag, 16. Juli
Abend der Begegnung

Zum Ausklang des Tages hatte der Kirchenbezirk Freudenstadt zu einem Abend der Begegnung auf den Marktplatz eingeladen. Zahlreiche Einrichtungen und Werke präsentierten sich dort, Synodale und Kirchenleitung kamen mit Menschen vor Ort ins Gespräch. Eine Delegation aus Kamerun sang zu afrikanischen Rhythmen, Chor und Posaunenbläser rundeten das Programm ab. Zum Programmauftakt sang ein Kinderchor. den Abschluss bildete eine kleine Kirchführung. Ein paar Bilder sollen einen kleinen Eindruck geben.
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Bischof mahnt zu klarer Aussage

In der allgemeinen Aussprache zur Erklärung der Synode meldete sich auch Landesbischof Frank Otfried July zu Wort.
Er machte darauf aufmerksam, dass klare Aussagen gebraucht würden. Die Parteinahme für die Armen dürfe nicht verwässert werden. "Wer soll es sagen, wenn nicht die Kirchen?" zitierte er einen Vertreter der Wirtschaft.
www.kirchenfernsehen.de

Sommertagung - Landesbischof gratuliert Firstwald-Gymnasium
Am 9. Juni ist dem Firstwaldgymnasium in Berlin der mit 15.000 Euro dotierte "Sonderpreis der Akademie" verliehen worden. In seiner Ansprache auf der Sommertagung in Freudenstadt hat der Landesbischof seiner Freude über die Auszeichnung Ausdruck verliehen. "Es ist toll, was Sie als...Beitrag ansehen
Landesbischof gratuliert Firstwald-Gymnasium

Landesbischof Frank Otfried July gratulierte am 16. Juli einer Abordnung des evangelischen Firstwaldgymnasiums (Mössingen) zum Schulpreis. Am 9. Juni wurde der Einrichtung in Berlin der mit 15.000 Euro dotierte "Sonderpreis der Akademie" verliehen. In seiner Ansprache gab der Landesbischof seiner Freude über die Auszeichnung Ausdruck. "Es ist toll, was Sie als Lehrerinnen und Lehrer leisten - und dass Ihr als Schülerinnen und Schüler so gut mitmacht. ", so July. Auch Oberkirchenrat Werner Baur lobte die Schule für ihr innovatives Konzept. Der Oberkirchenrat bedankte sich darüber hinaus bei der Synode, die die finanziellen Mittel für die Schulen bereit stellt - "und hier sitzen die Früchte".
Als Anerkennung überreichte der Landesbischof den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern je eine Armbanduhr.
Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 ausgeschrieben von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung. Mit einem Preisgeld von insgesamt 230.000 Euro ist er der am höchsten dotierte Preis für Schulen in Deutschland: Neben dem mit 100.000 Euro dotierten ersten und den mit je 25.000 Euro dotierten zweiten bis fünften Plätzen werden auch zwei mit je 15.000 Euro dotierte Sonderpreise verliehen. Der „Sonderpreis der Akademie“ des Deutschen Schulpreises, mit dem das Evangelische Firstwald-Gymnasium ausgezeichnet wurde, würdigt eine Schule, die „auf einem Gebiet Außergewöhnliches leistet und mit ihrer ‚pädagogischen Erfindung’ einen wertvollen Impuls für die Schulentwicklung setzt, den die Akademie transportieren will.“
Das Evangelische Firstwald-Gymnasium ist eine von drei Einrichtungen der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Wie in Mössingen gehören Internate auch an den beiden anderen Schulstandorten mit zum Angebot, nämlich im Evangelischen Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim (Kreis Ludwigsburg) und im Evangelischen Schulzentrum Michelbach (Kreis Schwäbisch Hall).
Weitere Informationen:
www.firstwald.de
Schwerpunkttag "Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze"
www.kirchenfernsehen.de

Sommertagung - Gespräch mit dem Landesbischof
Während ihrer Sommertagung 2010 beschäftigt sich die Landessynode am 16. Juli in einem Schwerpunkttag mit dem Thema "Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze". Darüber hinaus wird die Synode über die Zukunft des Hauses Birkach einen Beschluss fassen und sich über Sparpläne innerhalb der Landeskirche austauschen....Beitrag ansehen
"Arme oft ohne Perspektive"
Claudia Schulz, Professorin für Soziale Arbeit und Diakoniewissenschaft an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, sagte, oft hielten arme Menschen ihre Situation für unausweichlich. Es fehle ihnen an Perspektiven. Deshalb suchten Betroffene auch niemals von sich aus Hilfe in einer Kirchengemeinde. Gemeinden seien gefragt, den ersten Schritt zu machen und bedürftige Menschen zu besuchen. Außerdem könne eine Kirchengemeinde mit sozialen Einrichtungen und Werken zusammenarbeiten. (epd - Kubitscheck)
Berichte aus den Arbeitsgruppen zum Schwerpunkttag

