Advent ist im Dezember
Der württembergische evangelische Landesbischof, Frank Otfried July, ruft dazu auf, Schokoladen-Weihnachtsmänner im Oktober in den Verkaufsregalen liegen zu lassen. „Wer schon jetzt Weihnachts-Artikel kauft, dem entgeht vielleicht, wie schön die goldenen Oktobertage sind“, so July. Der Rhythmus der Natur, der Rhythmus des Lebens helfe den Menschen dabei, nach dem Alltagsstress zur Ruhe zu kommen.
Jetzt, zum Erntedankfest am 4. Oktober, sei nicht Weihnachten das Thema: Vielmehr nähmen Christen sich nun Zeit, Gott dafür zu danken, dass er Obst und Gemüse wachsen ließ. Auch rief er dazu auf, sich daran zu erinnern, was Gott einem im Leben überhaupt Gutes geschenkt habe.
Weihnachtsgebäck und Schokoladen-Nikoläuse hätten ihren Platz Ende November/Anfang Dezember, so der Bischof weiter. „Ich lade Sie dazu ein, die Zeit zwischen den großen Ferien und dem ersten Advent nicht als Vorweihnachtszeit, sondern als Herbst- und Erntezeit wahrzunehmen“, sagt July im Video. Er wirbt damit auch für die Initiative „Advent ist im Dezember“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Aktion besteht seit 2005 und möchte dazu beitragen, dass die Zeit vor dem Totensonntag Ende November möglichst frei vom Weihnachtstrubel bleibt. Die Initiative ruft dazu auf, die vorweihnachtlichen Traditionen neu zu entdecken und mit Leben zu füllen.
Bischofs-Botschaft auf kirchenfernsehen.de

Schoko-Nikoläuse noch im Regal stehen lassen
Der württembergische evangelische Landesbischof, Frank Otfried July, ruft dazu auf, Schokoladen-Weihnachtsmänner im Oktober in den Verkaufsregalen liegen zu lassen. ?Wer schon jetzt Weihnachts-Artikel kauft, dem entgeht vielleicht, wie schön die goldenen Oktobertage sind?, so July. Der Rhythmus der Natur, der Rhythmus des Lebens helfe den Menschen...Beitrag ansehen
Die Bischofsbotschaft zum Nachlesen
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,Rhythmus gehört zum Leben der Menschen. Dies weiß nicht nur die Bibel, sondern das haben Menschen seit Jahrhunderten erfahren. Es gibt einen Rhythmus des Lebens, einen Rhythmus des Jahres, einen Rhythmus des Tages.
Alles hat seine Zeit, sagt die Bibel: Das Leben, das Sterben. Das Zuhören, das Reden. Das Lachen, das Weinen. Saat und Ernte. Arbeiten und Ausspannen. Der Rhythmus hilft uns dabei, nach dem Alltagsstress zur Ruhe zu kommen, er gliedert unser Leben und tut uns gut.
Alles hat seine Zeit: Auch Jahreszeiten haben ihren Sinn: Wenn immer Frühling wäre, könnten wir nichts ernten. Wenn immer Sommer wäre, käme die Natur nie zur Ruhe. Jetzt ist die Zeit des Erntens. Reife Äpfel, orange-farbene Kürbisse, Kartoffeln, Wein, Nüsse und vieles mehr: Das ist die Zeit des Erntens, die jetzt ihren Höhepunkt erreicht: Deshalb feiern die evangelischen Kirchen am vierten Oktober das Erntedankfest.
Wir nehmen uns Zeit, Gott dafür zu danken, dass er das Obst, das Gemüse, die vielen verschiedenen Früchte wachsen ließ. Auch machen wir uns an Erntedank bewusst, was Gott uns im Leben überhaupt Gutes geschenkt hat: Die Familie, die Freunde, den Urlaub, Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten.
Alles hat seine Zeit: Ein Bild von einem Ast, daran hängt ein schöner, reifer Apfel. Zwischen den Blättern blitzt es rot auf. Unnatürlich wirkt es. Der rote Farbklecks gehört zu einer Christbaumkugel. Sie hat an einem erntereifen Apfelbaum nichts verloren. Sie gehört nicht hierher. Das Bild gehört zu einem Plakat. Darauf ist zu lesen: „Alles hat seine Zeit! Advent ist im Dezember.“ Evangelische Christen wollen damit sagen: Lasst den Rhythmus des Lebens und die Zeiten bestehen!
Alles hat seine Zeit? In den Läden sieht man allerdings schon jetzt, zur Ernte-Zeit, die Schokoladen-Weihnachtsmänner, Spekulatius, Lebkuchen, Dominosteine, Plätzchen und vieles mehr. Ich finde das schade. Wer schon im September oder Oktober Weihnachts-Dekoration kauft, dem entgeht vielleicht, wie schön die goldenen Oktobertage sind.
Alles hat seine Zeit. Bald werden die Tage kürzer sein, kälter auch. Herbststürme ziehen über das Land. Dann kommt sie langsam, die Zeit des Advents. Dann ist die Zeit der Kerzen, der Plätzchen und des Tannenreisigs in den Wohnzimmern. Jetzt aber lade ich Sie dazu ein, die Zeit zwischen den großen Ferien und dem ersten Advent nicht als Vorweihnachtszeit, sondern als Herbst- und Erntezeit wahrzunehmen. Denn: Alles hat seine Zeit!
In diesem Sinne: Eine gute Ernte-Zeit, Gott befohlen,
Ihr Landesbischof Frank Otfried July






