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Herbsttagung der Landessynode

24. bis 26. November 2009 im Hospitalhof Stuttgart

Die Herbsttagung der Landessynode stand ganz im Zeichen der Haushaltsberatungen. Darüber hinaus diskutierten die Delegierten über die Zukunftswerkstatt der EKD, die Situation verfolgter Christen in aller Welt, die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes 2010 in Stuttgart, über Frauenordination und Depression, ein faires Beschaffungswesen, die Besoldung von Pfarrerinnen und Pfarrern, die Schöpfungsleitlinien und über die Studie "Wie finden Erwachsene zum Glauben?".

Donnerstag, 26. November 2009

Studie: "Wie finden Erwachsene zum Glauben?"

Die kürzlich veröffentlichte Studie "Wie finden Erwachsene zum Glauben?" wurde heute der Synode vorgestellt. elk-wue sprach mit Dan Peter, zuständiger Kirchenrat für das Projekt Wachsende Kirche, welche Konsequenzen aus der Studie zu ziehen sind.
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Herbstsynode - Zukunft der Kirche

Herbstsynode - Zukunft der Kirche

Jürgen Kaiser im Gespräch mit der Synodalpräsidentin Dr. Christel Hausding mehr

Zukunftskongress der EKD

Die vier Gesprächskreise haben je ein Mitglied damit beauftragt, über die Zukunftswerkstatt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu berichten. Hier Auszüge aus den Voten:

Angela Schwarz (Kirche für Morgen): "Wir haben so viele innovative Projekte - davon hätten wir ruhig noch mehr zeigen können! Wir sollten unsere Projekte künftig noch stärker in Richtung Hannover kommunizieren, und nicht nur zahlen."

Steffen Kern (Lebendige Gemeinde): "Kirche bricht auf.  Der Reformprozess der EKD ist ein Weg hin zu mehr Freiheit. Wir sind im eigenen Millieu gefangen, daraus sollten wir aufbrechen und neue Gemeindeformen zulassen. Außerdem sollten wir uns zu Jesus Christus bekennen."

Werner Stepanek (Offene Kirche) - vorgetragen von Susanne Mauch-Friz: "Wir haben einen Nachholbedarf darin, Menschen aus anderen Millieus zu erreichen. Glaube ist keine Privatangelegenheit - wir sollten Möglichkeiten finden, Menschen anzusprechen." 

Sigrid Erbes-Bürkle (Evangelium und Kirche): "Vieles regte zum Nachahmen an - wir müssen nicht alles neu erfinden. Wir dürfen nicht nur jammern, wir müssen auch handeln. Das heißt, dass wir die Ehrenamtlichen besser unterstützen solten. Beispiel ist die Ehrenamts-Akademie in Hessen-Nassau."

Internationale Gäste in Stuttgart

Im Sommer 2010 kommen Lutheraner aus aller Welt nach Stuttgart. Kirchenrat Klaus Rieth berichtete vor der Synode über den Stand der Vorbereitungen für das Treffen. An einem Abend der Begegnung werden im Juli nächsten Jahres die internationalen Gäste die Gelegenheit haben, in die schwäbische Welt einzutauchen. elk-wue hat den Kirchenrat zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes interviewt. Zum Interview...

Von Indien in die Welt

Hepsiba Gladstone berichtete aus Südkerala (Indien). [Foto: Moulien]

Hepsiba Gladstone aus Südkerala (Indien) grüßte die Synodalen stellvertretend für Ihren Ehemann, den Bischof der südindischen Kirche, John Wilson Gladstone. Ein Besuch der Synode ermögliche zu sehen, was es im weltweiten Kontext bedeute, ein Leib Christi zu sein, sagte Hepsiba Gladstone. Sie berichtete den Synodalen aus der Arbeit der südindischen Diözese: Die Diözese Kerala sei ein Produkt deutscher Missionsarbeit aus dem 19. Jahrhundert. Das Gedenken daran sei in Dankbarkeit immer noch präsent.
Kerala befinde sich in einer außerordentlichen Wachstumsphase. 200 neue Gemeinden seien in den letzten 12 Jahren gegründet worden und im Wachstum begriffen. Aus der Diözese seien 240 Missionare in andere Bundesstaaten Indiens ausgesandt worden und es gebe ein großes Wachstum in der medizinischer Arbeit, z.B. durch Missionskrankenhäuser, Pflegeschulen und durch Ausbildung von Ärzten.

Situation verfolgter Christen im Blick

Vor der Landessynode berichtete Kirchenrat Klaus Rieth über die Situation von Christen in aller Welt. Während sich die Lage im Sudan leicht verbessert, ist sie im Irak weiterhin angespannt. elk-wue hat Klaus Rieth interviewt.
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Indischer Bischof bittet um Gebet

Bischof Singh Komanapalli aus Indien von der Nethanja-Gemeinde bat in seinem Grußwort die Synode um ihre Fürbitte für verfolgte Christen in seiner indischen Heimat. Im September 2008 hatte der Mord an einem Hindu-Führer zu massenhaften Ausschreitungen gegen Christen geführt.

