2. bis 4. Juli 2009 im Hospitalhof Stuttgart
Die württembergische Landessynode traf sich vom 2. bis zum 4. Juli im Stuttgarter Hospitalhof zu ihrer Sommertagung. Hier können Sie den Bischofsbericht herunterladen oder anhören und sehen Sie einige wichtige Themen und Inhalte in täglicher Abfolge.
Samstag, 4. Juli 2009
Am Samstag war Hauptthema die Mittelfristige Finanzplanung für die Jahre 2009 bis 2013. Auch bereitete die Synode eine Erklärung zur Wirtschafts- und Finanzkrise vor. Darüber hinaus beschäftigte sich das Gremium mit der Personalstrukturplanung für den Pfarrdienst. Das Projekt "Wachsende Kirche" stand ebenfalls auf der Tagesordnung.

De Synode hat sich für eine Änderung des Pfarrbesoldungsgesetzes ausgesprochen. Diese Änderung betrifft alle Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen 42 und 49 Jahren. Bisher hätten Pfarrerinnen und Pfarrer in Württemberg erst mit etwa 49 Jahren die tatsächlich ihrer Pfarrstelle entsprechende Besoldung erhalten, erläuterte Dorothea Gabler, die Vorsitzende des Theologischen Ausschusses. Von nun an sollen, nach dem Willen der Synode, Pfarrerinnen und Pfarrer etwa ab dem 42. Lebensjahr entsprechend der von ihnen besetzten Pfarrstelle bezahlt werden.
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Langfristig muss die Landeskirche sparen: 65 Mio. Euro weniger für 2009
Als ein Schneeballsystem bezeichnete der Finanzdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Martin Kastrup, die Vorgehensweise der Banken, bevor es zur Finanzkrise kam. Die darauf folgende Wirtschaftskrise habe erhebliche Auswirkungen auf die Finanzsituation der Landeskirche.
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Um die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise zu verstehen und ihr zu begegnen, hat die Württembergische Evangelische Landessynode ein Positionspapier beschlossen. Der Synodale Michael Seibt betonte bei seiner Einführung zum Thema: „Die Wirtschaft ist um des Menschen Willen gemacht und nicht der Mensch um der Wirtschaft willen“.
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Freitag, 3. Juli 2009

Seit dem Bestehen der Württembergischen Landeskirche sei der sonntägliche Predigtgottesdienst die Mitte des Gemeindelebens, heißt es in der von der Synode verabschiedeten Begründung. Gegenwärtig sei diese Mitte aber immer schwerer mit Leben zu füllen. Grund dafür seien komplexe gesellschaftliche Prozesse der Individualisierung, der Privatisierung des religiösen Lebens und der zunehmenden Ausdifferenzierung der Gesellschaft in unterschiedliche Milieus. Darauf hätten bereits zahlreiche Gemeinden mit speziellen Zielgruppengottesdiensten reagiert. Diese Angebote sollten nun besser vernetzt und für den Sonntagsgottesdienst der Gemeinde fruchtbar gemacht werden – so die Kirchenparlamentarier.
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Bei ihrer diesjährigen Sommertagung hat die Synode der Württembergischen Landeskirche sich für mehr niederschwellige kirchliche Angebote für Suchende und Kirchenferne ausgesprochen. Für viele Menschen sei die Beheimatung im Glauben und die Anbindung an traditionelle kirchliche Angebote heute nicht mehr selbstverständlich, so die Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Landessynode, Dorothea Gabler, in ihrem Statement. Gleichwohl sei bei vielen der Wunsch nach Sinnstiftendem, Spirituellem groß. Mit Begegnungen, Einzelgesprächsangeboten, Vorträgen, Gottesdiensten, musikalischen, kreativen und sozialdiakonischen Veranstaltungen sowie Glaubenskursen und Thomasmessen sollen Citykirchen Raum für unterschiedliche spirituelle Erfahrungen bieten.
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Die Konfirmandenarbeit der evangelischen Kirche sei ein Erfolgsmodell, das von innovativen Erfolgsrezepten lebe, sagte der Tübinger Professor für Religionspädagogik, Friedrich Schweitzer. Die Ergebnisse einer breit angelegten Evaluation des Konfirmandenunterrichts stellte er am Freitag, 3. Juli vor der württembergischen evangelischen Landessynode im Stuttgarter Hospitalhof vor.
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Gäste aus Kamerun auf der Synode
Gäste aus dem Mezam-Distrikt in Kamerun besuchten am Vormittag die Synode.
Reverend Zephanaja Kenji überbrachte den Synodalen und der Kirchenleitung die Grüße der Presbyterianischen Kirche in Kamerun. Einen besonderen Gruß richtete er an die Präsidentin der Landessynode. Es sei für Kameruner ungewöhnlich, dass eine Frau Präsident der Synode sei, und er wünsche ihr viel Erfolg in dieser Männergesellschaft. Grüße gab er auch an Landesbischof Frank Otfried July weiter. Das Kind, das der Landesbischof bei seinem Besuch in Kamerun im vergangenen Jahr getauft habe, sei sehr stolz auf die Taufe durch den Bischof.
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Walter Bilger, Prälat i. R. ist am Morgen des 3. Juli im Alter von 79 Jahren verstorben. Das teilte Landesbischof Frank Otfried July am Freitag der Württembergischen Evangelischen Landessynode, die derzeit in Stuttgart tagt, mit. July würdigte den Verstorbenen als „einen, der in großer Treue zur lutherischen Tradition sein Amt geführt hat“. Bilger habe immer den Kontakt zu den einfachen Menschen gesucht, so der Bischof weiter. „Sein Herz schlug für das Evangelium. Walter Bilger hat immer darüber nachgedacht, wie das Evangelium unter die Leute kommen kann.“ Die Landessynode legte eine Gedenkminute ein.
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Donnerstag, 2. Juli 2009

