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Konstituierende Sitzung der 14. Landessynode

Christel Hausding ist neue Präsidentin

Am Samstag, 23. Februar ist die neu gewählte Württembergische Landessynode im Stuttgarter Hospitalhof zu ihrer Konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Dabei wurde Christel Hausding zur Präsidentin der Synode gewählt. Zudem wurden die Mitglieder aller Ausschüsse und Gremien neu bestimmt.

Christel Hausding zur Präsidentin gewählt

Die neu gewählte Präsidentin Christel Hausding (l.) und Alterspräsidentin Gertrud Dorn (r.)

Christel Hausding wurde mit 85 von 89 gültigen Stimmen gewählt. Drei Synodale enthielten sich bei der geheimen Abstimmung, einer stimmte gegen sie. Hausding tritt damit die Nachfolge von Horst Neugart an, der nach sechs Jahren im Amt nicht erneut kandidierte.

Die 58-jährige promovierte Erziehungswissenschaftlerin, die aus dem Rheinland stammt und in Langenau bei Ulm wohnt, sitzt seit 1983 in der Synode. Sie ist Mitglied des konservativen Gesprächskreises der „Lebendigen Gemeinde“, in dessen Leitung sie tätig war. In der Vergangenheit wirkte Hausding im Ältestenrat der Württembergischen Landessynode mit und leitete deren Ausschuss für Kirche Gesellschaft und Öffentlichkeit. Auch auf der Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist sie in der Synode engagiert.

Nach ihrer Wahl sprach Hausding von einem „bewegenden Moment“ und dankte den Synodalen für das in sie gesetzte Vertrauen. Sie rief die Synode auf, „das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, gute Bedingungen zu schaffen, damit sich Gemeinde Jesu Christi weiterentwickeln kann“. Hausding weiter: „An dem Wir-Gefühl von Kirche sollten wir noch bewusster arbeiten.“ Zu den Stellvertretern im Präsidentenamt wurden Gerhard Schubert aus Ditzingen und Wolfgang Traub aus Backnang gewählt.

Landesbischof July: "Ich freue mich auf konstruktive Zusammenarbeit"

Landesbischof July eröffnet die 14. Landessynode

Zu Beginn der Konstituierenden Sitzung der Landessynode hatte Landesbischof Frank Otfried July die 14. Landessynode eröffnet. Er dankte all denen, die sich als Kandidaten für die Wahl Verfügung gestellt hatten, um Verantwortung in der Synode zu übernehmen. July sagte, dass die Arbeit der Synode kein Selbstzweck einer großen Organisation sei, sondern dass diese Arbeit der „Verkündigung des Evangeliums und der Mitgestaltung der Gesellschaft“ zu dienen habe. Die Menschen fragten nach Orientierung und diakonischer Begleitung. Hierauf habe die Kirche Antworten „aus der Kraft des Evangeliums“ zu geben. Die Verfassung der Landeskirche sehe ein kooperatives Zusammenwirken von Landessynode, Oberkirchenrat und Landesbischof vor. July: „Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl unserer Kirche.“

Staatssekretär Hubert Wicker: "Brücke von der Kirche zum Staat"

Staatssekretär Hubert Wicker

Die Grüße der baden-württembergischen Landesregierung und des Ministerpräsidenten Günther Oettinger überbrachte Staatssekretär Hubert Wicker (CDU), der ebenso wie der stellvertretende Landtagspräsident Wolfgang Drexler der Konstituierenden Sitzung beiwohnte. Die Synode schlage mit ihrer Arbeit zu gesellschaftlichen Themen „eine Brücke hin von der Kirche zum Staat“, sagte der Kirchenbeauftragte der Landesregierung. Er erinnerte an den Staatsvertrag, der im letzten Jahr zwischen dem Land und der Landeskirche abgeschlossen wurde. Dadurch sei ein traditionell „bewährtes und gutes Miteinander auf eine verlässliche Grundlage gestellt“ worden.