Die Verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich zum Schwerpunkttag gebildet hatten, haben ihre Ergebnisse der Landessynode berichtet. Die Gruppe, die zum Thema "Gerechtigkeit in der Bibel" getagt hatte, kam zu dem Schluss "Zu jeder Bekehrung gehört auch die Bekehrung des Geldbeutels". Die zweite Gruppe mit dem Namen "Glaube und Globalisierung/Ökumene" kam zum Schluss, dass Wirtschaftlichkeit einen Rahmen brauche, um sozial zu sein, während die Guppe mit dem Namen "Nachhaltiges Handeln in der Landeskirche" das Fazit zog, dass es nachhaltiges Handeln in der Landeskirche schon gibt. Jedoch müsse Energieeinsparung Selbstverpflichtung von Kirchengemeinden sein. Deshalb beantragte die Gruppe eine Änderung der Vorlage. Die Gruppe "Armut und Hunger" rügte den Fleischverbrauch in der westlichen Welt, brachte aber keinen Änderungsantrag ein. In der Gruppe "Krankheit und Medikamente"brachte umfassende Änderungsanträge ein, die von den Vertretern aller vier Gesprächskreise gebilligt wurden. Die Gruppe "Arm trotz Arbeit" forderte Maßnahmen, um Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen genügend finanzielle Sicherheit zu geben. Dies fange beim Einkaufskorb an. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Armut in einem reichen Land" forderte ein gerechteres Steuersystem und viele Änderungen zur Vorlage der Erklärung. "Armut und Teilhabe" hieß die Gruppe, die zu dem Schluss kam: "Wenn wir wollen, dass Menschen bei uns eine Heimat haben, dürfen wir sie nicht zuerst als bedürftig klassifizieren". "Armut beginnt, wo es an Bildung von Anfang an mangelt", hieß das Fazit der Arbeitsguppe "Bildung für alle". Dies bedeute mehr als nur Ratschläge zu erteilen, sondern auch konkrete Hilfe. Die Arbeitsgruppe brachte einen Änderungsantrag ein. "Kirche als Institution" fragte, ob Kirche immer nur ihren Status quo absichere oder ob sie bereit sei, Gebäude abzugeben und den Kirchengemeinden mehr Freiheit einräumen wolle.
www.kirchenfernsehen.de

Sommersynode - Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer
"Entwicklungsarbeit ist Friedensarbeit" sagte Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer auf der Sommersynode . Am Beispiel der deutschen Wiedervereinigung machte er deutlich, wie durch den Fall der Mauer materieller Ausgleich stattgefunden hat. Er forderte, dass sich die Gesellschaft in Deutschland darauf einstellen müsse, bunter zu werden....Beitrag ansehen
Klaus Töpfer: "Nachhaltige Entwicklung - Friedenspolitik unserer Zeit!"

"Entwicklungsarbeit ist Friedensarbeit" sagte Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer. Am Beispiel der deutschen Wiedervereinigung machte er deutlich, wie durch den Fall der Mauer materieller Ausgleich stattgefunden hat. Er forderte, dass sich die Gesellschaft in Deutschland darauf einstellen müsse, bunter zu werden. Das werfe beispielsweise auch die Frage danach auf, wie stabil unsere Gesellschaft ist.
Der weltweite Bevölkerungszuwachs müsse zu einem Umdenken führen: "Wir können nicht zu den Menschen in den Entwicklungsländern sagen, sie dürfen nicht mehr wachsen, weil wir alle Wachstumsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft haben." Vielmehr solle die Gesellschaft in Deutschland umdenken. Denn wenn sie nicht dazu beitrage, dass die Entwicklung der armen Länder auch zu Wohlstand führe, könne dies dazu führen, dass es weniger Frieden gebe. Zudem wies Töpfer darauf hin, dass Entwicklung auf Kosten der Umwelt zu noch mehr Armut führe.
Umweltpolitik sei Verteilungspolitik - denn sie entscheide, wer wann welche Kosten für die Umwelt zu zahlen habe. Umweltsünden von heute müssten von den Enkeln bezahlt werden - und das müsse man sich immer bewusst machen. Eine Welt mit 9.2 Milliarden Menschen könne nie eine Wegwerfgesellschaft sein.
Arm und Reich - Gottgewollt oder von Menschen gemacht?