In einer von der Evangelischen Landessynode in Württemberg verabschiedeten Stellungnahme werden die Chancen und Risiken beim Anbau gentechnisch veränderten Saat- und Pflanzenguts als „gegenwärtig nicht hinreichend abschätzbar“ bezeichnet. Aufgrund des nach wie vor geringen Grundlagenwissens zu den Folgen der Agro-Gentechnik unterstützt die Landessynode eine unabhängige wissenschaftliche Grundlagenforschung.
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Bauern protestieren gegen Gen-Technik
Während der Sommertagung der Landessynode haben Landwirte aus Nürtingen, Nagold, dem Rems-Murr-Kreis und dem Welzheimer Wald gegen Gentechnik auf kirchlichen Feldern protestiert. Die Synode entschied am Donnerstag, 2. Juli, darüber, dass der Einsatz von Agro-Gentechnik auf kirchlichen Flächen verboten wird. Darüber hinaus verabschiedete sie eine kritische Stellungnahme zu Chancen und Risiken der Agrogentechnik.
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Die Landeskirche sieht in der Verhinderung zukünftiger Gewalttaten durch Waffen ein gemeinsames Ziel aller Menschen und bietet Raum für Gespräche zwischen möglichen Konfliktparteien. Die Landeskirche schlägt den Vertretern des Aktionsbündnisses "Amoklauf Winnenden" und den Vertretern der Schützen und Jäger vor, sich an einem „Runden Tisch“ für die Suche nach einer gemeinsamen Lösung zusammen zu setzen. Die Evangelische Akademie Bad Boll könne solch ein Raum für Gespräche sein, so Landesbischof July.
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Der emeritierte Professor Martin Hengel ist heute Nacht in Tübingen im Alter von 82 Jahren verstorben. „Martin Hengel war ein großer theologischer Lehrer unserer Kirche“, sagte Landesbischof Frank Otfried July während der Sommertagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode. Zum Gedenken an den Theologen legten Bischof und Synode eine Schweigeminute ein.
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Es gibt Reden, die sollte man eigentlich gar nicht halten müssen. Weil das, worauf sie abzielen, längst Wirklichkeit sein sollte. War der Bischofsbericht 2009 eine solche Rede? Von ihrem Ziel her: ja. Von der Realität her: nein. Und deshalb ist es gut, dass der Bericht nicht ungehalten geblieben ist.
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Der Bischof nennt in seinem Bericht Beispiele für viele Zahlen, die weh tun: 16.000 Kinder, die täglich verhungern, 963 Millionen Menschen, die weltweit unterernährt sind, 70 Prozent davon Frauen und Mädchen. Und der Bischof folgerte: „Angesichts des Globalisierungsprozesses, der weltweiten Fragestellungen, können wir uns ökumenische Resignation nicht leisten. Christen und Kirchen werden als gemeinsam wirkende Kraft in dieser Welt gebraucht.“
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