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Bischofs-Botschaft zu Weihnachten

"Euch ist heute der Heiland geboren! Friede auf Erden!" Der Ruf der Weihnachtsgeschichte ist wie ein Halteseil, quer über die Straße gespannt, um uns zum Stehen zu bringen, so Landesbischof Frank Otfried July in seiner Weihnachtsbotschaft. Wir sollen inmitten der Selbstverständlichkeiten unseres Tagaus und Tagein angehalten werden. Inmitten der Krisenszenarien dieser Tage, inmitten der stündlich neuen Nachrichtenlage dieser Welt ein kurzes Stopp!


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Bischofs-Botschaft zu Weihnachten

Bischofs-Botschaft zu Weihnachten

"Friede auf Erden", ruft der Engel den Hirten zu, als er die Geburt von Jesus ankündigt. "Inmitten der Krisenszenarien unserer Tage soll uns dieses Wort zum Nachdenken anregen", sagt Landesbischof Frank Otfried July in seiner Videobotschaft zu Weihnachten. "Der Ruf "Friede auf Erden, denn Euch ist heute der Heiland...Beitrag ansehen
 

Die Bischofsbotschaft zum Nachlesen

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

ich gebe es zu. Ich freue mich auch dieses Jahr auf das Weihnachtsfest wie in meinen Kindheitstagen.

Natürlich hat sich viel geändert: Es ist nicht mehr das Entgegenfiebern des großen Augenblickes, wenn mein Vater die Weihnachtstür zum Wohnzimmer öffnete und ich mit glänzenden Augen auf den Christbaum zusteuerte, um die Geschenke zu sehen. Das "Nicht-Mehr-Warten-Können" und Zählen der Stunden bis zum Heiligen Abend.

Aber manches hat sich durch all’ die Jahre nicht geändert, das Feiern der Weihnachtsgottesdienste, die Weihnachtsgeschichte – all vertraut und neu gehört, die Musik und Lieder. Der Weihnachts-Geschäftsrummel in den Wochen zuvor.

Durch die Jahre hat sich das nicht geändert: Der Ruf: Euch ist heute der Heiland geboren! Friede auf Erden!

Dieser Ruf der Weihnachtsgeschichte ist wie ein Halteseil, quer über die Straße gespannt, um uns zum Stehen zu bringen. Es soll keine Wagenkontrolle erfolgen. Aber wir sollen inmitten der Selbstverständlichkeiten unseres Tagaus und Tagein angehalten werden. Inmitten der Krisenszenarien dieser Tage, inmitten der stündlich neuen Nachrichtenlage dieser Welt ein kurzes Stopp!

Friede sei mit dir! Friede auf Erden!

Ungewohnt dieses direkte Wort! Ungewohnt in einer Welt, die viel vom Frieden redet und so viele bewaffnete Konflikte kennt. Ungewohnt in einer Zeit, in der wir gewohnt persönliche und gesellschaftliche Konflikte klar zu benennen und schnelle Harmonisierungsversuche verdächtig sind. In einer Zeit, in der wir nach Verantwortungsübernahme und Krisenmanagement fragen.

Friede auf Erden!

Das ist kein Ruf aus dem  himmlischen Regieraum, um eine weihnachtliche Seifenoper zu komponieren. Das ist ein Ruf in das Zentrum unseres Lebens, unseres persönlichen Lebens und unserer Weltverantwortung.

Euch ist heute der Heiland geboren: Wenn wir menschen diesen Ruf aufnehmen, dann wissen wir warum wir leben und wozu wir leben. Ich sage nicht, dann sind alle Probleme gelöst. Ich sage nicht, dann brauchen wir uns bei der Welt und Lebensgestaltung nicht mehr anzustrengen. Ich sage nicht, dass wir nicht weiter um Frieden in dieser Welt ringen müssten. Ich sage nicht, wir haben dann die Finanz-, Wirtschafts- und Vertrauenskrise einfach im Griff.

Ich sage aber:

Der Ruf Friede auf Erden! Euch ist heute der Heiland geboren! Mutet uns  zu, gibt uns Mut uns selbst und diese Welt in Gottes Licht zu stellen. Dass wir es uns gefallen lassen, nicht für uns selbst da zu sein, sondern für uns und andere.

Dass wir uns den Friedensruf zusprechen lassen, um ihn anderen zuzusagen. Dass wir verstehen, uns im Letzten nicht mehr selbst produzieren und neu erfinden müssen. Das hat Gott für uns getan. Lassen Sie sich das an Weihnachten zu Herzen gehen. Danach wird das Halteseil beiseite geräumt und es geht auf dem Lebensweg weiter. Aber mit Gottes Zumutung! Und deshalb können wir dann neu engagiert für Gerechtigkeit, Frieden und eine neue Kultur der Barmherzigkeit eintreten.
 
Gott befohlen, Ihr Landesbischof Frank Otfried July

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