Professor René Krüger aus Argentinien hielt einen Vortrag zum Thema "Arm und Reich - Gottgewollt oder von Menschen gemacht?" Reichtum und Sünde seien in der Bibel oft eng miteinander verknüpft. Jesus entlarve in seiner Verkündigung die fesselnde Macht des Reichtums als Hindernis für den Eintritt in das Reich Gottes. Er warne vor Habsucht, zeige auf dass die egoistische Anhäufung des Reichtums den Armen Elend und Not und den Reichen ewige Verdammnis bringe. Geld und Güter hätten eine soziale Funktion und sollten dazu dienen, das Leben aller Menschen zu ermöglichen und zu fördern. Das könne auf vielfältige Weise geschehen: Durch Dienst am Nächsten, Teilen, Halbieren, Almosen, Hilfe für not leidende Menschen, Wiedergutmachung, teilhaben lassen, Güteraufgabe, Verzicht, Feiern. Dem stünden verschiedene Sündenmuster entgegen: sinnlose Anhäufung von Gütern, Hamsterei, Spekulation, Schmarotzertum, Raub des Eigentums an Boden, hohe Zinsnahme, Ausbeutung der Arbeitskräfte.
Krüger forderte von Kirchen und den Menschen in der westlichen Welt, die Perspektive der Opfer und Schwachen aufzunehmen, die Bibel mit diesen Augen neu zu lesen, die Problematik der Gegenwart zu begreifen, Solidarität zu praktizieren und die prophetische Stimme zu erheben.
Reichtum braucht ein Maß - Armut eine Grenze
Erich Haller, der Vorsitzende des Sonderausschusses "Globalisierung - Arm und Reich" stellte der Synode die vom Ausschuss vorbereitete Erklärung zum Thema Arm und Reich vor. Sie enthält folgende Forderungen: "Das heutige globale Wirtschaftssystem muss grundsätzlich überdacht werden. Entsprechend der biblischen Aussagen soll die Wirtschaft dem Leben dienen - nicht umgekehrt. Eine faire Welthandelsordnung muss etabliert werden. Konkret fordern die Synodalen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.Die nachhaltige Landwirtschaft soll lokal und global gestärkt werden.
Alle Menschen sollen Zugang zu ausreichender Gesundheitsfürsorge haben. Deshalb müssen alle unentbehrlichen Arzneimittel in Entwicklungs- und Schwellenländern vom Patentschutz ausgenommen werden.
Menschen müssen von ihrer Hände Arbeit leben können. Deshalb soll auch in Deutschland ein Mindestlohn eingeführt werden. Das Steuersystem muss vereinfacht werden. Alle Einkommensarten sollen besteuert werden.
Bildung ist für die Synodalen ein wesentlicher Schlüssel zur Armutsprävention. Entsprechend sollen Kindertagesstätten und Ganztagesschulen ausgebaut werden."
Diese Forderungen sind aber nicht nur an Politik und Gesellschaft gerichtet. Auch Landeskirche und Kirchengemeinden vor Ort sollen sich an diesem Prozess beteiligen. Finanzentscheidungen sollen sozial verantwortlich getroffen werden. Der Kauf etwa fair gehandelter und ökofairer Produkte soll in den Kirchengemeinden zur Selbstverständlichkeit werden. Außerdem soll die Landeskirche langfristig klimaneutral werden.
Die Erklärung soll am Abend verabschiedet werden.
Donnerstag, 15. Juli
Armut weltweit - was bedeutet das?

Im zweiten Teil des Abends führte Peter Ruf vom Diakonischen Werk Württemberg ein Interview zum Thema Armut weltweit. Pfarrer Silfredo Dalferth aus Brasilien berichtete davon, dass die ärmsten der Armen immer auch mit Kriminalität in Verbindung gebracht - obwohl diese Menschen eigentlich ein rechtes Leben führen wollten. "Die Gesellschaft weist den Armen Schuld zu - und dann erfüllt sich diese Zuweisung", so die Theorie des Pfarrers. Gemeinden sollten hier entgegen wirken und die Menschen stärken. Den Kirchengemeinden in Brasilien müsse immer wieder gesagt werden, dass jeder die Freiheit hat, am Gemeindeleben teilzunehmen - oder auch nicht, unabhängig vom Geld, das ihm zur Verfügung steht. Dalferth berichtete über ein Programm, das die Frauen mit Geld belohnt, wenn sie ihre Kinder in die Schule schicken.
Ein Filmbeitrag zeigte die Geschichte der kleinen Amal aus Marokko, die eigentlich Ärztin werden will. Amal geht gerne zur Schule - sie lernt gut und gerne, denn ihr Ziel steht fest, ihr Lehrer fördert sie. Aber ihre Eltern machen ihr einen Strich durch die Rechnung: Sie nehmen das Mädchen von der Schule und lassen stattdessen ihren unbegabten und uninteressierten Bruder lernen. Amal muss bei ihrer Familie im Haushalt helfen.
Der Kurzfilm kann im
Ökumenischen Medienladen ausgeliehen werden.
Armut in Deutschland im Blick

Armut hat viele Gesichter. Beispielsweise das der 36-jährigen Mutter von drei Kindern, die Hartz IV-Empfängerin wurde, als ihr Mann abrutschte. Zum Leben bleiben ihr pro Woche maximal 150 Euro - und von dem Geld muss sie zusätzlich noch etwas auf die Seite schaffen, um beispielsweise Kleidung, Schulranzen oder Schuhe zu kaufen. Im Gespräch mit dem Pressesprecher des Diakonischen Werkes Württemberg, Peter Ruf, gab sie den Synodalen und den Gästen der Tagung einen Einblick in ihren Alltag. Sie sprach von der Scham, zum ersten Mal in einem Tafelladen einkaufen zu müssen - und auch davon, wie freundlich sie von den Mitarbeitern dort empfangen wurde. Auch hätten die sozialen Kontakte abgenommen. "Viele Freunde können es nicht verstehen, dass ich mir kein Apfelschorle für 3,50 Euro nicht leisten kann", erzählte sie.
Ein anderes Beispiel ist das des 40-jährigen, der obdachlos war. Hinzu kam Alkoholsucht. In der Nacht im Winter, habe er sich von innen aufgewärmt. Er habe auch gebettelt. Die Hygiene komme auf der Straße zu kurz, was auch zur Ausgrenzung geführt habe: "Auf der Straße hatte ich Platz, ich habe den Leuten gestunken", erzählte er. Jetzt verkauft er die Straßenzeitung "Trottwar", eine Zeitung von Obdachlosen für an sozialen Themen Interessierte. Den Ausstieg hat er geschafft, als er eine Frau kennen lernte, die ihm auf den Weg half: "Entweder ich oder der Alkohol" habe sie zu ihm gesagt. Auch der Arzt habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt: "Noch ein Jahr, und Du bist tot!" Danach machte er eine Therapie, eine Suchtberatung. Als die Klinik schloss, war er wieder arbeitslos. "Am 15./16. eines Monats war das Geld weg! Wir mussten was tun - wir haben Teebeutel mehrfach wieder benutzt, Zigaretten aus dem Müll gefischt, um etwas zu rauchen zu haben...." Seine Frau kam an einem Abend nach Hause mit 80 Euro in der Tasche. Sie hatte Trottoir kennen gelernt. Das probierte er auch aus - und begann ein neues Leben. "Plötzlich hatten wir auch am 30. eines Monats Geld in der Tasche, der Kühlschrank war voll!" Neben seinem Job als Tottoir-Verkäufer führt er auch Interessierte zu Stuttgarts sozialen Brennpunkten. Ohne den Verkauf der Straßenzeitung wäre er wieder rückfällig geworden, davon ist er überzeugt.
Drittes Beispiel: Die geschiedene Mutter von vier Kindern. Sie sprach über die Scham, Kleidung in einem Second-Hand-Laden zu kaufen. Und davon, wie schwer es fällt, vor den Kindern zugeben zu müssen, dass die Familie von Hartz IV lebt. Die Diakonische Bezirksstelle hilft - zum Beispiel mit finanzieller Unterstützung, wenn die Waschmaschine kaputt ist, einen günstigen Ersatz zu finden. Die Betroffenen und die Helfer wünschen sich, dass eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der Hilfsbedüftigen besser möglich ist.
Zur Pressemitteilung über die Zukunft der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusikwww.kirchenfernsehen.de

