Präimplantationsdiagnostik (PID)
Jedes Leben ist lebenswert
Zur Präimplementations-Diagnostik (PID) sagte die Synodale Eva Glock: „Werdendes Leben wird bewertet und verworfen. Selbst eine Begrenzung auf Ausnahmefälle halte ich nicht für realistisch und durchfürbar.“ Schnell würde die Ausnahme zur Regel. „Wir Christen müssen der Vision von einem perfekten menschlichen Leben immer entgegensetzen die Tatsache, dass menschliches Leben an sich wertvoll ist. Die württembergischen Synodalen der EKD unterstützten die EKD-Präses Kathrin Göring-Eckardt, die PID nicht einfach zu erlauben. Markus Brenner sagte: „Es ist erstaunlich, wie eine Partei mit einem C im Namen umgeht mit PID und nur mit knapper Mehrheit dagegen stimmt“. Menschliches Leben sei kostbar. „Wenn PID zugelassen wird, können wir davon ausgehen, dass das nur ein kleiner Anfang ist“. Entsorgung von unpassenden, weil nicht ganz gesunden Embryos sei höchst problematisch. Er freue sich über seine Tochter mit Downsyndrom, weil sie immer fröhlich sei und ihrer Umwelt eine Lehrerin sei. Er wünscht sich eine Kirche, die sich für Eltern einsetzt, die sich für ein Leben mit einem behinderten Kind entscheiden. Dr. Ulrike Mehne zeigte die Grenzen der modernen Medizin auf. „Hauptsache gesund“, höre sie oft – schwere Krankheiten könnten schon im Mutterleib erkannt werden. Bei einer schweren Erkrankung könne das Elternpaar aber auch vor die Frage gestellt sein, ob die Schwangerschaft abgebrochen werden soll. Damit seien alle Paare überfordert. Joachim Beck sagte: „Verschiedenheit ist normal – wir tun gut daran, dies immer wieder zu betonen“. Die PID führe zu einem Dilemma bei den betroffenen Paaren. Er sprach sich dafür aus, die Beratungsarbeit zu stabilisieren, sie auszubauen, damit normale Verschiedenheit gelebt werden könne – aber auch den Paaren zur Seite zu stehen, die sich gegen das Leben entschieden hätten. Volker Teich beschrieb die Gegensätze zur PID innerhalb der Kirche. Die Unterscheidung in lebenswertes und lebensunwertes Lebens sei höchst problematisch. „Gott ist Schöpfer und wir sind das Geschöpf – diese Linie sollten wir beibehalten.“ Thomas Wingert bezeichnete die PID als Möglichkeit, Chancen und Risiken für das werdende Leben abzuschätzen. Der Druck werde höher, kein unerwünschtes Leben zur Welt zu bringen. „Wer ist verantwortlich, wenn dennoch behindertes Leben zur Welt kommt?“ Das Risiko sei hoch, dass eine Prozesslawine in Gang komme. „Wir brauchen eine Grenze des Machbaren“. Dr. Harald Kretschmer gab zu, er hätte mehr Fragen als Antworten – beispielsweise, wann menschliches Leben beginne. Eltern würden in große Gewissenskonflikte kommen, würde die PID zugelassen. Es dürfte nur bei schwersten Erkrankungen das Leben abgebrochen werden. Markus Benz sagte, Kirche müsse sich um die Altenpflege kümmern, um die Behindertenhilfe. Das lohne sich. Auch Behinderte dürften alt werden. Horst Haar sagte: „Ich beobachte zunehmend, dass sich Eltern mit einem behinderten Kind einem größeren Druck ausgesetzt sehen“. „Das müsse heute nicht mehr sein“, „Diese Kosten können verhindert werden“, das seien Sätze, die Eltern von behinderten Kindern häufig hörten. Sie gerieten zunehmend unter Druck. Die Gesellschaft habe eine Verantwortung auch für das Leben von Behinderten und dafür, dass diese leben dürften. Oberkirchenrat Dieter Kaufmann sagte: „Es geht um Selektion von Embryonen.“ Das müsse man sich immer wieder bewusst machen. Auf europäischer Ebene sei die Inklusion – also das Zusammenleben von Behinderten und Nicht-Behinderten ein Grundrecht. Dennoch nähme die Diakonie den Wunsch von Eltern ernst, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. PID sei aber dennoch das Aussortieren von Embryonen. Für die PID müsse man Menschen unterschiedlicher Klassen definieren und das ginge nicht.