Eindrücklich schilderte Singh die nach wie vor katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern für Christen im indischen Orissa. Dort seien die Menschen teilweise von der Versorgung mit sauberem Wasser abgeschnitten. Die meisten Kinder hätten keinen Zugang zu Bildung, da weder Eltern noch staatliche Behörden einen sicheren Weg zur Schule gewährleisten könnten. Er berichtete außerdem von zahlreichen gezielten Vergewaltigungen und zerstörten Häusern und Kirchen. Die indische Regierung leugne die Schwierigkeiten, so der Bischof.


Die Synodalen reagierten mit großer Betroffenheit: Alle erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten. Im Namen der Synode sagte Gerhard Schubert, stellvertretender Präsident der Synode, Bischof Singh zu, sich weiter über die Situation der Christen in Indien zu informieren und ihnen im Gebet beizustehen.

Information dazu, wie Christen in Deutschland verfolgte Glaubensgeschwister weltweit unterstützen können, finden Sie auch im Interview mit Klaus Rieth.

Stellvertretender Synodalpräsident gewählt

Beatus Widmann wurde am 26. November von den Mitgliedern des evangelischen Kirchenparlaments mit 75 Stimmen zum neuen stellvertretenden Präsidenten der württembergischen Landessynode gewählt. Dabei gab es 4 Enthaltungen und 3 Gegenstimmen. Damit übernimmt der 52-jährige Theologe die Nachfolge von Wolfgang Traub, der ab 2010 in der Kirchenleitung als Oberkirchenrat das Personaldezernat führen wird. Widmann gehört zum innerkirchlichen Arbeitskreis "Evangelium und Kirche" und ist seit sieben Jahren Pfarrer an der Andreaskirche in Mühlacker. Er ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.

„Mir ist das Verbindende in unserer Kirche wichtig und ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die wir als Volkskirche in unserer Gesellschaft hatten und noch haben“, sagte Widmann bei seiner Selbstvorstellung vor der Wahl. Geprägt habe ihn sein christliches Elternhaus, die Familie, das wissenschaftliche Studium an der Tübinger Universität, die Arbeit mit und für seine Gemeindeglieder. Außerdem die Mitarbeit im Leitungskreis und im synodalen Arbeitskreis Evangelium und Kirche, „dem ich danke, dass er mich für diese verantwortungsvolle und ehrenvolle Aufgabe vorgeschlagen hat“, so Widmann. Als persönliches und berufliches Leitbild nannte er den Bibelvers aus Römer 8,21: "die herrliche Freiheit der Kinder Gottes".

Schwächen zulassen

Die Landessynode wünscht sich, dass Depression von der Gesellschaft als Krankheit wahrgenommen wird. Viel zu lange sei die Depression als Makel stigmatisiert worden, was dazu geführt habe, dass sich Betroffene nicht trauen, über ihre Krankheit zu sprechen. Der Freitod des Fußballnationalspielers Robert Enke habe gezeigt, in welche Sackgasse es führen könne, wenn Betroffene sich nicht trauen, über ein solches Thema zu sprechen. Wenn Depression als Krankheit wahrgenommen werde, darin waren sich die Rednerinnen und Redner einig, könne man auch viel einfacher über ihre Behandlung sprechen und mehr Verständnis für die Betroffenen aufbringen. Zudem betonten die Synodalen, dass Leistung nicht alles ist und riefen dazu auf, Schwächen zuzulassen auch und gerade in der Kirche. 

Landessynode diskutiert über Frauenordination

Dass Frauen weltweit predigen können sollen, ist Anliegen der Württembergischen Evangelischen Landessynode. Die Delegierten diskutierten darüber, dass in manchen evangelischen Kirchen weltweit Frauen nicht als Pfarrerinnen ordiniert werden. Sie sprachen sich dafür aus, darauf hinzuwirken, dass Frauen weltweit nicht nur predigen dürfen, sondern in allen Bereichen des Lebens gleichgestellt werden.

Die Diskussion hatte zwei Anlässe: zum einen der angekündigte Abbruch der ökumenischen Gespräche durch die russisch-orthodoxe Kirche wegen der Wahl einer geschiedenen Frau (Margot Käßmann) zur EKD-Ratsvorsitzenden; zum anderen der Hilferuf lutherischer Theologinnen aus Lettland. Dort ist die erst 1975 eingeführte Frauenordination seit Mitte der 90er Jahre ausgesetzt, es droht derzeit ein grundsätzliches Verbot.

Landesbischof Frank Otfried July sagte den lettischen Theologinnen seine Unterstützung zu. Außerdem bekräftigte er noch einmal, dass in Württemberg niemand ordiniert werden könne, der die Frauenordination ablehne.