Sommersynode 2010 - Demografischer Wandel in der Kirche
Die Sommertagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode vom 15. bis zum 17. Juli 2010 tagt in Freudenstadt. Jürgen Kaiser spricht am ersten Tag mit der Synodalpräsidentin Dr. Christel Hausding über Kirchenaustritte und den demografischen Wandel in der Gesellschaft.Beitrag ansehen
Zur
Pressemitteilung über die Voten der Gesprächskreise..."Fällen von Lieblingsbäumen schwer"

Reiner Klotz sprach für den Gesprächskreis Kirche für morgen. "Wir unterstützen die Sparvorschläge, wir wissen, dass wir Bäume fällen müssen. Aber wir müssen auch Bäume pflanzen." Natürlich habe auch der Gesprächskreis Kirche für morgen seine Lieblingsbäume, die er ungern fälle. Es sei generell schwierig, ein Bild von Kirche zu entwerfen und gleichzeitig zu sparen. Es gäbe für das Sparen noch kein einheitliches Konzept. Dennoch müsse jeder an seine Lieblingsbäume heran.
"Bei den Immobilien weiter runter"

"Jede Kürzung tut weh", sagte Winfried Dalferth für den Gesprächskreis Evangelium und Kirche. Er betonte, dass die Kirche vielseitig aktiv sei. Ein großes Einsparpotenzial sieht er bei den Immobilien. "Wir müssen weiter runter mit den Kosten der Immobilien". Gleichzeitig lobte Dalferth den Erhalt der Hochschule für Kirchenmusik. Der Gesprächskreis sei neu motiviert durch die Gespräche mit Vertretern der Hochschule.
"Sparliste entstand am Grünen Tisch"

Martin Plümicke sagte für den Gesprächskreis Offene Kirche, dass die Sparvorschläge am Grünen Tisch erarbeitet worden seien. Die OK habe es sehr ärgerlich gefunden, dass die Sparliste im Vorfeld der Synode bekannt gegeben wurde. Diese Sparliste sei in aller Hektik zusammengeschustert worden, ohne ein grundsätzliches Bild von Kirche. Dies sei aus missionarischer und wirtschaftlicher Sicht falsch. Er kritisierte den Vorschlag, das Pfarramt für Friedensdienste abzuschaffen. Auch kritisierte er die geplanten Kürzungen beim Büro der Gleichstellungsbeauftragten. Die Offene Kirche trage die geplanten Einschnitte beim Pfarrdienst mit. Dienste und Einrichtugen sollten nicht unbedacht gekürzt werden, sondern mit Maß und Ziel.
Grundsätzliche Zustimmung

Andreas Schäffer sagte für den Gesprächskreis Lebendige Gemeinde, dass der Kreis die Beschlüsse grundsätzlich mittragen kann. Es seien Beschlüsse dabei, die leicht zu tragen seien, beispielsweise die Vorschläge zum Tagungsstättenmanagement. Zur Evang. Akademie Bad Boll sagte er, dass es dort viele Bereiche gebe, die nicht zum Kernbereich gehören - dennoch sei die Akademie unverzichtbar für die Landeskirche. Große Schmerzen machten ihm aber die Beschlüsse zu Kürzungen beim Evangelischen Jugendwerk und bei der Mission. Kürzungen beim Pfarrdienst seien kritisch - es seien zuviele Stellen, die abgebaut werden sollen. Im Herbst sei nun auszuloten, wie die Beschlüsse umgesetzt werden sollen.
Sparvorschläge aus Sicht der Synode