Diözesanrat Johannes Warmbrunn: "Christliche Kirchen müssen zusammenstehen"

Diözesanrat Johannes Warmbrunn von der Diözese Rottenburg-Stuttgart gab die Grüße von Bischof Gebhard Fürst weiter. Warmbrunn erklärte, dass es nicht sein könne, "dass bei unseren Schwestern und Brüdern in Christus der Eindruck entsteht, sie würden in ihrem Recht und in ihrem Selbstverständnis, eine Gemeinschaft als Kirche zu bilden, auf eine niedrigere Stufte gestellt als die katholische Kirche". Warmbrunn betonte weiter, dass sie christlichen Kirchen zusammenstehen müssten: "In Christus verbindet uns viel mehr, als uns trennt. Ich bitte Sie, den Weg der Ökumene weiterzugehen."

Alterspräsidentin Gertrud Dorn: "An einer Veränderung der Welt arbeiten"

Vor der Wahl der Präsidentin der Landessynode rief die Alterspräsidentin Gertrud Dorn die Synodalen dazu auf, „mit an einer Veränderung der Welt“ zu arbeiten. Dies sei nötig sowohl im Raum der württembergischen Landeskirche als auch darüber hinaus. In der Welt müssten „Frieden, Versöhnung, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung vorankommen.“ Dorn kritisierte zudem, dass bei den Wahlen zur Landessynode grundsätzlich fast alle Kandidaten von einem Gesprächskreis unterstützt werden, dessen Ziele sie auch vertreten. Dies sei aber nach der geltenden Kirchenverfassung „eigentlich so nicht möglich“, weil die Synodalen dort als Vertreter der gesamten Landeskirche verstanden werden, die an keinerlei Weisungen oder Aufträge gebunden seien. Deshalb könnten die Gesprächskreise „nicht Kirchenparteien sein, weil es das gar nicht gibt“. Faktisch aber agierten sie so, als ob sie Parteien seien. Hier gebe es für die neue Landessynode Klärungsbedarf. Sie schlug vor, die Gesprächskreise mit ihren Rechten und Pflichten in der Geschäftsordnung der Synode zu verankern.

Gelübde und Handschlag des Landesbischofs

Landesbischof July (r.) bei der Einsetzung der Synodalen

53 von 90 gewählten Synodalen treten ihr Amt neu an. Sie wurden von Landesbischof Frank Otfried July per Handschlag auf folgendes Gelübde verpflichtet:

„Ich gelobe vor Gott, mein Amt als Mitglied der Landessynode im Aufsehen auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche, zu führen. Ich will in meinem Teil dafür Sorge tragen, dass die Kirche in Verkündigung, Ordnung und Leben auf den Grund des Evangeliums gebaut werde, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und in den Bekenntnissen der Reformation bezeugt ist, ich will die Verfassung der Kirche gewissenhaft wahren und darauf Acht haben, dass falscher Lehre, der Unordnung und dem Ärgernis in der Kirche gewehrt werde.So will ich treulich mithelfen, dass die Kirche in allen Stücken wachse an dem, der das Haupt ist, Christus.“

Alle Gremien der Landessynode werden neu besetzt

Die erste Tagung der 14. Landessynode im Hospitalhof

Die 14. Landessynode ist am 11. November des vergangenen Jahres gewählt worden. Zu den 90 in Urwahl aller Kirchenmitglieder bestimmten Synodalen kommt nach der Kirchenverfassung ein weiterer hinzu, der vom Prüfungsausschuss der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen entsandt wird. Wie in der letzten Synode wird dies Hans-Joachim Eckstein sein. Zudem hat die Synode die Möglichkeit, bis zu acht weitere Synodale hinzu zu wählen. Davon hat sie in Bezug auf drei Personen Gebrauch gemacht, so dass aktuell 94 Synodale zur 14. Landessynode gehören.


Für die Ausschüsse in der neuen Legislaturperiode wurden folgende Personen gewählt:

Als Vorsitzende für die sieben Geschäftsausschüsse wurden gewählt:

Über die genaue Besetzung der Geschäftsausschüsse können Sie sich auf den Seiten der Ausschüsse informieren oder eine Liste mit allen Wahlergebnissen der Konstituierenden Sitzung hier herunterladen [PDF, 30 KB].

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