Mittwoch, 25. November 2009

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Herbstsynode - Haushaltsberatungen

Herbstsynode - Haushaltsberatungen

Jürgen Kaiser im Gespräch mit der Vorsitzenden des Finanzausschusses, Inge Schneider mehr

Landessynode beschließt Haushaltsplan für 2010

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat den landeskirchlichen Haushaltsplan für 2010 einstimmig beschlossen. Das kommende Jahr werde - in Bezug auf den Haushaltsplan - ein „unspektakuläres Zwischenjahr“, sagte der Finanzdezernent der Landeskirche, Martin Kastrup, in seiner Einbringungsrede zum Haushaltsplan am Dienstag, 24. November. Für die Jahre ab 2011 kündigte er noch auszuarbeitende Sparpläne an. „Auch ohne die gegenwärtige konjunkturelle Belastung zeichnet sich eine Finanzierungskrise bei der Landeskirche ab“, so Kastrup zur Begründung, „weil unsere Aufwände durch Preissteigerungen, aber auch durch einzelne Neubelastungen stärker als die durchschnittlichen Erträge ansteigen.“ Mehr...

Die Voten der Gesprächskreise im Kurzüberblick:

Kurt König (Evangelium und Kirche): "Die Kirche besitzt immer noch zu viele Immobilien und müsste an dieser Stelle reduzieren."

Michael Fritz (Lebendige Gemeinde): "Der Pfarrdienst darf bei Kürzungen nicht ausgeklammert werden. Priorität haben Pfarrstellen in den Gemeinden und Sonderpfarrstellen für die Gemeinden".

Martin Plümicke (Offene Kirche): "Projekte mit einem viel zu engen Missionsbegriff sollten nicht finanziert werden. An der Evangelischen Akademie Bad Boll soll man nicht sparen."

Markus Munzinger (Kirche für morgen): "Unserer Meinung nach muss sich die Landessynode und der Oberkirchenrat auf Kriterien und Ziele verständigen wie wir beim Sparen vorgehen wollen. Für uns haben alle Maßnahmen Priorität, die ehrenamtlich Mitarbeitende zurüsten. Hier kann nicht weiter gespart werden!"

Dienstag, 24. November 2009

Kirchenfernsehen interviewt Martin Kastrup

Die Kirchensteuer wird im kommenden Jahr zurück gehen, berichtet Finanzdezernent Martin Kastrup dem Kirchenfernsehen im Interview. Spannend werde es im Jahr 2011, weil die Kirchensteuer dann vermutlich niedrig sein wird, obwohl es der Wirtschaft bereits wieder besser geht. Zum Beitrag...

Evangelische Einrichtungen sollen fair einkaufen

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat eine Empfehlung des Oberkirchenrates bekräftigt, nach der bevorzugt regionale Waren erworben werden sollen. Außerdem sollen Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit tabu sein, empfahl heute der Finanzausschuss in seinem Bericht vor der Synode. Durch eine solche Vergabe kirchlicher Aufträge möchte die Evangelische Kirche in Württemberg eine nachhaltige und sozialverträgliche Unternehmensführung bei ihren Vertragspartnern fördern. Mehr....

Impressionen aus dem Hospitalhof



Von links: Am Stand des Umweltbeauftragten kommen Menschen miteinander ins Gespräch, Synodale sind bei der Arbeit und Auszubildende des Oberkirchenrats verfolgen die Tagung aufmerksam. [Fotos: Moulien]

10 Jahre Leitlinien zur Bewahrung der Schöpfung

Hans-Hermann Böhm, der Umweltbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat vor der Synode berichtet, wo sich die Kirche in Sachen Umwelt- und Artenschutz engagiert und welche Fortschritte beim Energiemanagement bzw. beim Umweltaudit gemacht wurden.
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Beatus Widmann kandidiert

Wie bereits bekannt gegeben, wird Wolfgang Traub aus der Synode als Mitglied ausscheiden, weil er Anfang 2010 Personaldezernent der Evangelischen Landeskirche wird. Traub wird daher auch nicht mehr stellvertretender Vorsitzender sein. Um dieses Amt kandidiert der Synodale Beatus Widmann. Er will Menschen in der Kirche verbinden.

Gottesdienst eröffnet Synodaltagung

"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird Euch alles andere zufallen" (Matthäus 6, 31-34) war der Predigttext im Eröffnungsgottesdienst zur Herbstsynode 2009. Die Synodale Angela Schwarz las in Vertretung von Markus Brenner die Predigt vor - mit eigenen Akzenten. Das bedeutet für Schwarz, dass die Sorgen unserer Zeit - wie Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und Schweinegrippe - auch vor Gott gebracht werden sollen. Das gebe Christen Sicherheit, sich mit Gottes Hilfe den Problemen der Welt zu stellen. Rund 90 Besucher waren in die Stuttgarter Hospitalkirche gekommen.

Download
"beraten und beschlossen" 3/2009 [PDF, 875 KB]
Jahresbericht 2009
[PDF, 8 MB]
Daten & Fakten 2009
[PDF, 3,8 MB]
Bilanz 2008 in Zahlen
[PDF, 3,8 MB]

(Wieder)Eintritt in die Kirche
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