Für die Synode sprach zunächst Volker Teich. Er merkte an, dass das unterschiedliche Verständnis von Vertraulichkeit und öffentlicher Diskussion im Vorfeld der Synode störend gewesen sei. Dass nach der ersten Sitzung bereits Details an die Öffentlichkeit drangen, habe die Arbeit erschwert und die Atmosphäre teilweise vergiftet. Inzwischen habe man aber Vertraulichkeit vereinbart und auch ausgemacht, dass die Landessynode einen Rahmenbeschluss fasst, in der die Kürzungssumme von zehn Millionen Euro festgelegt werden. Zur Liste selbst nannte Teich ein paar Schwerpunkte. So sei die Hochschule für Kirchenmusik von geplanten Kürzungen nicht mehr betroffen. Bei der Evangelischen Akademie Bad Boll solle es in einigen Bereichen Umstrukturierungen und Konzentration auf Kernbereiche geben. Teich bat die Synode um folgenden Beschluss: "Im landeskirchlichen Haushalt sind die Ausgaben dauerhaft um 10,17 Millionen Euro zu senken. Die Einsparungen sind insgesamt in den Bereichen zu realisieren, die in der gemeinsamen Kürzungsliste von OKR und Synode aufgeführt sind. Die endgültige Entscheidung über die einzelnen Bereiche und ihren Anteil an der Gesamtsumme ist in der Herbstsynode zu treffen." Zudem bat Teich um einen weiteren Beschluss: "Die Landessynode möge beschließen: Die AG Zukunft (Synode) soll die Weiterarbeit an der gemeinsamen Kürzungsliste bis zum endgültigen Beschluss durch die Landessynode im Herbst 2011 fortsetzen."
Ergebnisse der AG Zukunft

Die Vorschläge der AG Zukunft zum Thema Sparpläne stellte die Direktorin des Oberkirchenrats, Margit Rupp, vor. zwei wesentliche Grundentscheidungen hülfen dabei, fünf Millionen Euro einzusparen: Einmal die Entscheidung, den Pfarrdienst von den Kürzungen nicht auszunehmen, drei Millionen Euro sollen gekürzt werden. Dies soll - so der Vorschlag der AG Zukunft - erreicht werden durch Vorruhestandsregelungen und weniger Menschen im pfarramtlichen Hilfsdienst sowie einer zeitlichen Ausdehnung des Hilfsdienstes. Mit einer zweiten Maßnahme soll beim Investitionstopf für neue Projekte bzw. Maßnahmen um zwei Millionen Euro auf dann acht Millionen Euro gekürzt werden. Weitere Einsparpotenziale sieht die Arbeitsgemeinschaft in einem einheitlichen Tagungsstättenmanagement, mit einer Strukturveränderung bei Kirchenbezirken und Verwaltungsstellen sowie durch das Verschlanken von Verwaltungsprozessen geschehen.
Mit der Bildungskonzeption seien drei Arbeitsbereiche geschaffen worden: "Landeskirchliches Bildungszentrum", "Kirche und Gesellschaft" sowie "Werke und Dienste". Hier wurde strukturell ein gemeinsamber Bereich für die bislang getrennt voneinander organisierten Arbeitsbereiche für Frauen, Männer, Erwachsene und Senioren geschaffen, so die Direktorin. Dies bedeute für die Evangelische Akademie Bad Boll eine Konzentration auf den Kernbereich. Auch im Bereich Erwachsene gehe es um die Konzentration und Bündelung - verbunden mit einer Neuaufstellung der Bereiche Evangelische Frauen in Württemberg, Männerarbeit und Erwachsene. Außerdem gehöre zu den Vorschlägen die Neukonzeption des Dienst für Mission und Ökumene.
Auch seien Veränderungen beim Pfarramt für Friedensarbeit, beim Umweltbeauftragten, dem Bereich Christlich-jüdische Beziehungen, Diakonenausbildung und dem Büro für Chancengleichheit angedacht. Rupp betonte aber auch, dass diese Vorschläge als Diskussionsgrundlage dienen sollen, und nicht schon gesetzt.
www.kirchenfernsehen.de

Sommertagung 2010 - Zukunft des Hauses Birkach
Die Landessynode, das Parlament der Evangelischen Landeskirche, kommt in der Regel dreimal pro Jahr zur Sitzung zusammen. Alles, was die evangelische Landeskirche betrifft, kann in der Landessynode erörtert werden. Die Sommertagung 2010 findet in Freudenstadt statt. Mit der Synodalpräsidentin Dr. Christel Hausding spricht Jürgen...Beitrag ansehen
Antrag mit kleiner Änderung angenommen

Der Antrag des Finanzausschusses (Nr. 20/10) wurde mit einer kleinen Änderung angenommen: "Der Oberkirchenrat wird gebeten, den Antrag auf Abbruch von Haus Birkach zunächst weiter zu verfolgen. Der Oberkirchenrat wird gebeten, ein Gesamtkonzept für alle Bildungsstätten vorzulegen, aus dem deutlich wird, wie langfristig eine möglichst ausgelastete Nutzung der Tagungsstättenbereiche und Büros erfolgen kann und wie die eventuell entstehenden Mehraufwendungen durch eine Sanierung von Birkach aus dem Gebäudebereich gegenfinanziert werden können. Der Oberkirchenrat wird gebeten, zur Vorbereitung einer Entscheidung in der Haushaltssynode im November die weitere Prüfung der Baukosten unter den Bedingungen des Denkmalschutzes und der Energiesanierung durchzuführen und die weiteren notwendigen Planungen für die Übergangsquartiere voranzutreiben."
"Birkach abreißen"

"In seiner Julisitzung 2009 erfuhr der Finanzausschuss, dass die Sanierung von Birkach über 10 Mio. € kosten würde, da es zusätzlich Probleme mit dem Brandschutz gebe. Darauf appellierte er an den Oberkirchenrat, die vorgesehenen Umzüge der Dienststellen nach Birkach nicht durchzuführen, da es nicht zu verantworten sei, Menschen in ein sanierungsbedürftiges Gebäude erst ein- und dann wieder ausziehen zu lassen. Die Appelle verhalten ungehört", sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Inge Schneider. Der Ausschuss befürchte, dass auch nach einer Sanierung das Haus nicht wirtschaftlich betrieben werden kann und habe darum gebeten, alternativ die Kosten für einen Neubau, eine Innenstadtlösung oder eine Verlagerung nach Bad Boll zu berechnen. Verschiedene vorgelegte Varianten hätten deutlich gemacht, dass eine Verlegung nach Bad Boll auf Dauer kostengünstiger sei, selbst wenn man die Kosten für ein dann neu zu erstellendes Gemeindehaus für Birkach und hohe Investitionskosten in Boll mit einberechne. "Wir fordern von unseren Gemeinden nachhaltiges Wirtschaften. Es gibt nur dann Zuschüsse vom Ausgleichstock, wenn die Gemeinden ein Immobilienkonzept vorlegen aus dem deutlich wird, welche Gebäude auch in der Zukunft noch gebraucht werden", so Schneider weiter. Das sei gut und richtig so, aber man könne nicht an die Gemeinden strengere Maßstäbe anlegen als an die landeskirchlichen Investitionen. "Schon heute stehen Büroflächen in Bad Boll leer und unsere Tagungsstätten sind nicht ausgelastet. Daher erscheint es uns unverantwortlich, Millionen in eine Sanierung zu stecken ohne zu wissen, was wir auf Dauer brauchen und uns auch auf Dauer leisten können. Der Finanzausschuss fordere daher eine Kostenplanung, in die sowohl die zusätzlichen Kosten aufgrund des Denkmalschutzes, wie auch die energetische Sanierung mit einbezieht und sicher stellt, dass in den nächsten 15 Jahren nicht weitere Sanierungskosten anfallen. Die wirtschaftlich bessere Lösung wäre nicht nur nach Ansicht des Finanzausschusses, sondern auch nach Auskunft von Oberkirchenrat Baur ein Abbruch von Birkach und eine anschließende Verwertung des Grundstückes. Die
Rede von Inge Schneider im Wortlaut...
"Birkach ist zu teuer"
"Im Vergleich zu Investitionskosten von bisher angenommenen 14,57 Millionen Euro in Birkach ist eine Investitionssumme von 7,5 Millionen in Bad Boll nötig, zuzüglich 1 Millionen Euro Abbruchkosten in Birkach, wenn der Abbruch des Hauses Birkach durchgesetzt werden kann und 1,3 Millionen für einen Gemeindehausneubau für die Kirchengemeinde in Birkach", sagte Oberkirchenrat Hans-Peter Duncker vor der Synode. Bei einer Lösung in der Innenstadt wäre mit hohen Mieten zu rechnen, der jährliche Aufwand etwas höher als in Bad Boll oder Birkach. Beziehe man bestimmte Standortvorteile von Birkach in die Betrachtung ein, so führe die Investition in Birkach, jedenfalls unter den Bedingungen des Denkmalschutzes, zu niedrigeren jährlichen Belastungen als an den anderen Standorten. Ohne Denkmalschutz wäre, wenn auch ohne sehr große Vorteile bei der jährlichen Belastung, ein Abbruch von Haus Birkach und eine Nutzung des Grundstücks für Wohnhäuser möglich, so der Oberkirchenrat weiter. "Eine Verkleinerung der Flächen der Tagungsstätten der Landeskirche wäre möglich und künftig bei der Stuttgarter Alternativlösung eine flexiblere Anpassung der Mietflächen", sagte Duncker.
Zum ausführlichen Bericht....Ein Nachhaltigkeitsniveau für die Kirche
Am Beispiel der Holzwirtschaft verdeutlichte Oberkirchenrat Martin Kastrup, wie wichtig es sei, nachhaltig zu handeln. 1713 habe sich der Begriff etabliert, und erstmals sorgten Menschen für Menschen vor, die erst 100 oder 200 Jahre später leben würden. Diese Nachhaltigkeit solle der Kirche als Beispiel dienen. "Ziel auch unseres Nachhaltigkeitsniveaus ist es, die uns gegebenen Ressourcen mit zukünftigen Generationen von Kirchenmitgliedern zu teilen, keine untragbaren Lasten zu generieren und ihnen eine Kirche zu hinterlassen, die sie noch selbst gestalten können", so der Finanzdezernent. Dabei gehe es nicht darum, das heutige System Kirche eins zu eins zu bewahren, jedes kirchliche Bauwerk und jede kirchliche Besonderheit zu erhalten, sondern darum, den Glauben mit Hilfe eines widerstandsfähigen, anpassungsbereiten und lebendigen Organismus zu verkünden und zu erhalten.Zur
Rede von Martin Kastrup....
"Neue Gemeindeformen sind näher an den Menschen"
Angela Schwarz vom Gesprächskreis Kirche für morgen sagte, dass die Kirche nicht mehr in der Fläche präsent sei. Nur, dass es in jedem Ort eine Gemeinde gibt, heiße aber nicht, dass Kirche präsent sei. Kirche sei nur Kirche, wenn sie für andere da sei. Neue Gemeindeformen seien näher an den Menschen. Darüber hinaus fragte Schwarz nach der Rolle der Pfarrerinnen und Pfarrer. Sie täten einen wichtigen Dienst, seien aber nicht Schlüsselfiguren der Gemeinde. Sei seien Trainerinnen und Trainer, nicht aber Chef der Gemeinde. "Die Gemeinde gibt es doch nicht, weil es Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, sondern umgekehrt", deshalb müssten auch die Gemeinden unterstützt werden."Konzentration von Verwaltungsaufgaben ist wichtig"
"Verwaltungsaufgaben sollen konzentriert werden - allerdings immer mit BLick auf die Gegebenheiten direkt vor Ort", sagt Hanna Fuhr für den Gesprächskreis Evangelium und Kirche. Sonder- und Gemeindepfarrdienste zu koppeln sei richtig, jedoch müsste genügend Freiheit bestehen, um die Aufgaben in der Stellenbeschreibung auch an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Gemeinsame Bemühungen, praktikable und notwendige Schritte zur Umstrukturierungen würden vom Gesprächskreis weiter unterstützt."Kooperation und Fusion sind möglich und nötig"
Jutta Henrich sprach für den Gesprächskreis Offene Kirche. "Unsere Pfarrerschaft ist ein Schatz, mit dem wir wuchern können. Wir sollten sie pfleglich behandeln und auf qualitativ gute Rahmenbedingungen achten". Die Pfarrerschaft von überflüssigen Aufgaben zu entlasten - wie beispielsweise Sekretariatsaufgaben - sei nötig, um ein besseres Arbeiten der Pfarrerinnen und Pfarrer zu gewährleisten. Kooperation und Fusion von Gemeinden seien möglich und nötig. Jedoch komme es auf das Maß an."Keine überporportionale Streichung von Stellen"
Dass Pfarrstellen gestrichen werden sollen, sei in Ordnung, sagte Steffen Kern für den Gesprächskreis Lebendige Gemeinde. Aber es stelle sich generell die Frage, ob es nicht unverhältnismäßig ist, von 1.800 Stellen auf 1.100 zu streichen; das sei ein Anteil von 40 Prozent, verglichen mit einem Mitgliederschwund in Höhe von 20 Prozent. Auch über die Streichung von Vikarstellen sei noch zu diskutieren.Zur
Pressemitteilung über den Bericht des Landesbischofs....Veränderungen beim Pfarrdienst und den Gemeinden
"Pfarrerinnen und Pfarrern werden weniger werden müssen - und mehr Gemeinden zu betreuen haben", sagte Landesbischof Frank Otfried July in seiner Rede vor der Synode. Gleichzeitig gelte es, die Ideen der jungen Geistlichen zu unterstützen. "Wir wollen, das Pfarrer und Pfarrerinnen Raum und Zeit dafür haben, Theologinnen und Seelsorger sein zu können. Sie werden durch die Gemeinde vorrangig auf ihre geistliche Existenz und ihre theologische Deutungskraft hin angesprochen. Dafür seien sie auch in Studium und Vikariat ausgebildet worden. Dieses müsse deutlich erkennbar bleiben, ohne damit Aufgaben wie Verwaltung, Management, Führen und Leiten im Pfarramt abzuwerten. Dass Pfarrer geistlich wirkten und zugleich organisatorische Aufgaben haben, stehe nicht im Widerspruch zueinander. Als Veränderung schlage die AG Zukunft eine Vorruhestandsregelung für Pfarrerinnen und Pfarrer vor, um Geld zu sparen. Zudem sollten nicht mehr 48 sondern nur noch 46 Personen in den Vorbereitungsdienst aufgenommen werden und der Pfarramtliche Hilfsdienst zeitlich gestreckt werden. Damit sei gewährleistet, dass auch in Zukunft jungen Männern und Frauen verlässlich der Dienst als Pfarrerin oder Pfarrer anvertraut werden können.Auch sollten Kirchengemeinden mehr miteinander kooperieren, so July. Dies solle durch kirchenrechtliche Vereinbarungen verbindlich geregelt werden. Ortsgemeinden behielten so in der Regel ihren Kirchengemeinderat und eine für sie zuständige Pfarrstelle. Jedoch seien sie in regionale bzw. übergemeindliche Kooperationsstrukturen eingebunden. Die Haltung, dass alle Anstrengungen erst einmal der eigenen Gemeinde dienen sollen, gelte es zu überwinden. Für viele sei die Ortsgemeinde Heimat. Mit ihr könne man sich identifizieren. Deshalb soll sie auch weiterhin erkennbar sein. Menschen identifizierten sich da mit Kirche, wo sie Vertrauen erfahren. Menschen seien deshalb mehr gefragt als Strukturen. "Wir werben aber nicht nur für die Kooperation. Wir werben auch für die Fusion von Gemeinden. Will man den Verwaltungsaufwand der Kirchengemeinden reduzieren, so bietet sich die Fusion an", so July weiter.
"Hinüber und herüber denken"

"Wir fragen uns erneut: Was ist der Auftrag der Kirche? Wie gestalten wir ihn auch mit weniger Kirchenmitgliedern, weniger Pfarrstellen und veränderten finanziellen Möglichkeiten? Was muss stärker beachtet werden? Was müssen wir zurückstellen?" fragte Landesbischof Frank Otfried July in seiner Rede zur Spardiskussion. "Wir sollten die Gelegenheit haben, zum hinüber und herüber Denken", so der Bischof weiter. Er gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass durch manche Veröffentlichungen im Vorfeld der Synodaltagung der Eindruck entstehen konnte, es ginge um schnelle Transaktionen hinter dem Rücken der Öffentlichkeit. "Wir wollen und werden uns auf dem Weg austauschen", so July.
Die Vorschläge der AG Zukunft seien noch nicht in Stein gemeißelt. Sie seien eher eine Grundlage für die Diskussion über die künftigen Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit. "Unsere finanzielle Lage erlaubt es uns, die Überlegungen in Ruhe anzustellen - wir müssen dies allerdings dann auch konzentriert tun", sagte July. Einer der Grundsätze für die Spardiskussion sei, so July, in der Fläche präsent zu bleiben und den Verkündigungsauftrag in Kirche und Gesellschaft zu gestalten. An erster Stelle stehe der Pfarrdienst.
Frank Otfried July sagte auch, dass die Gemeinden in der Landeskirche sehr unterschiedlich sind und keine zur Verliererin werden dürfe. Deshalb müsse jetzt verändert werden, wo es jetzt möglich ist. Die Beteiligten bräuchten hierfür Mut.
"Armut hat ein anderes Gesicht als früher"
Der Pastor der Evangelisch-Methodistischen Kirche, Wilfried Röcker, sprach auch als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Armut habe es auch früher in Freudenstadt schon gegeben. Nur habe sie jetzt ein anderes Gesicht. "Es ist nicht mehr der stolze, hart arbeitende Schwarzwälder, der arm ist. Armut versteckt sich - in Familien mit beispielsweise depressiven Familienmitgliedern, in Familien mit Hartz IV-Empfängern", so Röcker. Armut brauche eine Grenze. Die Kirchen in der ACK Freudenstadt arbeiteten gemeinsam an Angeboten, um Lebensqualität für alle zu steigern. Auch forderte er andere Maßstäbe ein für die Gestaltung von Reichtum. "Als Kirchen haben wir wahrscheinlich Milliarden "auf der hohen Kante" und tun mit den Zinsen aus dem ungerechten Finanzmarkt etwas Gutes, anstatt dass wir die Milliarden ausgeben für nachhaltige Projekte.""Kirche leistet Beitrag zur Begrenzung von Armut"
Das Thema "Reichtum und Armut" erfordere eine hohe Verantwortung von Politik und Gesellschaft, sagte Landrat Peter Dombrowsky. Das größte Problem bei armen Menschen sei die Vereinsamung - die mangelnden sozialen Kontakte. Gerade an dieser Stelle leiste die Kirche einen großen Beitrag: Sozial Schwache würden durch kirchliche Angebote aufgefangen. Gerade die Zusammenarbeit von Landkreis, Kommunen und Kirche trage erheblich dazu bei, dass Armut begrenzt werden könne."Kirche unverzichtbare Mitgestalter des Gemeinwesens"
Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald sagte in seinem Grußwort, dass die Kirchen unverzichtbare Mitgestalter des Gemeinwesens seien. Zum Thema Armut und Reichtum warf er die Frage auf, ob es gerecht sei, wenn auf der einen Seite Kinder in der dritten Welt mit Fußbällen aus Kork und alten Socken spielten, auf der anderen Seite ein Nationalspieler wie Messi Millionen verdiene. "Da haben wir noch Gesprächsbedarf", sagte er im Hinblick auf den Schwerpunkttag.Synodalpräsidentin eröffnet Synode

Die Landeskirche habe mehrere Kürzungsrunden hinter sich und könne nicht einfach in allen Bereichen gleichmäßig sparen - deshalb müsse sich die Landeskirche - und damit sowohl die Synode als auch der Oberkirchenrat - Gedanken darüber machen, welche Aufgaben die Kirche in Zukunft überhaupt noch ausüben könne und welche gestrichen werden müssen, sagte Synodalpräsidentin Christel Hausding bei der Eröffnung der Sojmmertagung. Auch gab sie einen Ausblick auf den Schwerpunkttag vom Freitag, der unter dem Motto steht "Reichtum hat ein Maß, Armut eine Grenze". Mit diesem Ausblick eröffnete Christel Hausding die Tagung.
Eröffnung mit feierlichem Gottesdienst

Der Prälat von Reutlingen, Christian Rose, hielt in der Stadtkirche in Freudenstadt die Predigt. Er betonte einerseits, dass es wichtig ist, Armut zu bekämpfen und vom Reichtum etwas abzugeben. Andererseits ermahnte er die Festgemeinde, nicht zu denken, dass sie alle Ungerechtigkeit dieser Welt bekämpfen könnten.
Landessynode auf Facebook
Aus der Sommertagung berichten ab Donnerstag Synodale auf Facebook. Die Themen werden allerdings bereits schon jetzt diskutiert. mehr 
www.kirchenfernsehen.de

Einsparpläne der Landeskirche
10 Millionen Euro jährlich will die Evangelische Landeskirche in Württemberg bis 2019 einsparen. Die Kürzungsvorschläge des Württembergischen Evangelischen Oberkirchenrats und der Landessynode wurden heute der Presse vorgestellt. Über die Liste wird die Landessynode vom 15. - 17. Juli in Freudenstadt beraten.Beitrag ansehen
Pressemitteilung: Landeskirche will bis 2019 jährlich 10 Millionen Euro einsparen
Landesbischof: "Entscheidungen darüber, was unverzichtbar ist, stehen an"
zur Pressemitteilung vom 13. Juli 2010
Tagesordnung
Die Tagesordnung der Sommertagung steht
hier zum Herunterladen bereit [Stand: 5. Juli 2010, PDF, 40 KB].
Bitte beachten Sie: Änderungen in der Tagesordnung sind jederzeit möglich!














